Donnerstag, 3. August 2017

Ich denke mir: "F U C K!" (2)



Ich denke mir: “F U C K!“

Nichts ergibt einen Sinn. Alles endet, jetzt, in diesem Moment, wo ich doch mit Gewissheit weiß, das ist der Beginn, so, und nun könnte es ruhig und ohne Irritationen weitergehen. Jetzt, in diesem Moment ist es aber auch schon wieder vorbei. Ende, Beginn, Ende, Beginn, Ende…

Aus der Ferne erklingt der mich, mittlerweile langweilende, Soundtrack meines Lebens.

Ein schnelles Leben, mit verdammt gutem Kaffee am Morgen. Ein entspanntes Leben, mit absolut beruhigendem Tee am Abend, aus der Kanne. Die Musik läuft in der Endlosschleife, sie mag nie mehr enden. So wie ein sich ständig wiederholender Traum. So wie mein Tinnitus, der jetzt gerade wieder voll präsent ist. Herr Tinnitus, anonymisiert: Herr T., er drängt sich ganz penetrant in den Vordergrund. „Herr T. du verdammtes Arschloch, magst du denn nie wieder verstummen?“

Trotz der verdammten Blutverdünner. Trotz ärztlich verordnetem, hoch dosiertem “ASS“. Trotz des zusätzlichen Medikaments, für das ich an dieser Stelle keine Werbung machen werde. Ein verdammt teures Zeug, etwas was meine Krankenversicherung schlicht und einfach nicht bezahlt. Ich schlucke, jeden Tag, regelmäßig 1-1-1. 

Null, absolut Null!! Keine Besserung!

Die sechzig prozentige Aussicht auf Heilung schwindet regelmäßig, bei jeder eingenommenen Tablette. Klar, da frage ich mich, nicht wirklich: „Warum bezahlt meine Krankenkasse diese einhundert Tabletten nicht?“ 

Der tolle Nebeneffekt ist, ich blute. 

Es hört gar nicht mehr auf zu Bluten. Ein echt tolles Gefühl! Mein Blut ist so verdammt warm, verdammt dünnflüssig. So dünnflüssig wie das Blut, welches durch das chronisch kranke, absolut irreparable Herz, eines todgeweihten Menschen fließt. Optimale Viskosität, keine Gerinnung, kein Verklumpen, bis hinein in die Spitzen der aller feinsten Äderchen in meinem Körper! 

Mein dünnflüssiges Blut, es ist super. Es versorgt meine Organe, meinen ganzen Körper wirklich sehr gut mit dem nötigen Sauerstoff. Ich verspüre die Leistungssteigerung, die Kraft und die Ausdauer beim Joggen durch den Wald. Beim Joggen, um die umliegenden Seen herum. Eine tolle, konditionelle Glanzleistung, bis dass die Füße schmerzen. Trotz der orthopädisch wertvollen, zweifach angefertigten Sporteinlagen, mit drei spektakulären Zonen, die übrigens zum Teil von meiner beschissenen Krankenkasse an der Friedrichstraße bezahlt wurden, habe ich sehr starke Schmerzen in den Füßen.
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