Dienstag, 15. März 2016

Donnerstag, 10. März 2016

Mutter!







Mutter vergib mir, denn heute habe ich keine 100% gegeben. Heute war ich nur mit 80% meiner Glaubens-Power unterwegs. Somit war ich heute mit ganzen 20% ein Sünder wie er nicht im Buche steht. Ganz anders als sonst sündigte ich vollen Bewusstseins. Ich stieg in den stinkensten Mülleimer meiner ex-geliebten Heimatstadt. Ja Mutter, glaube mir, so wahr ich hier stehe- ich war voll, vielleicht sogar übervoll.

Ab einem bestimmten Maß ging einfach auch nichts mehr hinein. Gefüllt mit Wut, Trauer, Angst vor was auch immer, versuchte ich zu quetschen. Ich quetschte wie ein rot sehender, wild gewordener Stier, den beschissenen Müll in die überfüllte, beschissene „Gelbe-Tonne“. So glaube mir doch Mutter, diese Situation war gewiss keine Neue für mich. Die vollgekackten Nachbarn trauen sich nicht, sie trauen sich wirklich nicht. Denn nur ich steige in der Regel, in die große Tonne und trete mit meinen 75 Kg Kampfgewicht die Luft aus den Wertstoffen, und die bepissten und völlig besudelten Nachbarn packen in der Regel, kurz darauf, ihre im Keller gehorteten Säcke oben drauf!

Mutter, oh Mutter wofür mühe ich mich eigentlich so ab? Ich verstehe es einfach nicht. Für wenn oder was opfere ich mich, opfere mich des Todes! Die Worte die ich denke, die ich hier nieder tippe, bequem auf der Blümchen-Couch, über die Funktastatur, auf dem Bravia, dem großen Flachbildschirm, klingen nach.

Sie klingen wie das Rauschen der Klospülung. Mein Kopf brummt sondergleichen, laut plumpsen meine Gedanken in die Kanalisation. Nun schwimmen sie auf der Oberfläche und sind auf dem Weg zur Kläranlage.

Mutter vergib mir, heute fühle mich von dir, leider, nicht verstanden!