Mittwoch, 29. März 2017

A Never Ending Story!






Er hatte das Album gekauft und sie alle hörten es. 

Ganze zwei Jahrzehnte später.

Er hatte genau das Album gekauft und hielt es in den Händen. Er spürte den Sommer, die Sonne, die Hitze, die seinen ganzen Körper durchströmte. Jede einzelne seiner Zellen in seinem Körper pausierte und erinnerte sich, während sich das Vinyl wie damals auf dem Plattenteller drehte und die Basswellen seinen Körper durchströmten.

Es gibt nichts Schöneres als jene Erinnerungen. 

Längst verblasste Polaroidfotos, ein Teil seines Lebens. Für die Ewigkeit, ein Gefühl der Unsterblichkeit. Musik, verbunden mit Erinnerungen, Emotionen, verstrickt und verwoben.

Nass geschwitzt in einem Club, im Sommer seines Lebens. Im Bett, schwebend, im Raum, an Ketten, ein Leben unter der Discokugel.

Doch was ist, wenn die Discokugel aufhört sich zu drehen?

Diese Frage stellte sich niemand. Welchen Grund sollte es dafür geben? Es fehlte ihnen an nichts! Es war die beste Zeit ihres Lebens. Ein philosophisches Gespräch führten sie damals über zwei Wochen lang. Der einzige Inhalt ihres Lebens war das Gespräch und der Briefwechsel. Ihre Briefe waren, wenn sie noch heute wären, so schön zu lesen wie die Briefe zwischen Simone de Beauvoir und Sartre.

Sie duschten sich unter einem Strahl aus dem Wasserschlauch, nackt, auf grünen Wiesen, auf Festivals. Sie tanzten unter ihrem ganz persönlichen Regenbogen. Manche von ihnen liebten sich, bei Tage und in der Nacht, als würden sie sich ein aller letztes Mal lieben. Und fand einer von ihnen den Topf voll Gold, dann teilten sie den Inhalt untereinander auf und erkauften sich damit das nächste Ticket für das nächste Festival. Gemeinsam lutschten sie an dem einen Lutscher, den jeder mal lutschen durfte, während sie den Wellen am Ufer lauschten. Wellen, erzeugt von den vorbeifahrenden Booten.

Lauter kleine bunte Boote, mit lauter winkenden Touristen aus dem Takka Tukka Land und der näheren Umgebung. Willkommene Gäste! Sie alle waren Gäste auf der niemals endenden Party. Das bunte Leben, das ausgelassene Treiben auf der anderen Seite der Stadt, zog sie alle an und oftmals auch aus.

Nackt sprangen sie ins erfrischende Wasser und manche von ihnen tauchten niemals wieder auf.

Getragen von der Strömung, abgedriftet vom Ufer, vielleicht wo anders wieder aufgetaucht, vielleicht bei den Sirenen. Ertrunken, in den Armen der Meerjungfrauen, liegend am Grund des vesandeten Flusses.

Heute höre ich das Album, schmunzle und bin voll des Glückes, während ich stolz das Cover in den Händen halte.

Die Discokugel hat aufgehört sich zu drehen, doch die Musik läuft weiter: “massiv attack – wild bunch.“ Mit der Musik erwachen die Erinnerungen an einen unvergesslichen Sommer. 

Ein verdammt heißer Sommer, der aus damaliger Sicht niemals enden würde...




Neulich an der Litfaßsäule


Dienstag, 28. März 2017

Die Freiheit in der Kunst!




Kunst, wäre keine Kunst, wenn ich nicht die Freiheit besäße, zu Schreiben was immer mir beliebt. Ich nehme mir die Freiheit heraus und tauche ab in eine Parallelwelt, wenn man denn so will, und lebe mich aus. Mein Leben, meine Gedanken, meine Worte. Mal anstößig, mal total unverständlich, total bedeppert, wie ich gerade will.

Ich bin kein Künstler, im Sinne von [...].
Die Kreativität kennt keine Grenzen, starre Formen. "Du mußt es nicht verstehen!" In der Realität würde ich viele Worte nie so wiedergeben,ist doch ganz klar. Warum sollte ich auch? Wieso? Ich tue all dies um mich auszuklinken. Einfach mal abschalten.

Manchmal entstehen dabei neue Texte und Bilder, ich produziere etwas am Rande des eigentlichen Geschehens. Primär jedoch, ist es mir egal, was da hinten raus kommt.

Solange meine Vitalität nicht darunter leidet, im Gegenteil, es mir sogar hilft meinen Alltag etwas erträglicher zu machen, zu bewältigen, solange werde ich meine ganz persönliche Ausdrucksform beibehalten und ich bleibe weiterhin treu! Sich selber treu bleiben. Alle anderen profitieren davon, denn meine Liebe ihnen gegenüber ist schier unerschöpflich.

"CAPICE?!"

MOTHER

Das Leben - Der Tod




Mein Akku ist super voll geladen! Ich habe keinen Zeitdruck und lasse mich von Nichts und Niemandem stressen. Vom Scheitel bis zur Sohle bin ich ganz ich selbst. Ich lasse mich nicht mehr verbiegen, mache mich für niemanden krumm. Mein Leben gehört ganz und gar nur mir, mir ganz allein.

Schön wäre es, doch dem ist nicht so!

Das Leben.

Die, die es mir entreißen wollten, auf dem Schlachtfeld, dort, wo all die Köpfe rollten. Die, von denen hier die Rede ist, sind wilde Wölfe. Aufgewachsen im Wolfsrudel schlug ich mich durch eine schmerz- und leidvolle Zeit. Heute weiß ich, es ging nur ums nackte Überleben.
 
Wie man heute sieht, wenn man hinschaut, trage ich stolz meine Verletzungen nach außen und entsinne mich an all die Untaten derer, die, die Perversionen noch bis heute lieben. Ich hasse sie dafür! Es sind die, die dem Teufel noch heute frönen: „Fellatio auf den Knien!“ Ganz und gar, triefend schwarz gefärbt sind ihre längst verlorenen Seelen. Diesen Zustand nennen sie: „Leben.“
 
Zugegeben, bin auch ich ein Abkömmling jener Brut. Ich weiß wovon ich spreche, denn ich spüre, meine Sinne sind fantastisch, denn ich fühle, tief in meinem Herzen, ich sehe ganz klar, was für sie unerklärlich und verborgen ist. Ich sehe die Macht des Bösen, ich sehe das Werk des Teufels, welcher mit seinem großen Genital tief, ganz tief in ihrem Anus steckt. Dabei tränen ihre zusammengekniffenen Augen, sie tränen wenn ich sie erblicke. Und ich sehe die Bosheit und ganz deutlich rieche ich die Verwesung. Der faulige Geruch strömt aus all ihren Poren.

Mir vergeht der Appetit! Tagsüber esse ich kaum noch etwas. Ich kann nichts mehr Essen. An Essen ist gerade gar nicht zu denken. So dass ich kraftlos und blass bin, so dass auch ich ein wenig verwese. Was geschieht des Nachts? Des Nachts kann ich einfach nicht schlafen, denn wenn es dunkel wird, wenn ich meine Augen schließe, sehe ich ihre Fratzen vor mir. Sie verfolgen mich und fressen mich von innen auf.
 
Den Tag beginne ich mit Gott und ich sage mir: „Fürchte dich nicht, denn es war nur ein Traum!“

Der, der durch die Hölle gehen musste, fürchtet nicht.
 
Den Hass in meinem Herzen überschwemme ich mit der Liebe in mir. Dem ewigen Quell des Lebens.
 
Schön wäre es, doch dem ist nicht so!

Der Tod.

Im Vorbeigehen wird wohl keiner erkennen, keiner von all dem hier etwas ahnen. Oh wie glücklich ich doch genau darüber bin. Am Tage lass ich mich treiben und gehe unter. Ich versinke in der zähflüssigen Masse und bin plötzlich unsichtbar.
 
Sie, die so sind wie sie sind, weil sie meinen nicht anders zu können, sie, sind nichts ahnend, sie sind erblindet und völlig abgestumpft. Sie sind tot.

Mittwoch, 22. März 2017

Zersplitterte Gedanken





Heute ist meine Seele zersplittert, kein Gozilla-Panzer-Glas, nichts hält diesen abartig brutalen Gefühlen stand. Ich lasse es an dieser Stelle mal ganz bewusst kaputt gehen, vielleicht schaffe ich es später darüber zu Trauern. 

Inspiriert von meinem zersplitterten Handy-Display - Black-Mirror hat es nicht überlebt.
Ich freue mich auf das gerade eben bestellte „Giga-Fixxoo-Reparatur-Set“- Ein neues LCD-Display + passendem Werkzeug. Vor Aufregung schlägt mein grobmotorisches Feinmechanikerherz gleich sehr viel schneller. 

Ich schaue ins Glas.

Derweil sinken die fetten Himbeeren aus dem Kühlfach zu Boden. Sie sind schwer geworden, können sich kaum noch an der Oberfläche halten. Sie haben sich vollgesogen mit einer hochprozentigen Spirituose, die ich pur nicht zu trinken vermag. Sodbrennen wäre vorprogrammiert. 

Ich nehme einen großen Schluck.

Ich trinke und ich wecke den schlummernden Geist in mir. Der Geist erwacht. Im Zwiegespräch während die Musik läuft, plätschert dahin, im Hintergrund, schwermütig und gleichsam wohltuend.

In Gedenken an...

Seltsam, der Tod meines Namensgebers liegt schon einige Wochen zurück. Tage und Wochen habe ich bis heute nicht realisieren können wer da eigentlich gestorben ist. Erst jetzt, wo mich die Muße feucht und kalt geküsst hat, halte ich kurz inne und realisiere wer da wirklich gestorben ist.

Der Tod und der Junge. Schon immer ein Thema in meinem Leben.

Ich berichtete auf dem Gehsteig Murat vom Tod meines Namensgebers und plötzlich stand er vor mir. Seine Anwesenheit war zu spüren. Ruhis Freund Murat verwandelte sich. Murat der im Gespräch wie Ruhi gestikulierte, ja sogar wie er sprach, erschrak mich sehr. Mitten auf dem Gehsteig vor unserer Haustür erstarrte ich plötzlich.

Ich stand im Regen.

Daheim, schenkte ich mir sogleich einen ein und machte die Musik ganz laut. Ganz, ganz laut fing ich an zu Weinen. Ich reiste tränennass durch die Zeit und fuhr den DeLorean DMC-12 vor Ruhis alte Kneipe, dem Gesindehauses 2. Wo er gleich nebenan sein Apartment hatte.
Diese Kneipe existierte, sie lebte! Alles ganz in der Nähe unserer Altbauwohnung im alten Arbeiterviertel. Alles geht den Bach runter. Erst jetzt realisiere ich, dass „Ruhi dayı“ verstorben ist.

Ich erhebe mein viel zu volles Glas und trinke auf Dich. Ruhe in Frieden.

Den Gebetsteppich Deiner Mutter werde ich in Ehren halten. Ich werde ihn ausrollen und nie drauf beten. Ich danke Dir für alles. In vielerlei Hinsicht öffnetest Du mir meine müden Augen. Feinfühligkeit, einen besonderen Sinn für so vieles... Du der einzige Französischlehrer im Dorf, warst maßgeblich mitbeteiligt und hast mir ein sehr außergewöhnliches Strickmuster verpasst. Gefällt mir gut! Viele Deiner Worte habe ich erst sehr, sehr viel später begriffen. Vielmehr, bin ich gerade noch dabei die Zusammenhänge zu verstehen.

Wofür ich Dir jedoch am allermeisten danke, (leider habe ich es nie zu Deinen Lebzeiten angesprochen)ganz besonders danke ich Dir für das gelbe Tagebuch. Damals hast Du es mir zu meinem Geburtstag geschenkt. Ich schrieb es voll und verlor es dann irgendwann im Laufe meines Lebens. Heute weiß ich, dass ich in dieses gelbe Tagebuch meine allerersten Geschichten schrieb. Es waren meine ersten Gehversuche.

Danke!

Nun noch ein anderes Randthema. Randthemen aneinandergereiht, bestimmen mein bewegtes Leben.  

Heute war ich beim Arzt.

Das Leben, erscheint mir nun sehr kostbar! Nein, Scherz! Vorher auch schon.

Ich kam aus der Arztpraxis, hörte die Vögel zwitschern und erfreute mich aller bester Gesundheit.
Ich werde nicht sterben. Könnte ich mir jetzt auch wirklich nicht vorstellen. Aber blicke ich zusammen mit meiner Ärztin auf meine Diagnosen, schaue ich mal ganz, ganz genau hin, so sehe ich ganz, ganz klar meine Krankheiten. Ich sehe todbringende Krankheiten aus meinen Kindheitstagen. Überwunden, ja klar, aber... Ich lebe noch und kann doch nur mit dem Kopf schütteln und mich fragen […] 

„Scheiß drauf!“ 

Um es kurz zu machen, ich mache niemanden einen Vorwurf. Frage mich aber schon: „Wie kann es denn nur möglich sein?!“ Ich bin doch heute selber Vater eines Kindes und ich weiß immer, zu jeder Tageszeit wie es meinem Jungen geht. Und im Fall der Fälle weiß ich stets wie ich zu Handeln habe.

Laut der Aussage meiner Ärztin, die da sehr engagiert und wirklich kompetent ist, dies ist keine Behauptung, ist nur eine Erkenntnis, denn Ihre Fähigkeiten sehe ich aus den Augen des Pflegers, aus der Arbeit im Seniorenheim, laut ihrer Aussage hätten meine zarten, ersten Lebensjahre sehr viel entspannter laufen können.

"Hätte, hätte Fahrradkette!"

An dieser Stelle danke ich meiner Ärztin für ihre außerordentliche Ehrlichkeit, ich weiß ihre Arbeit sehr zu schätzen.

Eigentlich ist es aber auch egal! Denn es ist, wie es ist! Ich kann es heute nicht ändern.

Ich kann damit leben. 

Ich lebe damit schon seit ich 4 1/2 Jahre alt bin. Vielleicht übertreibe ich mal wieder, denn die maßlose Übertreibung ist eins meiner Fachgebiete. Aber ich sitze quasi auf einer Zeitbombe im Standby-Modus. Ich könnte jetzt richtig aufdrehen, noch mal richtig auf das Gaspedal drücken und jämmerlich, über kurz oder lang verrecken. Diese Vorstellung klingt sehr verlockend und eignet sich bestimmt sehr gut für meine geistige Entfaltung, jedoch nicht besonders gut für meine Gesundheit. Ich übe mich gerade in Achtsamkeit einer verkapselten, schlafenden, lebensbedrohlichen Tuberkelbazille gegenüber. Ich werde meine vernarbte Lunge schonen und die Tuberkuloseerreger werden friedlich bis ans Ende meines Lebens weiter schlafen.


Die Tuberkulose ist nach wie vor ein sehr aktuelles Thema und  gehört heute noch zu den Top-Import-Produkten aus der Türkei. Hoch ansteckend, wie in meinem Fall kann sie sogar einhergehen mit einer ausgeprägten Meningitis (Hirnhautentzündung). Die Meningitis ist übrigens der Grund dafür, dass ich seit meinem fünften Lebensjahr eine Brille tragen muss. Von meiner Lunge direkt in mein gef*****s Gehirn. 

Geile Scheiße! 

Ich erfreue mich heute aller bester Gesundheit, ich habe es nun nach all den Untersuchungen der letzten Woche schwarz auf weiß. 
Ich weiß das Leben, sehr, sehr stark zu schätzen. Ich liebe meinen Sohn, meine Frau und ich gehe für sie bis zum Äußersten. Gesundheitlich gebe ich alles, um die von Gott gewollte Zeit und die Zeit, die ich selber beeinflussen kann zusammen mit den Menschen die ich liebe zu leben. 
“Blood of my blood“

Leider gibt es in meinem Umfeld Menschen, oder anders ausgedrückt, es gibt zombieartige Kreaturen, die mich anekeln, die mich, meinen Intellekt zu tiefst beleidigen.

An dieser Stelle, gebe ich diesen Kreaturen einen neu aufgelegten Arbeitstitel. Nur für euch, weil ich euch in Wirklichkeit so richtig verabscheue, jeden einzelnen von euch, wirklich, ihr könnt es mir glauben, ganz ehrlich, auch du kannst es mir glauben:


“F * * K U!"

Hast du es denn immer noch nicht verstanden? Na dann, noch einmal, nur für dich, ein ganz exklusives:

“F * * K U!“

Gerade ist mir aufgefallen, dass meine Gedanken der letzten Tage, um längst verstorbene Personen kreisen. Puh, sehr dunkel, sehr schwer zu ertragen. Menschen die mitbeteiligt waren, sie leben in mir weiter. Ob dies nun gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt.

R.I.P.

Abschließend möchte ich noch etwas anmerken. Ich weiß gerade nicht wirklich woher die vielen Worte kommen. Wodurch genau sie erwachten, aus welcher Quelle sie sprudeln, ich bin gerade selbst ein wenig, aber nur ein wenig, erschrocken darüber. 
Ich habe null Checkkung! Doch ich denke viel, und gerade jetzt denke ich an meine Herkunft, und so denke ich:

„Das einzige orientalische an mir, sind die leckeren Chipsfrisch Oriental von funny-frisch auf meinem Tisch!“

Montag, 20. März 2017

Rolf Le Rolfe


Löcher im Kopf



Eigentlich wollte er heute früh zu Bett gehen. Was geschah? Es war so, er wollte und wäre auch ganz bestimmt, doch einmal Platz genommen, einmal die Musik von seinem allerliebsten Platz aus gehört, geschah es von dem einen Moment zum anderen Moment. Eine bombastische Basswelle trug ihn hinfort. Er ritt auf ihr und so entstand...

...ganz ohne Sinn und mit nur ein wenig Verstand der nun folgende Text.
Der Typ, der die Wände nach Löchern absucht, wo ist er, ist er verzogen? Der Typ zieht die Dübel heraus und spachtelt alle Löcher zu. Mit großer Sorgfalt gibt er sich dieser Aufgabe hin. Zu wem ist er gezogen? Dieser Typ, von dem hier die Rede ist, hasst all die kleinen, großen und nicht groß, nicht klein, mittelgroßen Löcher in den Wänden. Ganz egal ob einfach nur tief, oder ganz, ganz tief. Wo ist dieser Typ denn nun hin? So viele Löcher und keiner da der sie zuspachtelt.

Die vielen Löcher in den Wänden sprechen ihre eigene Sprache. 

Derweil erfreuen sich die unterschiedlichsten Löcher tag ein tag aus, sie genießen ihren Frieden in den großen, leeren Räumen, in einer leerstehenden Altbauwohnung. Die Löcher erzählen sich die verrücktesten Geschichten. Manche von ihnen klagen noch heute über die schweren Regale, mitgetragen von dicken Schrauben, hineingedreht in noch dickere Dübel, gehalten, mehr schlecht als recht, in den sandhaltigen, krumm und schiefen Wänden.


Groß und geräumig, sonnendurchflutete Räume, mit einem Erker zur Straße hin. Zu klein für vier Kinder. Vier Kinder, welche benannt sind nach den Teenage-Mutant-Ninja-Turtels. Doch dies nur am Rande.
Und nun zurück zu dem Typen mit den Löchern in Kopf.

Auf der Suche nach Löchern in den Wänden stürzte er in ein Loch im Boden.

Keiner der Löcher aus der Altbauwohnung war überrascht, als sie davon hörten. Er stürzte in ein Loch im Boden.
Übrig blieben lediglich nur die Gedanken eines völlig verrückten Mannes. "Völlig verrückt ist voll ok!", dachte sich dieser Mann, während er des Nachts vor dem viel zu hellen Bildschirm des tragbaren Computers saß. Dort saß er am Tisch und tippte den letzten Satz seiner verrückten Geschichte.

tschick

Sonntag, 19. März 2017

Stromkästen



YOGA


© copyright by HENNA

Ein Tag am Meer




Wer ab und an mal auf meinem We"Blog" vorbeischaut, wer hin und wieder mal hier verweilt, der sieht, dass ich gerne schreibe. Gut oder schlecht, sei mal dahin gestellt, denn darum geht es mir auch nicht. Fehlerhaft, grammatikalisch super-korrekt ausgedrückt, darum geht es ja auch nicht. Ich habe keine Person die mich korrigiert, möchte ich auch echt nicht haben.

Mein Blog lebt!

Ganz einfach, weil ich nicht tot bin und gerne weiter leben möchte! Ich schreibe gerne, weil es mich von ganz tief, von innen heraus sehr stark bereinigt. Ich bin rein, rein von was auch immer. In dem Moment wenn ich alles gesammelte, wie ein Müllmann, Tonne für Tonne, als eine Große Ladung in der Müllverbrennungsanlage ablade, in dem Moment geht es mir einfach gut. Darüber hinaus, geht es mir einfach nur gut, wenn ich fast tagebuchartig, in regelmäßigen Zeitabständen meinen Text verfasse. Nachhaltig, wirklich, manchmal sogar über mehrere Tage hinweg.

Wie dem auch sei, heute ist mal einfach alles in Ordnung. Wir, damit meine ich, meine Familie und ich, haben alles gut gemacht. Trotz akuter Krankheiten, trotz grauem Himmel, Regenschauer und all dem so wieso schon fast unerträglichen Einflussfaktoren, die ständig auf mich wirken, wie eine Dauerbestrahlung Radioaktivität, Themen die mich beschäftigen, die ich gar nicht näher erläutern kann/möchte:

„Alles in Allem, geht es uns gut!“

Es ist wieder einmal spät in der Nacht und ich könnte jetzt einfach weiter schlafen, ich will aber wider meiner Natur nicht schlafen, weil ich jetzt ganz einfach und bewusst mal die Ruhe genieße.

Wie unglaublich ruhig es gerade hier im Haus doch ist. Fast erschreckend ruhig, so dass ich immer wie auf dem Sprung bin und die Musik einschalten möchte, weil ich die Ruhe nicht ertragen kann. Aber nachdem ich mich dazu gezwungen habe, einfach sitzen zu bleiben, um darüber zu Schreiben/Reflektieren, erkenne ich und nehme wahr.

Wahrnehmung.

Ich nehme mich wahr und es tut mal gut. Zur Abwechslung nehme ich gerade jetzt sonst niemanden wahr, ich bin ganz nah bei mir.

Sehr, wirklich sehr anstrengende Tage liegen hinter mir, doch es ist mir egal, denn sie liegen, wie bereits erwähnt, hinter mir. Nun bin ich im Hier und Jetzt angekommen, konzentriere mich auf mein Wirken, auf jetzt.

Es ist herrlich, denn es fühlt sich an wie eine erfrischende Dusche, draußen, im Sommer, nach einem Tag am Strand, im Meer.

Gerade jetzt wasche ich mir, daheim angekommen, das salzige Meerwasser unter einem wohlig warmen Strahl Süßwasser ab. Der Tag am Meer war wirklich sehr, sehr schön, die Dusche draußen, bevor ich das Haus betrete, tut wirklich sehr, sehr gut.

Das Leben ist manchmal ganz einfach, nur schön.

Mittwoch, 15. März 2017

No Comment!


Was kam nach Sputnik?



Leute kommen,Leute gehen.

Viele schreiben/tippen, wie wild auf der Tastatur, manche kritzeln auf Notizblöcke, auf Fliesen mit einem Edding, manche nutzen Word, manch andere LibreOffice. Was bleibt, was wird konserviert? Ich trinke guten Wein, und habe doch keine Ahnung! Trocken, alles zerfällt irgendwann zu Staub. Ich kann nicht mehr, und kann doch noch so, so viel. Schon wieder einmal tippe ich gegen die Zeit, ohne Kabel, ohne ein Sicherheitsnetz, die Restzeit des Akkumulators ist gegen mich, wie lange noch, wie lange werde ich wohl heute durchhalten? Schnell mal zwischendurch abspeichern.

Datei gespeichert.

Weiter geht es. Betrunken, nicht wirklich, sonst könnte ich nicht, aber sehr gut angetrunken. Ich komme gerade von einem Poetry-Slam sondergleichen. Hat mir sehr gut gefallen. Wieso nicht immer so?!

Viel zu selten gönnt sich der ein oder andere solch einen Spaß. „Unter-Hall-Trunk“, auf aller höchstem Niveau. Scheiße war der Junge gut. Seine Gitarre war echt krass verstimmt, es tat in meinen Ohren weh, aber egal. Kunst! Die Kunst! Ein Künstler! Ach wie schön kann doch das Leben unter solch farbenfrohen Menschen sein.

Sehr schön, ganz schön bunt, krasse Farben, kann ich nur an dieser Stelle sagen. Ohne ein außergewöhnlicher Mensch zu sein, ganz ohne Super-Helden-Fähigkeiten, ich bin einfach nur ich selbst und lasse die Energie nun fließen. 

Ich kann nicht anders als ich selbst zu sein. 

Alles andere ist zermürbend und extrem anstrengend zugleich. Alle Menschen in meiner kleinen Umgebung, die mich nicht so sehen, die mich nicht einordnen können, weil ich nicht eingeordnet werden will, alle kriegen oftmals ein „FUCK U“ von mir zu spüren oder sogar zu hören.

Heute ist sie trans, morgen ist er gay, übermorgen sind wir alle noch immer ein Mensch. Wir sind, weil ich bin und auf dich wirke. Ich bin so wie du, weil auch du auf mich wirkst. Durch den einen, sind wir alle miteinander vereint. Ist mir scheiß egal, ob du willst oder nicht! 

So ist es eben.


Es gibt nichts schöneres als diese, eine Erkenntnis. Es ist ganz einfach. Wenn ich heute gehe, wird es morgen noch da sein. Es wird da sein, heute, morgen und für alle Ewigkeit!

Scheiße!

Manchmal kann es so einfach sein und doch erscheint es uns so unwahrscheinlich, so kompliziert. 

Ich wachse heraus aus der Rolle des Kindes, ich wachse hinein in die Rolle, des Erwachsenen-Ich, rapide geht es nun ab zum alten Menschen: es ist der Mensch, der von uns allen geschützt werden muss. Denn es ist der alte Mensch, der mehr und mehr an den Rand unserer erfolgsorientierten, gottlosen Gesellschaft gedrängt wird.


Ich verfluche euch alle und so naiv wie ich bin sage ich einfach nur:


"f*** all y'all, f*** all y'all"




Montag, 13. März 2017

"Buenas Noches"



Gar nie wieder, nie wieder, keine Träume mehr! Nie wieder schlafen. 

Insomnia.

Ich fliege in Mitten der Nacht über die Tasten.

Im Stakkato.

Meine Worte, wie wild, ein Tanz, mein Tanz, ganz allein, wie im Wahn! Der letzte Tango, in dieser Nacht. In wenigen Minuten wird der Akkumulator seinen Geist aufgeben, tief schwarze Dunkelheit.

Black Mirror.

Doch vorher noch diesen Text, einfach um besser schlafen zu können, in der Hoffnung besser zu träumen, wird wahrscheinlich nicht eintreffen, ist mir aber auch schon fast egal. Lieber die schlimmsten Alpdrücke, als nie wieder träumen zu können.

Ich bin im Besitz der Freiheit.

Ich darf schreiben, verrückt, tippen was immer ich will, wann immer ich will, meine Gedanken fließen, ohne zu wissen wohin, die Freiheit besitzen, in der Hoffnung, im Kontakt, sehe ich mich selbst und schreite voran.

Ich wage einen Blick in die Welt, ich sehe mich im Lummer-Schlummer-Land, im Mürü-Bürü-Tal, dort suche ich, auf der Suche verliere und vergesse ich.

Wieso ist denn plötzlich alles so still?

Eine schaurige Fratze, direkt vor mir, starrt mich an. Schweigend, ich frage mich nur warum? 

Stille.

Ich verabscheue die Stille. Macht mich so unsicher, verängstigt mich. Ich schalte die Musik ein und drehe den Lautstärkenregler viel zu weit nach rechts. Tiefenentspannt, beim Klang der Musik. Die Schalwellen streicheln ganz zart meine stark erregte Seele. Der Gitarrenklang ist so schön und lädt zum Träumen ein.
  
"Buenas Noches"

 

Donnerstag, 9. März 2017

High off the Fame - Candyman ft. Snoop Dogg

100 Tage!!!




I FEEL GOOD!!

Einhundert Tage sind vergangen. 

Keine einzige Zigarette habe ich seither geraucht, genau so wird es auch in meiner rauchfreien Zukunft weitergehen. Bzw. bevorzuge ich sehr viel lieber das Laufen. Endlich wieder in Begleitung. Zusammen läuft es sich besser, alleine ist es aber auch nicht schlecht!


Meine ganz persönliche Zwischenbilanz:

100 Tage rauchfrei:

Geld: 355,72 €
Zigaretten: 1205
Zeit die ich dazugewonnen habe: 5 Tage



Wer hat sein Herz verloren?!


Freitag, 3. März 2017

Was kommt da geflogen?




Ein Storch, im Schnabel, überproportional, trägt er die frohe Kundschaft.

Schwingen, decken die Dächer der vorbei gleitenden Häuser in Schatten. Die durchbrechende, alles verdrängende Morgenröte, verleiht der dreckverkrusteten Stadt einen ganz besonders schönen Antischam. 

 Die Sehnsucht nach den wärmenden Sonnenstrahlen und der ganzen Blütenpracht, macht sich in mir breit. Der Frühling ist so nah, doch zum Greifen noch zu weit.

Ein Müll sammelnder Bruder tippelt derweil vorbei an einem städtischen Mülleimer, geradewegs zu einem kontaminierten Sammelbehälter. Wie Soldaten, aneinandergereiht, hinter dem hiesigen Krankenhaus, dort stehen sie, jene Sammelbehälter. Dort schnüffelt der Tippelbruder im Müll der erschreckend großen Psychiatrie einer viel zu kleinen Großstadt.
 
Ein Schandmaul kommt des Weges und zerreißt sich sein Maul über jenen traurigen Anblick. Ein alltäglicher Anblick. Wie eine Szene aus einem Film, der erschreckend realistisch auf mich wirkt.
 
In diesem Leben, süß wie türkischer Honig, schleckt der eine, dem anderen, den weltbesten, leckersten Nachtisch der Welt, einfach so vom Teller.
 
„Scheiß doch auf den Nachtisch!!“, denkt sich einer, der über all diese Missstände einfach so hinweg segelt. Er gleitet wie ein Mauersegler durch die abgasverseuchte Luft.
 
Es ist schwer, in Zeiten wie diesen nicht den Verstand zu verlieren. Wobei Verluste durchaus mit eingeplant wurden, fürchten sich am aller meisten die grauen Stadttauben über jeden noch so kleinen Verlust. Sie stopfen, fressen in sich hinein, bis sie sind voller Ängste. Sie werden verfolgt von immer wiederkehrenden Alpträumen.
 
Die Meisen jedoch, so zwitschern all die anderen Vögel, haben da eine ganz andere Vorgehensweise.

Doch viel mehr, weiß auch ich leider nicht!

Plötzlich verstummt das Gezwitscher und die ganze Vogelschar blickt hoch hinauf und erblickt über ihren kleinen, gefiederten Köpfen einen überdimensional großen Storch, wie er mit einer frohen Kundschaft im Schnabel über jene dreckverkrustete Stadt einfach so hinweg fliegt. 

The Residents