Freitag, 20. Oktober 2017

Stille!



Also wenn ich etwas weiß, dann weiß ich sehr wohl, dass es sehr bald, sehr still sein wird. Absolute Stille. Nicht einmal mehr der leise im Hintergrund, fröhlich, konstant in einer Tonlage pfeifende Tinitus, wird dann noch zu hören sein. Stille! Ach herjemine, wie sehr ich mich doch genau danach sehne. Lärm, nichts als höchst gesundheitsfeindlicher Lärm um mich herum. Ich kann es nicht mehr hören. Von allen Seiten, Lärm um mich herum! Gut zu wissen, dass dem nun sehr bald die absolute Stille folgen wird.

Stille, nur Stille, nichts als Stille.
 
Was meine ich wohl mit den vorhergegangenen Worten, den Sätzen, scheinbar nicht sehr viel sagend, vielleicht sogar einfach nur sinnfrei in der Bedeutung.Ich weiß es doch selber nicht. Ich tippe ohne nachzudenken. Ich denke nicht, scheinbar. Scheinbar, so erwähne ich, voller Entsetzen, wird viel zu selten etwas wirklich tiefgründiges gesagt. Scheinbar lügt das Schwein. Er lügt mich an, ich lüge sie an, gemeinsam lügen wir uns ständig während, im Kreis drehend, an. Wir lügen, weil wir leider alle lügen müssen. Aus, an, aus und wieder an. Schalter, in der Reihe, und manchmal parallel geschaltet. Es ist ein furschtbarer, grauenhafter Automatismus, da stell sich doch mal einer vor: Die einen sind die Nullen, die anderen sind die Einsen. Null-Eins-Null-Eins-Null-Eins-Null [...] Unter all den daher gesagten Worten, leicht, sich im Nichts auflösend, wie grässlich schmeckender, löslicher Kaffee. Wie ekelig! Eine absolute Verschwendung, alles nur Konversationen aus unendlich vielen Konserven. Nicht einmal aufgewärmt, nicht einmal lauwarm, kalt, eiskalt. Nichts ist mehr frisch, alles gab es schon einmal. Dies und jenes, es hat alles schon einmal gegeben. Der ganze Dreck wird von Zeit zu Zeit nur unbenannt. Es erscheint im neuen Glanz, für kurze Zeit, doch dann, was dann? Es erlischt. Erloschen. Pfutsch. Verschluckt und wieder ausgekackt, vom Vakuum verschluckt, weg. Doch Kacke bleibt Kacke. Ganz egal. Ein wenig Glitzer obendrauf und aus einfacher Kacke wird schnell Glitzer-Kacke. Doch Kacke bleibt, wie bereits erwähnt, einfach nur Kacke.
 
Kacke, denn ich kann einfach nicht schlafen.

Kacke, denn ich bin so was von im Arsch. Vom Vakuum verschluckt. Den Schlund hinunter gerutscht. Geradewegs durch alle Windungen des Darmtrakts. Heraus, heraus, ich will einfach nur noch raus. Schreie es ganz laut in mich hinein. Geschluckt werden und selber schlucken. Geradewegs durch alle Windungen des Darmtrakts. Heraus, heraus, ich will einfach nur noch raus. Raus aus der sich ständig wiederholenden Endlosschleife. Raus, raus, […]

Müde.

Müde und doch schlaflos. Ich denke mir dies und denke mir das und heraus kommen Sätze wie diese: „Fickt euch doch alle!“ Vielleicht beende ich aus genau diesem Grund meine zehnjährige Blog-Karriere bei Googels Blogspot. „Fick Google!“ Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Fickt Google vielleicht dich, oder mich, oder wir uns? Fakt ist, es ist vorbei. Das Bloggen bereitet mir keine Freude mehr. Ich möchte nicht mehr in meiner Schreibwerkstatt alleine sitzen, auf den Monitor starren, ich möchte nicht mehr still schweigend Zeile um Zeile mit schwermütigen Worten füllen. Am allerliebsten möchte ich es den Menschen direkt ins Gesicht schreien. Doch ab dem Punkt an, wäre ich nicht mehr gesellschaftskonform. Meine mühevoll errichtete Konformität wäre absolut fürn A***h. Wäre schön, schön blöd, ganz schön blöd sogar. Darum werde ich mir eine neue, ganz persönliche Kunstform überlegen, überlegen müssen. Ich muss denken, so viel denken, fast zwanghaft, denken. Stets gefangen in der Endlos-Gedankenschleife.Eine neue Form, was brauche ich wohl dafür? Vielleicht, vielleicht werde ich genau dafür Fragmente meiner alten Texte verwenden. Verwenden müssen. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.

Fakt ist, es ist vorbei.

Und siehe da, tatsächlich, ich lebe noch. Es ist vorbei und ich lebe immer noch. Ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten. Ganz ehrlich, wie kann das denn nur sein.

Was um Himmelswillen ist geschehen?

Es ist so viel geschehen, es wird auch noch ganz viel geschehen. Es wird nie aufhören. Es wird nur alles anders werden. Alles verändert sich, ständig, immer fortwährend, am Tage und in der Nacht. Nichts ist mehr so wie damals. Früher, als scheinbar alles noch so viel besser war. Nichts, rein gar nichts war besser, es war nur anders. Anders ausgedrückt, ich werde alt. Ganz kuriose Gedanken kreisen um meine alltäglichen Gedanken herum. Ich verpacke mich, denn auch ich bin ein Verpackungskünstler, nur anders. Ich packe mich ein, dann packe ich mich wieder aus. Die rote Schleife, das schöne Verpackungsmaterial, die äußere, hauchdünne Haut, landet im überquellenden Müll.

Müll. Müll. Müll.

Was bleibt, nackt und unverpackt, pur und ungenießbar, ich.

Ich. Ich. Ich.
 
Ich sterbe jetzt. Und genau jetzt werde ich wieder geboren. Genommen, gegeben, gewinnen, verlieren. Gerade schien noch die Sonne, es war Sommer und wir badeten nackt am See. Wir waren jung, wir hatten Spaß. Jetzt, die Blätter fallen von den Bäumen, rapide. Es regnet, es bedrückt mich, es zwingt mich in die Knie. Es hat seinen Reiz verloren. Absolut reizlos! Ich falle. Ich stehe auf. Ich gehe weiter. Ich gewinne. Heute habe ich gewonnen. Morgen, morgen werde ich verlieren, phantasieren, delieren. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.

Wer weiß?

Ich weiß nur, dass es sehr bald, sehr still sein wird. Absolute Stille. Nicht einmal mehr der leise im Hintergrund, fröhlich, konstant in einer Tonlage pfeifende Tinitus, wird dann noch zu hören sein.

Stille!

Sonntag, 1. Oktober 2017

Bald, sehr bald!

Bildergebnis für grün

 
Bald gehe ich offline. Dies sei gesagt, bald, sehr bald habe ich es geschafft. Diesen Weblog, das Krähennest gibt es seit Sonntag, dem 18. November 2007. Bald, sehr bald, werde ich meinen allerletzten Post veröffentlichen. Danach werde ich den Stecker ziehen, der letzte macht das Licht aus. Bye, bye!

Zehn Jahre, zehn Jahre Entwicklung kann ich vom allerersten Eintrag bis zum heutigen Tage nachlesen, nachfühlen. Ich kann mich selbst reflektieren, kann dabei weinen, aber natürlich auch lachen. Zehn Jahre, ganze zehn Jahre später, werde ich schließlich aufhören zu Bloggen. Ich denke, dass es reicht. Genug des Guten, es reicht nun endlich! Dieser Abschnitt ist sehr bald, für immer, beendet.

Ich habe den Endboss besiegt und komme nun in das nächste Level. Es ist beschlossene Sache, der 18. November 2017 ist offiziell der letzte Tag. Nach der Veröffentlichung genau dieser hier getippten Gedanken, gibt es definitiv keinen Weg mehr zurück in Ihsans Krähennest. K‘nack die Krähe wird an dieser Stelle nichts mehr niederschreiben.

Blogspot ade!




Sonntag, 24. September 2017

Die Pflege nach der Wahl





Ich öffne meine Ohren, meinen Kopf und mein Herz.
 
Ich nehme wahr und werde wahrgenommen. In Zeiten wie diesen, ist es scheinbar sehr schwer auf den anderen, auf sich und sein Umfeld zu achten. Achtsamkeit, scheint mir ein Fremdwort zu sein. Ich, der nichts, um Himmels Willen, anderes als alle anderen macht, mache mir nur diese immer wiederkehrenden Gedanken. Ich denke viel, oft habe ich unaushaltbare Schmerzen in meinem, in der Dauerschleife, denkenden Kopf. Ich denke, also bin ich. Ich bin frohen Mutes, ich gebe nicht auf, denn mein Herz schlägt deutlich fühlbar und ich habe den Willen und die Kraft zu so viel mehr. Mehr, mehr, mehr! Und immer noch mehr! Höher, schneller und weiter! Dies sind nicht meine Doktrinen.
 
Ich will mehr Zeit für mich und meine Familie. “Just Quality-Time!“
 
Doch meine sich ständig ändernden Blickwinkel zeigen mir stets neue Perspektiven. Meine Gedanken, streifen stets suchend umher. Mein Blick durch die Gläser meiner Retro-Brille, die nun schon lange nicht mehr inn ist, mein Blick ist leicht gekrümmt, so sagt meine Augenärztin, die gerne so ausschauen mag wie Audrey Hepburn.
 
Krumm drein blickend, durch Nebelschwaden hindurch, sitze ich hier am Tag der Wahl, vor Dienstbeginn. Mein Wochenende beginnt erst Ende der nächsten, arbeitssamen Woche. Mein Dienst Endet nach der wohltuenden Dusche, spät in der Nacht und früh am Morgen des nächsten Tages, geht wieder alles von vorne los. Dann werde ich wieder auf dem Weg zur Arbeit sein. Und da frage ich mich noch allen Ernstes:
 
„Ob die Politik an dieser Situation wohl etwas ändern wird?“
 
Ich gehe wählen, wie immer. Zusammen mit meiner Familie, wir gehen wählen. Seit jeher, wähle ich. Ich wähle denn auch ich bin. Ich bin der typische bla, bla, bla, Wähler. Merke wie ich mit der Zeit immer konservativer werde. Ist nicht weiter tragisch. Hat etwas mit meiner Lebenssituation und dem voranschreitenden Alter zu tun. Ich möchte, nicht schon wieder, eine leicht aggressive Schreibweise annehmen. Ich möchte nicht fluchen, außer hinter dem Steuer meines Personenkraftwagens. Aber heute fällt es mir ein wenig schwer, schwer zur Arbeit zu gehen. Obwohl ich gerne zur Arbeit gehe. Heute werde ich leider nicht zur Wahlparty meiner Wahl gehen können. Man kann es nennen wie man will, vielleicht sogar äußerst schlechte Organisation. Ich bin wohl in der Tat nicht besonders gut organisiert. Denn wäre ich es, so wäre ich heute Nachmittag auf der Wahlparty meiner Wahl, und nicht auf der Station.
Nichts desto trotz. Ich habe gewählt. Gerade eben. Jetzt gleich werde ich mir meinen geliebten Pflege-Kasack anziehen und pflegen wie ein echter Pfleger. So wie ich es von mir selbst erwarte, nicht unbedingt so wie es andere von mir erwarten. Denn ich glaube, dass meine eigenen Erwartungen zum Teil über den Erwartungen der anderen stehen. Klingt vielleicht ein wenig arrogant, ist es aber nicht. Ich pflege nur so wie ich gerne gepflegt und behandelt werden möchte. Ohne Kompromisse, bin ich der Pfleger Ihsan von der Station meines Lebens, ich arbeite gerne in dem Haus St. Elisabeth. Entsprungen aus einer Idee, ist mein Wunsch wahr geworden. Es betrübt mich sehr, wie schlecht wir Pfleger in der Gesellschaft angesehen werden. Ich wollte vorerst nicht, doch ich tue es trotzdem, oder gerade deswegen:


“FUCK YOU!“
Dies geht raus an alle, die dort draußen über unseren Berufszweig lästern, meckern und uns durch den Kakka-Oh ziehen.
"FUCK ALL YA!"




Donnerstag, 21. September 2017

Gedanken im Stakkato-Style


Ich habe gerade einen guten, um nicht zu sagen, sehr guten Turn...


...meine Energiereserven sind gut gefüllt. Daher finde ich seit drei Nächten, vor dem zu Bett gehen, den Weg zu meinem LapTop und schreibe/tippe meine Gedanken nieder. Wie wild hacke ich, wie immer, im Stakkato-Style. Sehr laut, sehr brutal, die Tastatur muss leider sehr stark leiden. Solange bis die Tasten qualmen. Es verschafft mir Erleichterung, in Mitten der Nacht. Erleichterung bis zum nächsten Tag. 

Der Song des heutigen Abends, ein Song, den ich immer wieder sehr gerne höre, ist: „Lonesome Town“, von Ricky Nelson, aus dem Jahr 1958. Ein sehr bekannter Song aus dem ultimativen Soundtrack des Films Pulp Fiction - (Track No. 3).
 
Ich bin erschöpft, fühle mich ein wenig dreckig, schmutzig, gebraucht. Ich fühle mich wie eine männliche Prostituierte. Nicht weil ich mich prostituiere, oder das Bedürfnis verspüre dies zu tun, nein, weil ich einfach alles für die anderen Menschen mache. Die Menschen für die ich arbeite, wollen sehr gerne ihr Glück mit mir teilen, also teilen wir es gemeinsam. Sie teilen es mit mir, ich teile mit ihnen. Diese Erfahrung kann man mit Gold nicht aufwiegen! Eigentlich müsste ich meinen Arbeitgeber, für genau diese Erfahrung bezahlen. Nicht schlecht, oder?! 
Überhaupt nicht schlecht, leider nur manchmal sehr, sehr anstrengend. Na, und eben deshalb gelingt es mir nach arbeitsamen Tagen wie diesem, um diese späte Stunde, genau hier zu sitzen. Ich sitze hier und schreibe meine Gedanken nieder. Ich sitze hier und lade auch ganz bewusst den Müll des Tages ab. Manchmal mehr, manchmal etwas weniger. Auch eine Möglichkeit einfach mal abzuschalten. Es sollte nur nicht die einzige Aktivität des Tages, in der Freizeit, sein. Zudem war ich heute endlich wieder Joggen. Endlich, denn ich wurde bereits entzügig. Aufgrund einer leicht angestauten Aggression am Vorabend, hielt ich es für dringend notwendig in meine Laufschuhe zu schlüpfen. Aufgrund der diesjährigen Herbst-Influenza war dies in den letzten fünf Tagen leider nicht möglich. Macht nichts, ich habe die Grippe überstanden und laufe nun wieder mit weit vorgestreckter Brust, durch den Wald und um die Fischteiche herum. Jetzt erinnere ich mich daran:
Ich erinnere mich an die Sonnenstrahlen, welche schienen durch das spät-sommerliche Blätterdach hindurch, ich erinnere mich an den Geruch des Waldes, dem zwitschern der Vögel, und den fast rhythmischen Geräuschen jeder meiner Schritte über dem Waldboden, auf dem weichen Rindenmulch. 
  
Heute bin ich sehr müde und voll des Glückes!

Mittwoch, 20. September 2017

Ich, ich, immer nur ich




Ich, ich, immer nur ich. 

Triefend, tief schwarze Gedanken kommen mir hoch wie ätzende Galle. Diese zerstörerische Lebensweise ist der reinste Irrsinn, zudem ist es irrsinnig anstrengend für alle Beteiligten. Augenblicklich muss dieser Wahnsinn ein Ende haben. Es soll ein Ende haben. Bevor, bevor es zu absolut unnötigen Schäden kommt. Absolut unnötige Schäden. Es komme was will, der Herbst, die Nässe, der Wind, die trostlosen Farben. Umgeben von all den trostlose Farben. Es komme was will, die Kälte von außen, nach innen herein, ganz gewiss, sie kommt, denn die Fenster und Türen stehen offen. Sie wird kommen! So wie der Winter und die klirrende Kälte, welche ich hasse. Es ist so trostlos! So unglaublich trostlos. Kalt ist mir, die Schmerzen, ich ignoriere sie schlicht weg. Ignoranter Egoist.  Die Kälte jedoch, sie ist stets da, ich kann sie nicht einfach ignorieren. So arrogant wie du bist. Ich bin, ich bin ein Kind, ich wurde geprägt. Ich bin ein Kind, ich bin gezeichnet vom kalten Wind. Ein Leben am Rande, einem Orkan oder einem Taifun gleichend. Eigentlich ist es ganz egal ob Orkan oder Taifun, denn letztendlich habe ich einfach nur Angst vor so schrecklichen Naturgewalten.  Das Leid, die Kälte, geschunden, das Leib, die Schälte, leider bleibt mir keine Zeit, für eine ausgiebige Erklärung, dieser mir bekannten, alten Technik. Vernarbt, nicht vergessen, sitze ich hier und höre schöne Musik von Sarah Willis, einer begnadeten Hornistin. Ich bin ein Kind, traurig drein blickend, eigentlich bin ich ein Kind des Frühlings und des Sommers. Ich sehne mich stets nach der wärmenden Sonne. Unter der dicken Eisschicht, sehe ich, entsteht neues Leben. Ich kann es wirklich sehen. Meine Gedanken, sie sind ganz nah am Leben, sie sind manchmal so furchtbar schön und doch so unendlich schwer. Die Nacht, sie ist meine beste Freundin, mit ihr teile ich mein Leid. Denn auch sie ist voll des Leides, denn auch sie ist voll des Schmerzes. Sie ist so furchtbar schön und schwer. Meine Gedanken ziehen wie nächtliche Schatten vorbei. Vorbei. Haltlos, durchbrechen sie die Schranken. Meine Gedanken.

Dienstag, 19. September 2017

Ich bin...




Ich bin...


der der ich bin. Ich bin genau so wie ich bin. Verdammt, es fällt mir schwer mich zu verstellen, dieses Getue, es ist so absurd. Menschen die mich kennen, wissen sofort, wer gerade, wann etwas sagt, wer wann etwas nicht sagt. Ich bin der, der ich bin. Ich hasse die Maskerade, ich verabscheue die Unehrlichkeit in Gedanken, Worten und letztendlich, in Taten. Es sind all die absurden Taten. Ich tue, also bin ich…

Verantwortlich!
 
Denn, nicht vergessen, es ist eine Tatsache, ich bin stets der, der ich bin. Ich bin, damals ein kleines, nun groß gewordenes Vorstadtkind, einer nicht wirklich existierenden Stadt. Alles nur virtuell, alles nur in meinem Kopf. Dieses Getue, all dieser Schmarren, wie der Bayer sagen würde, es hat keine Würde, und ich würge! Es ist wie es ist, denn ich bin der, der ich bin!

Es wäre alles so viel einfacher, es wäre alles so viel einfacher. Doch wieso einfach, wenn auch zweifach, dreifach, vierfach, fünffach, einfach alles geht!
 
Es ist so anstrengend, seitdem nichts mehr geht. Seither geht alles sehr viel schwerer, zähflüssiger. Ständig sehe ich Trugbilder! Alles nur ein Trugbild, ein Zerrspiegel der Gesellschaft. Ein Spiegel, in den ich täglich blicke, blicken muss. Doch ich verstehe nicht, weil ich es nicht verstehen soll. Ich weiß es schlicht und einfach nicht, weil über allem, scheinbar noch etwas anderes ist. Ich will es wissen. Ganz bestimmt, ich will es wissen. Am liebsten jetzt, jetzt sofort! Was wird da gerade besprochen, hinter der für mich verschlossenen Tür. Was geschieht gerade jetzt mit mir?!
 
Ich stehe vor der verschlossenen Tür und ich denke mir: „Gott sei gedankt!“
 
Der Raum, gefüllt mit Energien der Menschen in ihm. Der Raum ist voller Glitzerkacke, oder einfach nur voll Scheiße, der Raum engt mich ein. Ein Traum, nicht nur weil es sich so schön reimt, der Traum, ist ein absoluter Alptraum. Dieses Spiel, es ist nicht mein Spiel. Ich, bin genau der, der ich bin: 

„Doch wer zum Teufel bin ich jetzt?“

Entscheide du. Wer soll ich sein? Für dich bin ich jeder, alles, wann immer du willst, wo du gern magst. Manchmal sehr intim, manchmal frei öffentlich. Die Intensität bestimmst allein du. Wieso gerade du? Du, wer bist schon du? Was denkst du? 
Komm etwas näher, dann teile ich es dir mit.
 
Du weißt nun ganz gewiss, ich bin der, der ich bin. Doch, wer bist? Diese Frage beschäftigt mich wirklich. Du, du bist erniedrigend, du bist niederschmetternd, du hast es nicht begriffen. Du willst es auch nicht begreifen. Du bist, aus genau diesem Grund, weil du es nicht begreifst, es scheinbar nicht begreifen willst, du bist: 

Das Arschloch!“

Dieses Spiel hat nun einen Namen. Wir spielen es gemeinsam. Dieses Spiel, Gott weiß, es ist nicht mein Spiel, denn ich kenne nicht einmal die Regeln, es ist nicht mein Spiel! Dieses Spiel, es ist dein Spiel, und heißt somit:
 
Das Spiel des Arschlochs!“

Ach ja, eins weiß ich doch, scheiß auf die Spielregeln, denn am Ende hat eh das größere Arschloch gewonnen!
 
Also gut, herzlich willkommen, alle sind nun herzlich willkommen. Natürlich auch diejenigen, die nicht wissen, dass sie mitspielen. Denn auch du, gerade du, bist herzlich willkommen. Ich heiße euch alle herzlich willkommen, ihr MOTHERFUCKER, seid die MOTHERFUCKER, seid die Geister die ich rief, MOTHERFUCKER!!!
 
Herrlich, ganz große Klasse, die Bässe, die hohen Töne, der Sound meines Lebens, ich stehe mittendrin, kann eigentlich nicht ausweichen. Mitten unter ihnen, bin ich einer von ihnen. Ohne es beurteilen zu wollen, es ist so wie es ist, ich bin einer von ihnen. Und doch weiß ich, ich bin eigentlich ganz anders. Ich weiß es, und halte mich fest daran. Ich stehe dazu, ich stehe dazu, bin da für euch, bin hier, bin dort, bin irgendwo ganz anders.
 
Weit, weit weg! Ganz weit weg!
 
Du denkst du siehst mich. Du denkst du hörst mich. Mit all deinen Sinnen täuschst du dich (MOTHERFUCKER), denn deine Realität, ist ganz gewiss nicht meine Realität!
 
Ich verbiege mich, lasse dich, dich selber spüren, ich gebe mich, mit allem was ich habe dieser einen Sache hin. Es ist richtig, aufrichtig, es ist meine Aufgabe, es ist wie es ist, denn nach wie vor bin ich der, der ich bin. Und du, du glaubst es nicht! Denn du glaubst nicht! Ich frage dich: 

„Wer zum Teufel bist du?“
 
Es kommen nun die ersten Zweifel auf. Es implodiert, explodiert, wie auch immer, ich kann mich nicht entscheiden. Ich fange an zu zweifeln, ich glaube dem nicht, ich kann es nicht, denn meine Wahrnehmung, spricht ganz unterschiedliche Sprachen.

Multilingualism!
 
Meine Sinne sind geschärft, ich bin total fokussiert, und du, du bist jetzt absolut irritiert. Gerne möchte ich meine Gedanken mit dir teilen, gerne möchte ich dir alles sagen. Doch sobald die Sonne wieder aufgeht, bin ich nicht gewillt, denn ich bin nicht, der, der du denkst, der ich bin. FUCK (U)nd so gehen wir jeden Tag schweigend auseinander. 

Du weißt nicht wer ich bin und ich weiß nicht wer du bist!

Mittwoch, 23. August 2017

Endlich ankommen!



Ich sehe  den Tag heute, vielmehr den Tag zuvor, als einen ganz besonderen Tag, wie einen Film vor meinen müden Augen ablaufen.

Das Bild flimmert ein wenig. 

Es war kein gewöhnlicher Tag, es war ein Tag mit besonderen Ereignissen, welche mich nicht zur Ruhe kommen lassen. 

Ich komme scheinbar nie zur Ruhe.

Wie sollte ich denn auch, wenn ein Komet bedrohlich nah an mir vorbei rast, und ich schweißgebadet aus einem Traum erwache. Es geschieht nun wieder Nacht für Nacht, die selben Gedanken. Geplagt und gequält, verfolgt und gehetzt, unruhig, gefangen in schirr endlosen Gedankengängen. 

Ich verfranse mich, und trotz der Brotkrumen finde ich den Weg nicht zurück. Es ist zu dunkel, ich sehe nichts. Es fällt mir schwer, meine Sorgen zu thematisieren. Artikulieren, kommunizieren, es fällt mir schwer.

Ich verliere mich in der Gedankenwelt.

Erschaffe Kreaturen, grausam und gemein. Es werden Helden geboren, es werden Helden sterben. In meiner Welt, so wie sie mir gefällt, passiert an nur einem Tag so unglaublich vieles. Keiner wird es je erfahren, wieso denn auch, denn keiner wird es mir jemals glauben. Die Verrückten-Bekloppten glauben nicht an die Wahrheit, denn die Wahrheit ist grausam. Die Verrückten-Bekloppten wollen eingelullt werden. Die Phantasie herrscht, nur sie allein herrscht in dieser Welt, der Welt der ständig währenden Täuschungen. Phantasterei, Tag ein Tag aus, sie ist mir ein Graus. Ich lache, obwohl ich weinen könnte. Die, die mich kennen, wissen wovon ich hier an dieser Stelle schreibe. Die, die meinen mich zu kennen, denken zu wissen, wovon ich hier an dieser Stelle schreibe. Ich weiß, denn nur ich weiß, dass es besser ist, manche Dinge nicht zu wissen. Wissen ist nicht nur Macht!

Manchmal mag ich nicht mehr.

Manchmal kann ich nicht mehr. Manchmal ist es echt sehr, sehr schwer. Es fällt mir nicht einfach, und ganz gewiss wird es auch nicht einfacher. Im Gegenteil, das Leben wird gerade dann, wenn es mal so richtig gut läuft, wenn man denkt, so könnte es erst einmal bleiben, dann wird es meistens erst richtig schwer. Schön wenn einem jemand zur Seite steht, wenn ich Hilfe habe. Noch besser ist es, wenn ich diese Hilfe auch annehme. Manche Probleme kann ich nicht alleine lösen. Schön wenn man Freunde und vor allem aber eine Familie hat.
Manchmal, manchmal jedoch ist es besser, manche Probleme selber zu lösen. Schwierige Situation wird es immer und immer wieder geben. Es verlangt einem viel ab. Doch je älter ich werde, desto mehr Erfahrungen habe ich. Diese Erfahrungen können durchaus ein Ansatz sein. Ich kann sie nutzen wie ein Werkzeug, kann damit spezifische Arbeiten verrichten, Herausforderungen souverän bewältigen. Nur so entwickelt man Bewältigungsstrategien. Ich kann über mich hinaus wachsen, wenn ich will. Wenn ich will kann ich noch so viel mehr machen.
Wenn ich will kann ich all die Worte wiederholen die ich schon kenne. Ich kann so vieles, ich weiß. Ich muss es mir nicht ständig und ständig und ständig sagen, muss es nicht in meinen Text einfließen lassen.

Es ist nun an der Zeit etwas zu verändern. 

Veränderung im Sinne von, ankommen. Die Ankunft wird schon lange erwartet, und ich brauche mich nun auch nicht mehr zu fürchten. Manchmal tut es ganz gut, ganz bewusst mal irgendwo anzukommen. Ständig auf Reisen zu sein strengt nicht nur an, zudem besteht die Gefahr, dass man sich daran gewöhnt. Sich daran gewöhnt ein Reisender zu sein. Wenn man sein Leben lang auf Reisen war, wird es endlich Zeit irgendwo im Nirgendwo anzukommen. Eine schlimme Vorstellung, eine zusätzliche Befürchtung meinerseits ist die, die Zeit zu verpassen. Wie viele haben es leider nicht geschafft, sich auf die Heimreise zu begeben? Es sind viele, viele alleine aus meinem Umfeld. Schade, denn es betrübt mich sehr. 

Ich möchte nun endlich ankommen, denn meine Ankunft wird erwartet! 



Samstag, 19. August 2017

Oh Yeah!



Oh Yeah!

Das ist keine besondere, keine spezielle Playlist, es ist nur ein Song von YELLO der da gerade im Hintergrund läuft. Ich habe heute Nacht keine Platte aufgelegt, jetzt lasse ich es einfach laufen. Zudem fällt mir gerade ein, viele meiner Texte von, vor nun fast zehn Jahren, hatten keinen Anfang, kein wirkliches Ende. Ganz ohne Konzept, keine Idee, es lief, von allein. Auch heute noch läuft es von ganz allein. Ich denke, manchmal, dass ich es in der Hand hätte, falsch gedacht, denn es läuft von ganz allein. Ohne mich würde es auch weiterlaufen. Es ist wie es ist, ich bin nur ein kleiner Artist im Leihen-Theater. Alles was ich hier darstelle, alles was ich bin, all das, es hat schon einmal existiert. Leid und Freude, jede einzigartig geglaubte Sekunde meines Lebens, eine ständig währende Wiederholung. Wiederholungen sind gar nicht mal so schlecht. Auch wenn ich mich dagegen sträube, denn ich mag keine Wiederholungen, es ist ganz einfach, denn es ist so wie es ist. Mein Leben hatte keinen Anfang, und es wird kein wirkliches Ende geben. Mein Leben ist ganz ohne ein Konzept, ich habe auch keine wirkliche Idee. Ich weiß jedoch, es existiert das Leid und die Freude. Manchmal liegt beides sehr nah beieinander. Auch wenn es eine unendliche Wiederholung ist, wirklich beweisen kann ich es nicht, es ist, so wie ich schon erwähnte, wie es ist. Ich freue mich über jeden Tag an dem ich glücklich und halbwegs zufrieden zu Bett gehen kann. Ohne unnötige Grübeleien, ganz ohne Ängste, welcher Art auch immer. Ich liebe die Nacht, ich liebe es mir genau diese hier niedergeschriebenen Gedanken machen zu können. So leicht, so frei, verloren im hier und jetzt, in diesem von mir selbst kreiertem Raum. Die Energie fließt ganz von alleine, so wie ich es mag. Die Songs, sie laufen, aneinandergereiht, ganz ohne mein Wirken. Darauf habe ich heute Nacht überhaupt gar keinen Einfluss. Es gibt kein Thema, keine Überschrift, keine Vorgaben, nur ich. Ich und meine Gedanken. Gang für Gang, gähnende Leere, gewollt, ganz ohne Zwang. Ein Weg gleicht dem Anderen. Keine Irritationen, keine Verwirbelungen, keine Sorgen.

Es erscheint mir wie eine Befreiung, es scheint mir als schiene die Sonne, heute Nacht, nur für mich. Tolle Menschen schwangen heute mit mir zusammen, wir waren alle beisammen. Ich habe sie, jeden einzelnen erfühlt und ertastet. Vom allerkleinsten, der Jüngsten, bis hin zum aller Ältesten, dem Größten. Alle waren wir beisammen und haben uns sichtlich wohlgefühlt. Solche Tage sind Futter für die Nächte. Die, wo schlimme, dunkle Gedanken mich in die Untiefen eines mir unergründlichen Meeres reißen. Sie tun es immer und immer wieder, und ich bin machtlos. Solche Tage brauche ich, mehr davon wünsche ich mir. Ich habe nun endlich die Möglichkeiten erkannt. Dem Herrn sei gedankt! Ich verzweifle nicht mehr allzu leicht. Ich horche, ich höre auf eine meiner innEREN Stimmen. Erst vor Kurzem sprach sie zu mir. Eine, die ich schon sehr lange nicht mehr gehört hatte. Ich war ein wenig erstaunt und zugleich erfreut. Erfreut, wie über einen sehr netten Gast, der ganz zufällig zugegen war, und ganz spontan vor meiner Türe stand und höflich um Einlass bat. Es war wirklich ganz nett, als diese Stimme zu mir sprach. Sie sprach in einer sehr beruhigenden Tonlage, fast wie Musik in meinen tinnitusgeplagten Ohren: 

Mach dir keine Sorgen, alles wird gut!“

Mir fällt gerade ein, aufgrund meiner starken Abneigung gegenüber Google, habe ich alle Google+ Funktionen abgeschaltet. Dies empfinde ich an dieser Stelle als erwähnenswert. Von nun an dürfte das Kommentieren meiner Posts kein Problem mehr darstellen. So hoffe ich...

Donnerstag, 17. August 2017

A tribute to all the heros




Von innen nach außen kehren, den Blickwinkel von links nach recht verschieben, schwarz sehen, an weiß denken und zumindest einen Grauton erkennen. Ich gebe mir echt mühe, ich versuche es immer und immer wieder! Meistens gelingt es mir, manchmal, manchmal gelingt es mir leider nicht. Dann muss ich es akzeptieren. Wenn es so sein soll, dann ist es halt so. Genau so und nicht anders. 

Die Helden von damals, meine Vorbilder, wo sind sie heute? 

Viele von ihnen sind abgesoffen, untergegangen und liegen nun bei den Fischen. Ich fühle mich so alleine. Ich segle auf einem Geisterschiff auf dem offenen Meer. Viele sind schon verstorben. Einer, der stirbt gerade und gibt mir noch einen kräftigen Seitenhieb mit. Einen Denkanstoß. Früher, als wir die Nacht zum Tage machten, früher als wir noch die magischen Fähigkeiten besaßen, als wir noch alle zaubern konnten, genau so war es, früher. 

Früher machten wir aus Kacke Gold und verkauften diese für teures Geld.

Unser Leben glänzte und funkelte in den Augen der Anderen. Alles was wir jener Zeit anfassten wurde zu etwas Fantastischem, denn wir waren alle Fantasten. An einem schönen Tag fanden wir all das Gold unter dem Regenbogen, und noch am selben Tag verballerten wir all das glänzende und funkelnde Zeug. 

Piff-Paff-Puff! 

Ein Tag, so kurz, erschien uns schöner als der andere Tag. Kurzweilig und sehr intensiv. Doch wo sind all die Helden mit ihren magischen Fähigkeiten hin? Sie liegen bei den Fischen oder sie sind auf dem Weg dort hin. Ich segle auf dem offenen Meer, auf einem Geisterschiff. 

Heute sehe und erkenne ich, dass Kacke, Kacke ist! Es sieht so aus, fühlt sich so an und riecht auch so. Damals, ich entsinne mich, habe ich stets diese Panik vor dem Altern gehabt. Ich hatte Angst vor den Erwachsenen und wollte nie so werden wie sie. Heute bin ein Erwachsener, aber nicht wie sie. Meistens ist es so unglaublich anstrengend erwachsen zu sein ohne so ein kaputter Erwachsener zu sein. Manchmal kann es aber auch einfach nur schön sein. Ich, der heute doch vor nichts und niemandem Angst hat, weiß nur ansatzweise was da alles auf dem Meeresgrund verborgen liegt. Heute, so kommt es mir in Wirklichkeit vor, heute habe ich mehr Angst als damals, denn ich habe Angst vor den Untiefen des Meeres.

Oh mein Gott! Schon wieder einmal erscheint mir alles so unglaublich kompliziert. 

Ich sehe mich, zusammen mit all den liebenswürdigen, vinylliebenden Schluckspechten, in einer Reihe, auf dem Hocker, vor dem Tresen sitzen. Ich sehe und erkenne mich selbst nicht wieder. Willkommen in dem Leben meiner Wahl, willkommen und aufnieundnimmersehen! Dies könnte der Anfang vom Ende sein. Es könnte aber auch eine sehr viel tiefere Bedeutung haben und mir die Augen öffnen.

Dies geht raus an all meine Helden von damals. 

Ich habe euch geliebt und angehimmelt wie ein verrückter Groupie vor der Bühne. Nach dem Konzert habe ich stundenlang, rauchend, eine Zigarette nach der Anderen, vor dem Hintereingang der Konzerthalle auf euch gewartet. Ich habe all eure Choreographien einstudiert, ich habe euch immer besser und besser imitiert. Doch zum Glück habe ich es nie gänzlich geschafft euch 1:1 zu kopieren. Ihr habt es nie gewollt und ihr wusstet es zu verhindern. 

WOW! 

Deshalb, seit ihr meine ganz persönlichen Helden. Deshalb liebe ich euch noch genau so sehr wie damals. Deshalb werde ich keinen einzigen von euch jemals vergessen, deshalb werdet ihr niemals sterben, ihr werdet immer in meinem Herzen weiterleben. Ihr, meine Helden von damals, ihr habt maßstäblich daran mitgewirkt aus mir den Menschen zu formen, der ich heute bin. 

Erstaunlicherweise lebe ich noch. Es wundert mich manchmal selber wie es sein kann, dass ich noch lebe und gestalte. Dass ich wirke und schaffe und an dieser Stelle von meinen Helden schreiben kann.



Dear Mr. Lovely Diary (1)



Dear Mr. Lovely Diary,

ich kann mich nicht erinnern, wann habe ich zum letzten Mal einen Text auf Papier geschrieben? Damals ist es wie folgt gewesen, ich begann meinen Satz mit den Worten: „Mein liebes Tagebuch […].“ Lang, lang ist es her. Heute bin ich hier. Ich und meine Gedanken. Gemeinsam sitzen wir am Tisch und hören die einzigartigen Songs von Bob.

“Songs of freedom.“

Gemeinsam trinken wir dazu japanisches Importbier, SAPPARO BEER. Hier, gestrandet im niederländischen LIDL, gab es heute dieses Premiumgesöff. An der Küste, an der Nordsee, endlich im Urlaub. 

Ich freue mich, denn darauf habe ich gewartet. Endlich! Den Geruch des nassen Sandes, den kalkig, salzigen Geschmack auf der Zunge, ich habe es vermisst. Ohne es wirklich zu wissen, ohne es zu ahnen, habe ich mich innerlich sehr, sehr nach diesem Urlaub gesehnt. Ich liebe die Möwen, die See, den Wind, die Menschen am Wasser. Alles, aber wirklich auch alles, ist hier ganz anders. Ganz anders als zuhause. Gerade mag ich nicht an meine Heimatstadt denken. Ich mag nicht an die Arbeit denken. Jetzt gerade machen meine Gedanken einen Badeurlaub und schwimmen auf den Wellen. Endlich angekommen!

"Lord I thank you!"

Meine Tränen sind getrocknet, mein Herz fühlt sich so leicht und ein wenig beschwipst an. Meine sorgenfreien Gedanken sind sehr stark beschwingt. Wort für Wort macht es mir immer mehr Spaß. Zu Schreiben bereitet mir eine ganz besondere Freude. Schreiben, nicht tippe-di-tipp-tapp auf der Tastatur herumhacken. Nur ein Blatt Papier und mein Kugelschreiber. (Dieser hier vorliegende Text ist somit nur eine Abschrift, abgetippt). Doch all das wäre nichts ohne den Star-Gast, meine Urlaubs-Gedanken.

Die letzten Tage, Wochen und Monate waren wirklich mega, mega anstrengend. Umso schöner, umso leichter und befreiter fühle ich mich jetzt gerade. Nur meine Liebsten, meine kleine Familie und ich. Ich kann mir absolut nichts Schöneres vorstellen. Es hat sich gelohnt. Der Lohn für meinen Fleiß, ist genau dieser Preis: Ferien an der See. 

Viel mehr möchte ich zu dem heutigen Tag nicht schreiben. Außer noch diese Gedanken: 

Heute und für den Rest meines Urlaubs werde ich mein Reise-Tagebuch fortführen. Meine ersten Eindrücke sind spektakulär. Eine wirklich ganz tolle Naturlandschaft. Morgen beginne ich den Tag mit einem Lauf auf dem Deich.

Dear Mr. Sporty Diary (2)





Dear Mr. Sporty Diary,

Leichtathletik-WM-London.

Ich bin mega erschöpft. Aber ich bin nun ganz gewiss einfach nur angekommen. Angekommen hier im Ferienpark De Pluimpot in Scherpenisse, auf der Nordseeinsel Tohlen in den Niederlanden. Tolles Ferienhaus, tolles Grundstück direkt hinter dem Deich auf dem die Schafe blöken, tolles Wetter!

Gerade eben habe wir einen Tagesausflug nach Sas van Gent (zu deutsch: „Die Schleuse von Gent“) gemacht. Wir waren ganz in der Nähe der belgischen Grenze, es war wirklich sehr schön dort. Heute, am dreitten Tag meines Urlauns, bin ich auch wirklich im Urlaub angekommen. Ganz und gar angekommen. Selbst meine Seele ist nun endlich da. Meine Seele hat wie üblich etwas länger gebraucht, sie musste nachreisen. Doch nun ist auch sie bei mir, ganz nah bei mir. 

Den gestrigen Vormittag haben wir am Strand verbracht. Später waren wir in eine der ältesten Städte der Niederlande. Im Vergleich hat Sas van Gent 3650 Einwohner, Bergen, dort wo wir gestern waren, hat 66140 Einwohner. Eine wirklich beeindruckend schöne Stadt.

Ich segle zusammen mit meiner kleinen Familie durch unseren Urlaub, wir schwingen gleich, wir nutzen den Auftrieb und reiten auf der selben Welle. Dies sind ganz, ganz wertvolle Tage. Hier treffen wir sogar auf Freund und weit gestreute Familienmitglieder. Heute haben wir die Belgier getroffen. Es war toll, einfach nur toll! Die beste Zeit, wirklich die aller beste Zeit des Jahres, ist der gemeinsame Urlaub.

Randinformation

Neuseeland wurde nach der Provinz Zeeland benannt. Zeeland ist die Provinz, in der wir gerade ganz entspannt, die Leichtathletik-EM in London mitverfolgen. Der Eine mehr, die Andere etwas weniger. 

Ich empfinde gerade ein sehr schönes Gefühl. Bei dem Anblick meiner kleinen Familie empfinde ich Stolz. Ich bin stolz auf meinen Sohn, ich bin stolz auf meine Frau und freue mich über unseren mega-starken Zusammenhalt. Hier in der Ferne, wird es mir nochmal so richtig klar. Manchmal muss ich in die Ferne fahren, um genau das zu finden/zu sehen, was mir wirklich wichtig ist im Leben. 

Die Voraussicht für das Wetter ist leider nicht sehr gut. Wir sind zusammen, jetzt gerade scheint die Sonne. Wir sind zusammen, jetzt gerade ist es bewölkt, es regnet, es stürmt, die See ist rau, wir sind zusammen, alles Andere ist egal!

Ich bin begeistert, reich beschenkt, mit der besten Zeit meines Lebens. Wir reisen mit Rückenwind.

Ich trage die Sonne in meinem Herzen. So geht alles sehr viel leichter. Ich wirke so gut es mir gelingt. Wirken, auf mich, die Menschen in meiner Umgebung. Wirken, mit dem Wissen, dies ist ein Wendepunkt in meinem Leben. 

Nun bin ich im nächsten Level.

Übrigens bin ich höchstwahrscheinlich schon länger in diesem Level. Ich habe es erst jetzt gerade begriffen. Es war ein schwerer Kampf den ich gewonnen habe. Ich habe gesiegt! Alles wird sich von nun an besser anfühlen. Na ja, zumindest wird es sich erst einmal anders anfühlen. Es wird schwieriger. Ein schwierigeres Level, ganz gewiss. Es wird mir schwerfallen, aber es wird (sehr viel) schöner werden. 

Noch schöner, mit einem Tinnitus, der lauter anstatt leiser wird. Noch schöner, mit einer fast chronischen Speiseröhrenreizung mit äußerst unangenehmen Nebenwirkungen. Noch schöner, mit all den Haaren, die über all heraus wachsen. Von innen nach außen, aus schwarz wird grau.

"C‘est la vie!"

Langsam und bedacht. Die Energie gebündelt zu einem Strahl. Einsetzbar, immer bei Bedarf. Wenig, etwas schwächer, nicht mehr ganz so kraftvoll wie damals. Bald, ich hoffe nicht sehr bald, wird auch das Bild unschärfer. Das Gehör wird schwächer werden. Mein Gehör wird immer etwas schwächer, als das meiner Frau sein. Alles, aber auch wirklich alles wird mit der Zeit nachlassen. Welch ein Glück für mich…

Linderung, einhergehend mit der natürlichen Entschleunigung. Nie mehr unnötige Sorgen und Gedanken im scheinbar niemals enden wollendem Gedankenstrudel. Ich will mir nie mehr Gedanken um etwas machen, was ich bereits seit Jahren für immer verloren habe. Oder gar nie besessen habe, so genau weiß ich es nicht. Es ist ein Verlust auf der einen Seite, andererseits ist es sicherlich auch ein großer Gewinn für mich! Denn ich habe gesiegt. Ich der die Musik nur sehr schwer ohne die dazugehörigen Bässe hören kann, ich habe gesiegt. Diesen Kampf habe ich gewonnen. Ich bin ein Sieger. Ganz ehrlich gesagt, erschien mir das Siegen nie für wirklich entscheidend in meinem Leben. Sieg und Niederlage, beides gehört immer mit dazu und irgendwie auch zusammen. 

Aber ganz ehrlich, wenn du in deinem Leben immer nur die Scheiße der Anderen, Schüppe für Schüppe, Eimer für Eimer, im besten Fall entsorgen, meistens jedoch mit dir herumtragen musst, weil du es nie hast anders kennengelernt, und es so zu Selbstverständlichkeit wurde, welche Auswirkung hat diese Scheiße wohl auf dein Leben, frage ich dich.

Was macht es mit dir? Welche Wirkung hat deine mit Scheiße beladene Vergangenheit auf deine Zukunft? Ganz ehrlich, manchmal mache ich aus Scheiße, Gold. Danach muss ich es nur umbenennen. 

Ich nenne es: „Glitzerkacke!“

Die Glitzerkacke meines Lebens, ist der Mörtel, ist das Fundament meines Lebens. Ich nenne es so, weil ich es gerne so nennen will. Nenn du es wie du willst. Ein Jeder kann es nennen wie es ihm beliebt. Ich nenne es Glitzerkacke, die Kacke, die mein heutiges Leben mitbestimmt. Es ist der Stoff aus dem viele meiner Träume bestehen. 

Heute, am vierten Tag der Leichtathlet-WM in London, heute, ein Tag, scheinbar wie jeder ander, heute bin ich ganz besonders glücklick. Denn heute bin ich tatsächlich mal ich. Den Blick, gerichtet auf die vorbeiziehende Sonnenfinsternis. Mit der Gewissheit, erst einmal folgen jetzt ganz besonders helle Stunden. Sonnendurchflutet, bis zum Anbruch des Abends. Dann folgt wieder die Nacht, die tiefschwarze Dunkelheit. Doch bis dahin, bis es wieder so weit ist, genieße ich weiterhin die hellen Stunden des Tages. Ich höre weiterhin die Musik von Bob Marley, trinke dabei weiterhin das japanische Sapparo-Beer und erfreue mich meines Lebens. 

Anbei bemerkt, gerade läuft der Redemption-Song, “another song of freedom.“

Gold, scheint der Rahmen, der mein Leben umrahmt. Voller Zuversicht, in einer Stunde der Ruhe, blicke ich wohlgesonnen in die Zukunft. Ich öffne nun die Vordertür des Hauses und genieße ganz entspannt die hereinströmende, frische Abendluft. Ich glaube jedoch, dass physikalisch betrachtet, nicht die frische, kältere Luft hineinströmt. Es müsste so sein, dass die warme Luft nach draußen strömt. Wie auch immer, ich atme sehr tief, in den Bauch hinein ein. Ich atme aus. Ich tausche aus, erneuere mich. Jede einzelne meiner Zellen, erneuert sich. Mit jedem Atemzug. Frische Luft geht hinein, alles was früher einmal war, wird nun herausgestoßen. 

Ich atme ein, ich atme aus. Nicht mehr und nicht weniger.

Heute, hier und jetzt, habe ich mir vorgenommen, nicht zu fluchen oder verfluchen wen auch immer. Wer auch immer, ist bei näherer Betrachtung, fürs Leben bestraft. Es liegt nicht in meinem Ermessen. Wer auch immer soll mit all seinen Taten selber zurecht kommen. 

Ich lasse nun endlich los.

Es hat mich bereits zu viel Kraft gekostet. Zu viel Kraft habe ich bereits verloren, weil ich mich fest daran gehalten habe. Mit all meiner Kraft habe ich versucht es zusammenzuhalten. Doch nun, nun weiß ich, es ist sehr viel besser einfach loszulassen. Ich lasse los und drifte ab. Ich lasse mich treiben. Ich treibe, die Strömung trägt mich. Heute bin ich nicht mehr in der Lage, ich kann nichts anderes mehr machen. Endlich lasse ich los und drifte ab. Nach all den Jahren, endlich, nach all den Jahrzehnten. Ich lasse los und drifte ab. Ich lasse mich treiben. Ich treibe, die Strömung trägt mich.

Ich bin frei. So frei. So frei wie damals. Damals, als ich meine kindlichen Gedanken in das gelbe Tagebuch schrieb. Ganz geheim, es mit einem Schloss verriegelte. Es für immer, für meine erdachte Ewigkeit, niederschrieb. Damals begann ich jeden Eintrag, jeden Tag, mit den Worten:

„Mein liebes Tagebuch […]!“

Meine Gedanken schreibe ich noch heute nieder, so wie einst, sehr kindlich und doch ein wenig zu sehr erwachsen. Dabei fühle ich mich hoffnungsvoll und so heldenhaft wie einst. Ganz ohne Furcht. Denn ich habe gewonnen.

Es war ihr Spiel. Ich spielte es, nach ihren Spielregeln. Dabei widerfuhren mir Dinge, die mein Sohn niemals erfahren wird. Sie hielten mich für schwach. Anfangs war ich schwach. So hat alles begonnen. Meine eigenen Leute, von mein Blut, diese Narren wussten wirklich nicht wer ich war, wissen heute noch nicht wer ich wirklich bin. Dieser scheinbar niemals enden wollende Alptraum, hat mich, mein Leben für immer verändert. 

Das Spiel, ihr eigenes Spiel, beherrschte ich eines Tages besser als die, die es kreierten. Sie erschufen das ultimativ Böse. Ich schlug sie, mit dem einzigartigen, dem absolut Guten. Ich schlug sie, schlug weiter und weiter. Ich kämpfte gegen ihren Hass mit der Liebe in mir. Ich kämpfte mit der Hoffnung und dem tief verwurzelten Glauben.

Denn ich glaube!

Ich bin gewillt zu vergeben. Ich vergebe ihnen ihre schweren Taten, an einen kleinen, wehrlosen Jungen. Auf meine Weise jedoch, werde ich sie immer abgrundtief hassen. Ich war damals ein kleiner Junge, noch sehr viel jünger als mein eigener Junge heute ist. Und genau dafür werde ich euch heute und für meine kindlich erdachte Ewigkeit hasse!



Dear Mr. Sporty Diary (2.1)




Dear Mr. Sporty Diary,

An einem Tag wie diesem, ich weiß nicht genau wie spät es jetzt gerade ist, dieser Tag ist noch sehr jung und taufrisch, an einem Tag wie diesem, atme ich einfach nur ein, und wieder aus. Mit jedem Atemzug regeneriere ich mich. Ich werde weiter atmen. Ich werde älter. Ich werde es schaffen und mich von der Strömung hinaus auf das offene Meer treiben lassen. Ich fürchte mich nicht. Ich fürchte mich nicht. Ich fürchte mich vor nichts, denn ich bin durch die Hölle gegangen. Das Höllenfeuer hat mich auf eine sonderliche Art und Weise gehärtet. 

Ich werde von nun an nicht mehr fluchen, werde nicht mehr ausfallend. Es ist vorbei.

Ich konzentriere mich nun auf meine Zukunft. Dabei richte ich meinen beschützenden, wachsamen Blick ausschließlich nur auf meine kleine Familie. Das andere Auge jedoch, den Blick meines dritten Auges, richte ich nach innen. Öfter blickt es gerne mal nach innen. Dort schaut und sieht es so viel mehr. Ich weiß, denn nur ich weiß, was noch alles in mir steckt. E steckt noch so verdammt viel mehr in mir. Ich, bin der zu unrecht Bestrafte. Ich wurde bestraft für die Taten der Anderen. An dieser Stelle fluche ich nun leider nicht mehr. Hier könnte ich durchaus […], ich mache es aber nicht. 

Ich liebe euch! Ich liebe euch für eure Falschheit! Ich liebe euch für eure Lügen, den Lügen mehrere Generationen. Verdammt so ganz ohne zu fluchen geht es leider doch nicht. Ich liebe euch für die ganze Scheiße, eure Scheiße, ist jedoch nicht meine Scheiße. Denn die herrlich duftende Glitzerkacke meines Lebens, ist der Mörtel, es ist das Fundament meines eigenen Lebens. 

Anfangs wusste ich noch nicht welche Bedeutung dieses kleine Reisetagebuch für mich haben wird. Doch gerade bemerke ich, dass es für mich, zu einer höhergelegenen Entwicklungsstufe gehört. Schon wieder habe ich ein Level geschafft. Ich bin nun einen Level weiter gekommen. Ich komme weiter und immer weiter, bis zum nächsten End-Boss.

Früher sagten wir auch: „Endgegner!“

Dear Mr. Pirat Diary (3)



Dear Mr. Pirat Diary,

Ahoi!Piraten! 

Ich fange an dieses Reisetagebuch zu lieben. Es ist grandios wieder ein Tagebuch zu führen. Einfach mal schreiben, wenn es mir beliebt. Ganz ohne Zwang. Auf der Arbeit heißt es immer: „Wer schreibt, der bleibt!“ Manchmal entstehen genau dadurch aberwitzige Texte, die ich mit Genuss lese. Manchmal schreibe, bzw. tippe ich, bis mir der Kopf qualmt. Andere trinken zwischendurch mal einen Kaffee oder rauchen eine Zigarette, oder machen beides, klischeehaft, synchron, in kleinen bis mittelgroßen Gruppen. Ich vermisse es sehr! Wenn das Rauchen doch nur nicht so schädlich und ekelig wäre. 

Ich schreibe, bzw. tippe. Heute, im Urlaub, schreibe ich auf Papier. Ich schreibe, dann, wenn es mir beliebt. Gerade habe ich ein leckeres Fischgericht und Pasta zubereitet und gemeinsam mit meiner kleinen Familie gespeist. Nun trinke ich draußen im Garten mein Heineken aus der pfandfreien Dose, eisgekühlt natürlich. Hier draußen scheint die Sonne bei 21°C im Schatten. Am frühen Morgen war ich bereits Laufen. Zuerst lief ich unter dem dichten Blätterdach der Bäume, danach am Strand entlang. Herrlich, jetzt gerade genieße ich es einfach mal ganz ohne starre, durchstrukturierte Tage, ganz ich selbst zu sein. Natürlich nicht ganz allein, meistens nicht allein. Ich bin zusammen mit ihnen, meinen allerliebsten Lieblingsmenschen. Meine kleine Familie, die ich wirklich sehr, sehr liebe. Ohne die, dieser Urlaub nicht einmal halb so schön wäre. 

Heute waren wir gemeinsam in einem riesengroßen Piraten-Land. Aus meinen Augen heraus betrachtet, war es einfach nur schlecht. Es war mehr noch als schlecht. Riesenfische, ganz tolle Tiere, in kleinen, teils ründlichen Becken. Drumherum, schreiende Kinder. Klopfend, hämmernd, ihre Popel an der Scheibe verschmierende, völlig überforderte Rotzblagen. Alles was man dort im Piraten-Land sehen konnte, ich zähle mal einige Highlight auf: die Piraten-Show, der Kletterparcour, der Piraten-Shop, die zwei mehr oder weniger Piraten-Restaurants, alles war so richtig schlecht. Vom Preisleistungsverhältnis brauche ich erst gar nicht zu berichten. Einen zweiten Besuch im Land der Piraten wird es in diesem Leben nicht geben. Ganz bestimmt nicht! O.K., fairerweise muss ich allerdings an dieser Stelle erwähnen, dass meinem Sohn, dem besten Piraten auf dieser Welt, die ganze Show äußerst gut gefallen hat. Dabei sind auch ein paar echt schöne Fotos und vor allem Kindheitserinnerungen entstand. Na ja, darum geht es bei dem Geschäft nun einmal. Den Tieren gegenüber, empfand ich es als äußerst bedenklich. 

Nach dem großen Abenteuer, sitzt der weltbeste Pirat zusammen mit der Piratenbraut auf der Couch. Sie befinden sich auf dem direkten Weg nach Tortuga-Bay und schauen dabei den Film: „Pirates of the caribbean 2.“

Ich für meinen Teil erfreue mich an der frischen Abend-,Seeluft direkt hinter dem Deich. Ich schreibe, ich schreibe und glücklicherweise weiß ich es zu schätzen wie schön es ist einfach nur seicht plätschernd vor sich hin zu schreiben. So lasse ich nun meinen heutigen Tag ausklingen.

Ich genieße die Freiheit. Ich genieße mal ganz anders, ganz ohne meine Zwänge, die ich daheim gelassen habe. Ich genieße, denn ich fürchte mich nicht. Die ständige Furcht, die mich zudem gemacht hat, was ich heute bin. Ein Pirat, eich echter Pirat.

Ai, ai Käptn!“

Dear Mr. Hairy Diary (4)





Dear Mr. Hairy Diary,

heute bin ich hunderte Kilometer mit dem Auto, mit meiner kleinen Familie durch halb Deutschland gefahren, und hier bin ich nun. Ich freue mich, freue mich sehr über meinen Friseur-Termin morgen Nachmittag bei Paolo. Ich feue mich über meine Super-Soft-Touch-Tastatur, welch ein Genuss, ich erfreue mich über alle Maßen am Linux-Mint-Design, und denke mir: „F**k MICROSOFT!“ Dabei lache ich mich selber aus, denn die beste Tastatur die ich jemals besaß, die beste Tastatur aller Zeiten ist von MICROSOFT. Ein verdammt schönes Gefühl, sich selber auszulachen: „HA, ha, ha!!“