Montag, 27. Februar 2017

Eisenbahner-Romantik!


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Von Sonntag auf Montag




Ich mag noch gar nicht so recht daran denken, realisiere es aber jetzt. Mein Urlaub neigt sich in ganz großen Schritten dem Ende zu. 

Wow! Die Zeit, sie rast! 

Rastlos, irrte ich damals umher und die Zeit schien mir wie erstarrt zu sein, einfach stehen geblieben. Was ist geschehen, was ist heute?! Wer oder was hat sich verändert? Ich empfinde alles so anders, so sinnerfüllt. Jedes meiner Worte, jede Handlung ergibt einen Sinn, etwas unbeschreibliches, zusammenhängendes, ein miteinander kommunizierendes, sehr lebendiges, wie ein Schwarm. Schwarmvögel im Winter. Mein Leben, in geregelten Bahnen, mit wohlklingenden Klängen aus einer HiFi-Anlage sondergleichen. 

Mein Leben 2.0 erscheint im neuen Glanz. Eine ganz neue Farbe.

Alpina Feine Farben No. 23 „WOLKEN IN ROSÉ“ - Verträumtes Graurosé 

Premium-Wandfarbe in romantischem Rosé

"Ein verträumter, aber durchaus erwachsener Romantiker: Zwar hat die Farbe durch den Hauch von Rot ein sanftes, feminines Wesen, doch statt sich betont lieblich zu geben, erschafft dieses grau-nuancierte Rosé eine tiefsinnige, klassische Wirkung."

Wer zum Teufel denkt sich nur so einen Text aus? Diese wunderschöne Umschreibung einer so beeindruckend schönen Farbe, dieser Text ist ja fast noch besser, als der eines Gruß- und Wunschkarten-Autors. Ich falle gleich aus allen Wolken.

Ich blicke die Wand an, während sich das heilige Vinyl auf dem federgelagerten Plattenteller dreht. Es läuft gerade ein Album von “The Chicago Transit Authority“- einfach grandios! Und dazu ein Hauch von Romantik in Rosè. Was will ein Mann meines Alters denn mehr. 


Alles in Allem lässt sich dieser Zustand sehr gut in Worte fassen. Glück und Zufriedenheit! Einfach mal die Fresse halten, zurücklehnen, den Sound genießen, das Knistern und die Freude wahrnehmen. Ich lasse mich inspirieren, sammle Kraft und schmiede neue Pläne für den nun nahenden Umschwung: Beruflich und vor allem hier, daheim, ganz privat! Ich, der „wilde Stier“ von damals, bin gerade im “Super-Morph-Modus“. Alles was um mich herum geschieht nehme ich so klar wahr und wahrhaftig an, ich sauge es auf wie das supersaugfähige Inkontinenzmaterial, mit dem ich tagtäglich arbeite.
Nur am Rande, ich liebe meine Arbeit, ich liebe das schutzwürdigen Biotop, die einmaligen Erfahrungen und Erkenntnisse in der Seniorenarbeit, die sehr viel mehr als Aufgabe aufgefasst werden sollten. Ich wachse an den Aufgaben vor denen ich gestellt werde. 

Zudem rattert mein Kopf gerade scheinbar ununterbrochen. Vergleichbar mit den Industriemaschinen an denen ich damals arbeitete, die ich rund um die Uhr programmierte, einrichtetet und nonstop neue Teile produzierte. Gerade jetzt produziere ich wieder ganz, ganz, ganz viel. Das Resultat meines Werkes heute, ist in keinsterleiweise vergleichbar mit den genormten, maßgefertigten Maschinenbauteilen längst vergangener Tage!

Nun nutze ich endlich die Werkzeuge, die ich schon seit meiner persönlichen, wildesten „Sturm-und-Drang-Zeit“ ganz nah bei mir trage. 

Ich liebe diese Epoche. 

Leider habe ich früher viel zu selten meine Fähigkeiten genutzt, oder ich vergaß schlicht und einfach zu welch wundervollen Taten ich fähig sein kann. Die Rudimente unsichtbarer Kräfte im Schlummer-Modus, weckten die natürliche Neugier in mir.

Ganz lange Rede, ziemlich kurzer Sinn.

Mentale Stärke, ein gesunder, ungetrübter Menschenverstand, gepaart mit ein wenig IQ. Viel Grips ist gar nicht notwendig, sondern eher hinderlich. Und dann, dann wird es schon klappen. 

Es klappt schon, nun geh schon!“ 






Freitag, 24. Februar 2017

Neulich vor dem Kühlschrank


Title Design

Gedanken nach dem Sturm 1



Der Sturm, der Wind, die wild gewordenen Gedanken der vergangenen Nacht zerren und reißen an den Rollläden.
Es ist vorbei, schon längst vorbei! Alle Anderen, außer mir, nutzen die Nacht um zur Ruhe zu kommen. Sie schlafen, während ich hier wache. Ich wache über jene die im Lummerland schlummern und süße Träume träumen.
Mein Kaffee ist handgebrüht, gekocht, wie auch immer, mein Kaffee schmeckt, bitter. Duftet herrlich und schmeckt famos mit einem Klecks Wildblüten-Honig. Ich schlafe nicht, ich wache, denke und lenke meine über die Jahre verwilderten Gedanken in die richtigen Bahnen.
Überhaupt, in meinem Universum gibt es kein Richtig, kein Falsch. Es gibt das Leben, den Tod und noch ein wenig mehr.

Gedanken nach dem Sturm 2



Meine Worte gehen nun an die, die gerade in diesem Augenblick im Sterben liegen, die, die es bereits geschafft haben, einst erzählten sie mir ihre Geschichten. Sie sind in meinem Herzen. Sie sind tief, mit mir verwurzelt und vereint.

Wir sind eins, denn ich weiß wo sie herkamen. Wie schön, dass unsere Wege sich kreuzten, und ich sie nun hier erwähnen darf. Ich weiß es, denn von ihnen habe ich es gelernt. Ich spürte es und spüre es noch heute, die wahre, die einzigartige Macht, nenn sie doch wie es dir beliebt, ich weiß, wir wissen, meine Seelenverwandten und ich, ob nun schon verstorben oder lebendig im Sterbebett liegend:
 
Ganz egal wohin du gehen wirst, wo du bist und woher du damals gekommen bist:


“Ich liebe dich und deines Gleichen - vaya con dios!“

Gedanken nach dem Sturm 3






Das Leben nahm mich hart und kräftig. Es zwang mich auf die Knie zu gehen. Sehr Schmerzhaft! Das Leben, es zwang mich von meiner Kraft gebrauch zu machen. Die Kraft, mein heutiger Kompass, der Wegweiser und Begleiter durch triefend schwarze Tage und Stunden. Mein Wegbegleiter, der Reiter durch die Nacht, wies mir den Weg in das gleißend helle Licht hinein. Ich meine nicht das Licht der fluoreszierenden Neonbeleuchtung, den künstlichen Schein in der völligen Dunkelheit.
 
Das Licht, welches in mir scheint, welches brennt, an manchen Tagen ist es aber auch wie der Sturm. Wie der Wind, der wild an den Rollläden reißt und zerrt. Das Licht, die Kraft, sie ist die Quelle allen Lebens und noch darüber hinaus.
 

Um diese Worte zu schreiben brauche ich keine Psychopharmaka der ganz, ganz armen Seelen. Ich muss nicht tief in die Tasche greifen, muss nichts der dreckigen Hand entreißen.
 

Nichts dergleichen beflügelt meine Worte.
 

Denn ich bin rein, denn ich bekenne mich selbst für Schüldig! Schüldig!


Der Türke mit den vielen Ü´s in jedem Satz, in vielen Worten, der Türke vom Bosporus in Istanbul, dem Ort meiner Ahnen, der Türke, er ist hellwach. Er ist wie der Wächter, in der Nacht, während dort draußen der Sturm noch lange tobt.
 

Mein Herz, meine Seele und Aldi Verwandten, ganz egal ob unter der Erde, über der Erde oder im Universum, kräftig und stark, ein Erbe, mein Blut, unbezahlbar, eine Erkenntnis, welche mich geläutert hat.

Ich für meinen Teil, gebe es nur weiter. Ich vererbe es, ob er will oder nicht, noch weiß er es nicht, spürt es aber ganz deutlich. Und so schließt sich der Kreislüüf des Lebüüns.


Die Bühne steht, das Parkett wurde von mir gewachst und gebohnert, und ist mein Schein verblasst, dann, spätestens dann, wird er die Bühne betreten!





Gedanken nach dem Sturm 4





Mehr Kaffee, dampfend heiß. Weniger Honig, dafür mal ein Glas stilles Wasser.
Meine grob gestrickte Wollmütze spendet mir die nötige Wärme, hält meine Gedanken warm und stets beisammen. Meine Finger sind sehr gut durchblutet, mein Körper ist größtenteils gereinigt, befindet sich partiell sogar noch im Selbstreinigungsprozess.
Doch meine Gedanken, schwarz, vor weißen Hintergrund, meine Gedanken sind so richtig schön melancholisch, so richtig schön schwermütig. Ein Gefühl von Geborgenheit in einem unwirklichen, leicht feindlich gesinntem Umfeld. Einfach nur schön!

Gedanken nach dem Sturm 5


Hier fühle ich mich wohl, hier möchte ich verweilen!
 
Die Schwungfeder meines Seins, ja mehr noch, der Grund meiner Existenz, so simpel und doch so verdammt kompliziert. Ein Paradoxon. Ein Sumpf, ein Strudel, die beste Zeit für die Geburt neuer Texte, neuer Antihelden. Sie erwachen, steigen auf, wie Phönix aus der Asche. Sie gehen unter, durch die Schwäche, menschlichen Handelns. Herrlich, ach wie schön es doch ist, Mensch zu sein!


Allesfresser, Abschaum, aus Lehm und Schlamm geformt und nichts weiter als Dreck.
Scheinbar, oder vielleicht auch nicht?! Besoffen, besudelt, torkeln wir dem Leben entgegen.





Gedanken nach dem Sturm 6


Die Gefühle ebben ab. Die Worte bleiben aus. An dieser Stelle hätte ich mich warm angezogen, Jacke, Schal. Ein ZIPPO, das Zigarettenetui und viel schädlicher Qualm auf dem Balkon.
 
#Andere Zeiten.
 
Was ich stattdessen machen werde: Ich lege jetzt noch eine Platte auf. Ziehe mir „Vangelis“ über meine Kopfhörer rein und ich freue mich. Ich freue mich über die Musik, die Möglichkeiten die ich habe, die ein Jeder hat, ganz einfach, ganz simpel, ich freue mich über die Inspiration, über meine lieben Freunde, über Menschen die ich auf meinem Weg getroffen habe, die ich noch treffen werde, ich freue mich auf den Frühling, den Sommer und ganz besonders auf den Herbst.


?No Title!


Dienstag, 14. Februar 2017

Samstag, 11. Februar 2017

Endlich angekommen!!

 

Es ist wahr geworden! 


Ein Umzug sondergleichen, ganz ohne Umzugsunternehmen, dafür mit vielen lieben Freunden. Begleitern, Menschen die mit dir zusammen durch das Leben deiner Wahl gehen. Und wenn es mal richtig sperrig und schwer wird, dann wird in die Hände gespuck: „Vier Mann, vier Ecken!“ Und zusammen trägt man die Last. Der eine mehr, der andere etwas weniger. Worum es dabei geht? Gemeinsam die Schwere zu erdulden, zwischendurch mal ein Mett-Brötchen essen, und dann weiter machen. Ich bin so unglaublich dankbar: 

MUCHAS, MUCHAS GRACIAS!!“ 


Umzuziehen ist ja wirklich nichts Schönes. Ich meine den Vorgang des Umzugs, nicht Fasching, kein Karnevals-Umzug, ich meine so richtig.Vom aller ersten Karton bis zum Letzten. Mit Unmengen an Prüll (wie der Paderborner sagt). Noch schlimmer als Prüll, sind Bücher ? Kartons, teilweise so voll mit Büchern bepackt, dass ich ohne meine rote Sackkarre am Treppenabsatz gestorben wäre. Doch so ist es eben! Nun ist es endlich Geschafft, und wir freuen uns gemeinsam auf die Zeit, die uns bevor steht.


Was wird die bevorstehende Zeit wohl mit sich bringen?


Im Jahr des „Feuer-Hahns“ steht ein hochmotivierter, feuerspeiender Hahn auf dem Hügel, ganz aus Tierdung: „Kikerikieeeee! Kikerekieeee!!“ Und dabei blickt er, im Schein der aufgehenden Sonne, auf einen fruchtbaren Garten. Einer von sehr vielen Gärten auf Gottes Erden.


In Mitten der Stadt: „Wo sich andere vielleicht fragen würden, wo ist hier die Stadt. Vielleicht dort drüben, in Richtung des hohen Doms?“ Nun ja, hier, wo ich heute Morgen aus einem Traum erwachte, wohnen wir fast im Schatten des hiesigen Doms und erfreuen uns über den Anblick, und wenn es nur ein ganz kleines Stück von dem neuen Kupferdach ist, an dem mir stets die Patina fehlt und bis zum Ende meines Lebens fehlen wird.


Hier in Paderborn haben wir sogar einige Touristen.


Neulich im Viertel bei „Bäcker-Otto“, vor der Ladentheke stand eine ganze Gruppe Touristen. Sie standen dicht an dicht gedrängt direkt vor mir. Ich schloss mich ihnen an und gemeinsam freuten wir uns über die sehr stark begrenzte Auswahl an Teigwaren aus Meisterhand. Ich liebe es mit meinem Sohn, fünf Minuten vor Beginn des Kindergartens, vor der Theke bei Meister-Otto zu stehen. Keine Diskussionen! 

Zack rein, zack raus.

Auswahlprobleme sind definitiv ausgeschlossen. Nimm was da ist, alles andere hat sich vielleicht schon ein dich freundlich anlächelnder, verirrter Tourist geschnappt. Du lächelst freundlich zurück, wünschst noch einen angenehmen Aufenthalt in Paderborn, dort wo der Hund verfroren, morgens halb neun in Westfalan.

Die Stadt meiner Eltern.

Im Herzen ihrer „Wunsch-Neuen-Haimat“, bin ich geboren und niergendwoanders möchte ich sein. Hier lebe ich. 

Schrecklich hart wurde ich niedergeworfen und sanft von den Schwestern eines katholischen Krankenhauses aufgefangen. Mit dem Geruch von Weihrauch in der Nase, harrte ich aus, bis ich endlich am dritten Tag meines Lebens zu meiner Mutter durfte.

 

Seit mehr als achtunddreißig Jahren lebe und arbeite ich hier. Ich bin, na wie soll ich es ausdrücken, voll des Glückes, äußere an dieser Stelle meine Dankbarkeit und blicke voller Wohlgesinnung in die Zukunft. Auch wenn diese Zukunft nicht wirklich einfach sein wird, so erfreue ich mich fast täglich, an den einfachen, schönen Dingen des Padernorner-Lebens!