Samstag, 17. Dezember 2016

Adieu Jürgen Domian!


My Child is dreaming


Home Sweet Home 1




Wenn ich doch nur könnte, dann würde ich... 

Doch ich kann nicht, und so bleibt mir die einzige Option. Ich sitze daneben und kann nur zuschauen. Mir sind die Hände gebunden, denn all meine Argumente werden gnadenlos abgeschmettert. Gut gewählte Worte prallen gegen eine Wand und zerschellen an der Idiotie derjenigen, die lieber nicht den Mund öffnen sollten. 

“Shut the fuck up!“, denke ich mir. 

So denke ich, weil sie sich nicht der Gefahr ihrer eigenen Dummheit bewusst sind. Es schmerzt mich sehr, denn ich sehe wo ich herkomme. Es schmerzt mich wirklich sehr, denn unter ihnen bin ich aufgewachsen. Somit bin ich, und ich bin doch nicht!

Ein Wolf, in einem Rudel. Ein Wolf unter Wölfen. Welch schöne Vorstellung. Auf der Jagd und sonst wo, stets in Sicherheit. “I would trust them all the time.“

Überall wo ich nur hinschaue sehe ich das Alter, das Gebrechen, die Krankheit und den unvermeidlichen Tod. Ich blicke ihnen in die Augen und sehe die nackte Angst. Ich sehe was sie sehen, ich fühle was sie fühlen. 

An einem dunkleren Ort, fliegt die Kraehe über dem Wolfsrudel. Die Kraehe sieht die Wölfe, wie sie durch die unendlichen, melancholischen Weiten einer getrübten Welt streifen. Die Kraehe sieht alles, sie vermag es nicht ihnen zu helfen und fliegt weiter.

Ich spüre es ein jedes Mal.  Es passiert in einem Moment der Ahnungslosigkeit. Diese sich sehr stark pathologisch verhaltenden Wesen, wie sie mir immer und immer wieder versuchen den Weg zu versperren. Ein jedes Mal sehe ich wieder und immer wieder, die entsetzlich große Enttäuschung, wenn es ihnen bewusst wird...

Home Sweet Home 2





Ihre Kraft reicht nicht einmal im geringsten aus, um mich zu stoppen.

Sie sind unwissend, ich mache es ihnen nicht zum Vorwurf! Denn sie wissen nicht, was ich getan habe! Was ich gesehen und am eigenen Leib, schmerzlich erfahren habe. Meine Ohren schmerzen noch heute von dem Höllenlärm, den ich in jener Zeit gehört haben. Meinen Augen tränen wenn die Vergangenheit wieder zur Gegenwart wird. Jede Zelle meines Körpers hat diese Erinnerungen abgespeichert, sodass es mir nie möglich sein wird zu vergessen. Früher wollte ich es vergessen, als wäre es nie geschehen. Doch solche Dinge kann man nicht vergessen, und es ist gut so. Es ist gut so wie es ist! Alles in meinem Leben, in ihrem Leben, in dem auch ich eine Rolle spiele, alles hat doch irgendwie einen Sinn. Selbst dann, wenn es dem Betrachter, paradoxerweise völlig sinnlos erscheint.

Freundschaften, Menschen die niemals Freunde waren. Menschen die einander nie gekannt haben und niemals kennen werden. Freunde, emotionslos, alles so oberflächlich, nichts als Lügen. Ich brauche sie alle nicht.

"I don't give a fuck!"

Alles was ich zum Leben brauche, alles was mich glücklich macht, habe ich zuhause!

Dienstag, 29. November 2016

Der Mann ohne Zigarette



1. Tag


Heute am Weltnichtrauchertag versuche ich es nun noch ein letztes Mal- Ich versuche es, mich endgültig von dieser äußerst ekelerregenden Sucht zu befreien!
 

Ob ich es schaffe? Keine Ahnung! Meinen Blog nutze ich an dieser Stelle als mein ganz persönliches "Nichtraucher-Tagebuch". Zudem benutze ich auf meinem Taschentelefon die "Rauchfrei-App". Eine von vielen Applikationen für den "Mann ohne Zigarette", ohne "Zippo" und dem dazu passendem, flachem Zigaretten-Döschen aus verchromten Metall. Schön flach, mit einer Füllmenge von maximal sechs Zigaretten für unterwegs und sonst wo.

Wieso der Sinneswandel, so plötzlich? Keine Ahnung wo ich da anfangen soll. Es gibt eigentlich nur Gründe die dagegen sprechen. Jeder Raucher weiß wovon ich spreche/schreibe. Was mich gerade, persönlich ganz besonders stört, ist der wirklich, wirklich schlechte Atem. Hinzu kommt ein extrem gesteigerter Kaffeekonsum, mit ständig anhaltender Appetitlosigkeit und einem leichten kribbeln in den Fingerkuppen, sowie in den Zehenspitzen. Ich kann aber noch viele weitere Aspekte aufzählen, wie z.B.:

Schlappe Spermien, wie schon erwähnt, ein schlechter Atem, Luftnot schon bei geringer Anstrengung (z.B. Wasserkästen in den zweiten Stock tragen), ein Verzicht auf das Frühstück (stattdessen bevorzuge ich das sogenannte "Nutten-Frühstück" auf dem Balkon: "Kaffee+Zigaretten"), mit das Schlimmste jedoch ist, dass ich meinem Kind zu Abend keinen "Gute-Nacht-Kuss" mehr geben kann, weil ich es als sehr unangenehm empfinde. etc., pp...

Die Aufzählung könnte ich noch um einiges verlängern, doch es bringt ja doch nichts! All das Reden bringt nichts. Frei nach dem Motto: "Nicht sagen, machen!"

 

1 Tag, 22 Stunden und 10 Minuten...
 

...ein Mann ohne Zigarette. Puhh! Emotional habe ich heute alles durchgemacht was nur geht. Verdammt! Ich hatte es mir einfacher vorgestellt. Obwohl es bis jetzt geklappt hat, ich mir auch ziemlich sicher bin, dass es weiterhin gut klappen wird, frage ich mich doch an dieser Stelle:
 

"Wieso tust du dir diesen Stress in deinem Urlaub an, in der Vorweihnachtszeit! Als ob diese Zeit nicht so schon stressig genug ist! Was denkst du dir eigentlich dabei?"

Es ist eben genau so wie es ist. Ich bin sehr unzufrieden, als stinkender Raucher durch die Weltgeschichte zu wandeln. Auf meine gesamte Lebensspanne bezogen ist es jetzt noch nicht zu spät damit aufzuhören, im Alter wäre es eine zusätzliche Krankheitsquelle. Zudem leide ich nicht unter einer chronischen "Borderline-Störung", rauchen ist nichts anderes, als ein extrem selbstschädigendes Verhalten. Außerdem habe ich keine Lust mehr, mein "nicht rauchendes Umfeld" mit stinkendem, schadstoffhaltigem Zigarettenqualm zu belästigen.
 

Hört sich beim Lesen wirklich alles gut an, tolle Argumente die da gegen das Rauchen sprechen, doch trotzdem würde ich mir zwischendurch echt gerne eine Zigarette anstecken, dabei einen Kaffee trinken und fünfe gerade sein lassen...
 

Jetzt nicht schwächeln! Es geht schon!!


4 Tage, 22 Stunden und 27 Minuten


Wie bereits erwähnt, ich werde es schaffen. Der Wille ist einfach zu stark, um jetzt aufzugeben. Ich habe es durchgehalten. Trotz einer Unterbrechung während meines Urlaubs, d.h. ich war sogar inzwischen wieder arbeiten in der Nacht. Gerade in der Nacht hätte ich mindestens eine Zigarette ganz entspannt rauchen können, doch ich tat es nicht. Stattdessen aß ich Obst, kleine Gemüsehäppchen und ein wenig süßes Gebäck aus dem Spanischen-Laden ums Eck.
 

Ich bin echt zufrieden mit mir und meinem Erfolg. Trotz Alkohol-Konsum, ein Treffen bei Freunden und Langeweile allein zu Hause, habe ich es bis hierhin geschafft. Selbst das leckere Becks Spezial (1873 Pils, Alk. 6,0 % Vol.) schmeckt mir eisgekühlt wie eh und je. All dies ganz ohne Nikotin, Teer und (Gott weiß welche) Giftstoffe im Hals u Rachenraum.
 

Ich bleibe weiterhin standhaft und werde, so habe ich es mir vorgenommen, die ersten einhundert, rauchfreien Tage, unter dem Titel: "Der Mann ohne Zigarette." an genau dieser Stelle in meinem Blog dokumentieren.
 


6 Tage, 9 Stunden und 16 Minuten

Es ist deutlich einfacher geworden. Die Morgen ohne einen Kaffee, ohne die erste Zigarette des Tages, draußen auf dem kalten Balkon. Stattdessen esse ich vom ersten Tag an, ein frisches Brötchen oder ein Müsli, mit O-Saft oder Obst. Ist alles nicht so schwer wie ich dachte...
 

Mir ist nur aufgefallen...
 

Als am Wochenende rauchender Besuch bei uns zu Gast war, qualmend auf dem Balkon stand, danach wieder das Wohnzimmer betrat, empfand ich den Geruch, den Raucheratem im Raum, eher als unangenehm. Normalerweise würde ich da überhaupt nicht drauf achten. Ich habe es registriert und musste kurz darüber nachdenken, denn vor einigen Tagen, war ich noch derjenige der vom Balkon kam.
 

Jedenfalls möchte ich kein nörgelnder "Mann ohne Zigarette" sein, ich möchte stets tolerant gegenüber Rauchern sein. Mehr noch, trotz alldem empfinde ich sogar Solidarität ihnen gegenüber. Wahrscheinlich werde ich im Laufe der Zeit meine Meinung ändern, jedoch war ich vor einigen Tagen selbst noch ein Raucher und daran erinnert man sich ein ganzes "Rest-Leben" lang.
 


8 Tage, 9 Stunden und 10 Minuten
 

Es geht immer weiter, es geht schon!
 

Mittlerweile klappt es tatsächlich immer besser und besser.

Besser mit den regelmäßigen Mahlzeiten, der körperlichen Belastbarkeit, einem sehr viel besseren Atem, und der Durchblutung bis hinein in die Fingerkuppen und Zehen, sprich ich friere, trotz der Minustemperaturen, nicht mehr so schnell wie vorher.
 

Es gibt nach wie vor immer wieder Momente in denen ich regelrecht in meine Jackentasche greife und nach meinen Zigaretten suche. Es gibt Momente da denke ich ganz intensiv an eine qualmende Zigarette, einem Kaffee und verbinde dieses Ritual mit Entspannung. Ganz klar und deutlich, sehr stark verspüre ich des öfteren das Verlangen nach einer Zigarette.
 

Doch mit ein paar Tricks überliste ich mein Suchtgedächtnis relativ einfach und effizient, so dass ich erst gar nicht in Versuchung komme. Alles nur neurobiologische Abläufe, die gut zu händeln sind. Doch z.Z. habe ich nach wie vor Urlaub, nur noch einige Tage. Wie wird es wohl ab der nächsten Woche werden? Wenn der ganz normale Alltag wieder beginnt. Ich bin mir sehr sicher, dass ich in stressigen Situationen rauchfrei bleiben werde.
 


16 Tage, 17 Stunden und 1 Minute
 

Wer sagt es denn, es geht schon. Ich achte sehr viel mehr auf alles, alles was ich esse, trinke und lutsche. Ich lutsche Bonbons, immer dann wenn ich das Verlangen nach einer Zigarette verspüre.
 

Die Nachtdienste auf den Stationen, den Wohnbereichen, die dunkle Raucherlounge auf dem WB 2, das floureszierende Licht auf den langen Fluren, rauchende Kollegen im Dienst, alles kein Problem mit dem richtigen Bonbon in der Backentasche.
 

Mittlerweile bin ich bei dem Thema Körpergewicht angelangt. Zu Beginn meiner rauchfreien Zeit habe ich einen Arzt konsultiert.

Mein Gewicht, meine Vitalzeichen, mein Allgemeinzustand und mein sowieso- alles völlig unauffällig. Super Ruhepuls, tolle Blutdruckwerte, was will der Mann ohne Zigarette denn mehr?
 

Mehr Sport!
 

Seit einer Woche Jogge ich nun wieder regelmäßig. Ich drehe meine Runden im Wald und fühle mich sehr wohl dabei. Schade mein Partner und Couch in Sachen Laufen ist leider der Meinung, dass es z.Z. zu kalt zum Laufen sei. Ich habe mich im "Laufladen in der Galerie" zu diesem Thema sehr gut beraten lassen. Zumindest habe ich mich so gefühlt, als hätte man mich sehr gut beraten. Letztendlich habe ich viel Geld zum Schutz gegen einen Atemwegsinfekt ausgegeben. Dieses Stück Stoff welches ich neuerdings um meinen Hals trage, wurde in China für die Fa. Nike produziert. Ein wenig schäme ich mich dafür, aber ich muss gestehen, es funktioniert sehr gut...
 

Tag 37

Meine "Rauchfrei-App" auf meinem Taschentelefon teilt mir am heutigen Morgen mit:

"Seitdem du aufgehört hast zu Rauchen, haben 962 Menschen ihr Raucherbein durch eine Amputation verloren."

Tatsächlich interessiert es mich gar nicht so genau. Tatsache jedoch ist, ich rauche nicht! Stattdessen laufe ich regelmäßig durch den Wald und um die umliegenden Seen herum.

Auch dafür habe ich eine kostenpflichtige App auf mein Taschentelefon geladen. Ein kleiner Helfer, der mich während eines Laufs mit Daten versorgt. Daten, die via Bluetooth, von meinem rechten Arm, über meine Ohren, direkt in meinen Kopf gehen.

Eine Frauenstimme unterbricht die Musik bei jedem gelaufenen Kilometer und teilt mir mit: Durchschnittliche Laufgeschwindigkeit, verbrauchte Kalorien, Höhenmeter, live Tracking mit Sateliten-Karte und der genauen Route die ich laufe, welche Laufschuhe ich benutze und einem frühzeitigen Warnsystem bei erreichten fünfhundert Kilometern. Denn dann sollte man sich, laut "Runtastic" wieder neue Schuhe kaufen. Eigentlich interessiert es mich gar nicht so genau! Doch weil es mich eigentlich nicht interessiert habe ich auch gleich das Runtastic-Laufbuch dazu gekauft und seitdem ich es lese, fühle ich mich schon gleich viel sportlicher.

Ich laufe nun seit mehr als vier Wochen. Ohne mich selbst unter Druck zu setzen, fing ich mit ganz kleinen Schritten und wenigen Kilometern noch vor dem Jahreswechsel an. So werde ich, mit meinem umgeschnallten Telefon am rechten Oberarm, weitermachen. Weiterlaufen, ohne Raucherpausen, einfach nur laufen. Laufen gegen den alltäglichen Zeitdruck, gegen Erkrankungen die aufgrund mangelnder Bewegung zu einem Problem werden könnten.

Denn die Sache ist doch die, ich will alt werden, ganz klar! Ich will möglichst gesund altern. Möchte mich gerne in meinem Körper Wohlfühlen. Ich möchte mit zwei Beinen im Leben stehen, auch noch nach der Zeit der Vollbeschäftigung im Altenheim. Das wäre wirklich schön.
 


Tag 55
 

Der Umzug ist nun bewältigt, natürlich nicht gänzlich, aber immerhin, gemeinsam haben wir es geschafft. Nur durch die großartige Hilfsbereitschaft unserer großartigen Freunde und der Familie. Doch dies nur am Rande, später noch mehr...
 

Mein Sport der letzten zwei Wochen war tatsächlich das Packen. Packen, schleppen und auspacken von Kartons. Dann folgte der Möbeltransport. Und immer wieder packen, schleppen und auspacken noch mehr Katons. Selbst jetzt noch stehen genau zehn fertig gepackte Kartons in der alten Wohnung.
 

Heute, genau vierzehn Tage später, war ich wieder unterwegs an den Fischteichen. Ich lief ganz geschmeidig um die Seen herum und genoss die Freiheit dies so ausleben zu dürfen/können.
 

Es geht schon lange nicht einfach nur um die Tatsache des rauchfreien Lebens, dem Zugewinn einer ganz neuen Lebensqualität, es geht um so viel mehr. In einem Wort auf den Punkt gebracht, es geht um die Freiheit!
 

Mir persönlich geht es auch um den Ausbruch aus alten Mustern, loslassen können, einfach mal einen Neuanfang wagen. Es klappt ganz gut. Ich bin sehr viel zufriedener mit mir selber. Seitdem ich das Rauchen aufgegeben habe, ist mein Leben nicht wirklich viel leichter geworden.  

Ganz im Gegenteil.
 

Es stellen sich mir tagtäglich richtig krasse Herausforderungen. Mein Leben ist wirklich so verdammt hart, aber ich trage es, wie viele andere Menschen auch, mit Fassung. Ich bin stolz auf meine Leistung und ich schreite mit erhobenem Haupte voran. Ich gebe acht auf mich und mein Wohlbefinden. Ich übernehme die Verantwortung für meine kleine Familie und freue mich auf gemeinsame Stunden, all dies, ganz ohne den lästigen Zigarettenqualm. "Einfach nur schön, und wie gut es tut, ich kann es jedem Raucher nur empfehlen mit dem Rauchen aufzuhören! Lieber jetzt, als später!"
 


Tag 79 

Trotz extremen Stresssituationen bin ich standhaft und rauche nicht. Auch wenn ich manchmal vom Rauchen träume, und es mir in manchen Momenten echt schwer fällt nicht zu Rauchen, schaffe ich es durchzuhalten. In den letzten vier Wochen konnte ich leider keinen Sport machen. Dafür war ich viel zu sehr mit der Arbeit und dem Umzug beschäftigt. Doch jetzt habe ich endlich einige Tage Urlaub. Ich war heute wieder Joggen und fühle mich gleich sehr viel besser. Alles in Allem klappt es ganz gut und ich bin zufrieden.


 


Sonntag, 27. November 2016

Emotionen




Emotionen brausen auf. Manchmal spritzen sie wie feuerheiße Geysire den ganzen Scheiß heraus. Ja, verdammt ich bin emotional. Emotional in alle Richtungen. 

Wut gepaart mit einer leichten Note von hasserfüllten Gefühlen bestimmen mein Handeln, ich schreibe. Einen Moment vorher waren es nur Gedanken, die nun zu messerscharfen Worten werden, darüber bin ich froh. Schmerzen, verursacht von Wunden, schier niemals heilende, klaffende Wunden. Der Schmerz, die Trauer zusammen mit einer leicht ängstlichen Note, ergeben einen bitter schmeckenden Smoothie. Ein frisch gemixter Saft, den ich mir die Gurgel hinunter kippe und dabei ein Gefühl der Genugtuung empfinde. Sondergleichen, schlägt mein Herz arhrythmisch in einer unvorstellbar schnellen Geschwindigkeit. Und ich, leicht erbost, bin stark entsetzt während die Musik in meinem Kopf stetig lauter wird. Da hilft einfach nichts mehr, außer das Schreiben. Erinnerungen an eine wohlklingende Harmonie sind hier völlig deplatziert. 
Eine Fliege summt derweil um mein Klavier, während meine Finger tanzen wie ein verlorener Reiter im Sandsturm. Und ich denke mir: „Besser ein Tanz im Sandsturm, als ein Tanz im Treibsand!“

Ich habe einen langen und strapaziösen Weg hinter mir. Ich bin durch den Sturm geritten und bin nun angekommen. 

Und an regenverhangenen Tagen, trage ich stets einen Knirps bei mir.



Am Welttag des Mannes 1




Am weltweit bekannten Tag des Mannes treffen sich zwei Männer. Sie treffen aufeinander, zwei Menschen aus der Dunkelheit. Der eine kommt gerade von seinem Dienst in der Nacht, von der Arbeit. Der andere hat gerade seine Arbeit beendet und tritt somit seinen Heimweg an. Der eine schließt nichts ahnend die Haustür zu seiner Mietwohnung auf und betritt den Ort, das Haus indem seine Frau und sein Kind sich sicher fühlen und in den frühen Morgenstunden noch in ihren warmen Betten liegen.
Es ist Samstag, 06.51 Uhr in der Früh. Die Tür öffnet sich, als sich zwei Männer im dunklen Hausflur gegenüber stehen. Beide komplett in schwarz gekleidet, der, der gerade durch die Haustür kommt hat sein Haupt mit einer grobgestrickten Wollmütze bedeckt. Ein wenig schaut er wie einer von den Panzerknackern aus, er könnte, rein äußerlich betrachtet, aber auch ein müde drein blickender Hafenarbeiter sein.
Der andere Mann, der ein hochwertiges, in Deutschland produziertes Marken-Mountenbike mit Vollfederung und Scheibenbremsen vor sich herschiebt, kommt aus der Dunkelheit und versucht den direkten Blickkontakt zu meiden, jedoch erfolglos. Mit einem müden, jedoch freundlichem “Guten Morgen!“ wird der Täter begrüßt.

Ich habe eine scheiß Nacht hinter mir. Die Schmerzen, der Suchtdruck. Ich brauche das scheiß Zeug um meinen Tag zu bestehen. Um so zu sein, wie ich nie werden wollte. So mache ich mir also einen Knaller, von mittlerer Qualität! Ich jage mir mein letztes Zeug durch die Venen. Ich brauche unbedingt neuen Stoff! Nachdem der erste Kick, der Höhepunkt meines Rauschzustandes abgeschwächt ist, drehe ich mir eine Zigarette und rauche diese während ich mich anziehe. Mit meinem Werkzeug, gepackt in meinem schwarzen Rucksack, bin ich bereit. Ich bin bereit für den nächsten Bruch! Und so Gott will, werden mich die Bullen auch heute nicht packen.

Doch will Gott das wirklich?

Am Welttag des Mannes 2




Scheiße, was ist das für eine Kreatur. Ausgeburt der Hölle, er sieht aus wie einer von der Platte. Der Kerl sieht echt fertig aus. Ich frage ihn: „Wohnen sie hier bei uns im Haus, haben sie die leerstehende Wohnung im Obergeschoss gemietet?“

Scheiße, wo kommt dieser Wixxer plötzlich her? Der Bruch hier hat sich eh kaum gelohnt. Nur dieses Fahrrad aus dem Ökokeller, alles voller Verpackungsmaterial und schimmelnden Kartons vollgestopft mit Kleidung. Völlig Absurd! Ich haue dem Kerl auf die Fresse, falls er mir zu nahe kommen sollte. „Nein, ich habe hier im Haus bei meinen Bekannten genächtigt!

Wer es glaubt wird selig.

"O.K! Alles klar, ich verstehe! Ich glaube ich stehe im Weg." Der Kerl dreht seinen Kopf zu mir und blickt mir sehr eindringlich in meine müden Augen. "Ähm, ich wollte nur fragen ob ich behilflich sein kann. Denn die Haustür ist irgendwie defekt, wissen sie, sie rastet nicht mehr ein. Einen Moment mal, ich halte ihnen die Tür auf, dann geht es vielleicht etwas einfacher."

Vaya con dios.

Die offen stehende Feuerschutztür, hinunter in das Kellergewölbe, ein Blick in den Keller, kaputte Vorhängeschlösser und ein heilloses Durcheinander in den Kellern aller Mieter, bestätigt meine Vermutung. 

Die örtliche Polizei ist schnell informiert, doch bis sie endlich da sind, vergehen mindestens zwei zigarettenlängen Zeit. Zeit die ich eigentlich viel lieber in meinem warmen Bett verbracht hätte. Doch stattdessen stehe ich frierend und übermüdet am Straßenrand auf dem Bordstein und warte auf die alarmierten Beamten.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Bücher. Lesen. 1


Wer gut schreiben will, der sollte zuvor gute Bücher gelesen haben. Lesen. Bücher. Natürlich lese ich. Ich lese gerne, wirklich gerne. Lesen, in andere Welten abtauchen, dem Alltag auf ganz einfache Weise entfliehen, ohne die Chouch verlassen zu müssen. Schade, hat bei den letzten Büchern leider überhaupt nicht geklappt. Deshalb habe ich sie auch nicht bis zum Ende gelesen! Ich bin mir nicht sicher, vielleicht bin ich für Carlos Kastagnette nicht im passenden Alter. Entweder bin ich tatsächlich noch zu jung, oder ich habe seine Bücher falsch in Erinnerung. Ich habe ihn aus meiner Jugendzeit, meiner Sturm- und Drangzeit, total verzerrt, der Realität nicht entsprechend, ganz verschroben in meinem Sinn. Ich wollte es einfach nochmal wissen. Keine Ahnung warum!? Scheiß auf Carlos!
Ich lese, weder das eine, noch das andere Buch, denn diese haben mich total schräg drauf gebracht. Eins der Castaneda Bücher habe ich bereits verschenkt, die restlichen gehen mit der nächsten Packetsendung, direkt zu momox zurück. Scheiß auf Carlos! Nur weg mit diesen Büchern, die man nur lesen kann wenn man einen Peyote-Kakktus auf seiner Fensterbank stehen hat. Wer brauch schon Meskalin um Don Juan zu treffen?!

Bücher. Lesen. 2


Ich lese. Ich lese in den Gesichtern der Menschen. Ich lese die Zeit ab und freue mich auf meinen Feierabend. Ich freue mich auf mein etwas verlängertes Wochenende, auf guten Wein, auf einen guten Freund, den ich schon lange nicht gesehen habe, den ich morgen Abend treffen werde. Ich freue mich über die 6. Staffel GOT auf Deutsch, ich freue mich über die neue Winterbereifung meines fahrbaren Untersatzes, ich freue mich über das neue Album, welches ich mir heute Vormittag, vor Beginn der Arbeit bei Saturn gekauft habe. Ein Hörspiel für meinen Sohn war übrigens auch mit dabei: „Der Ultimative Spiderman“, sehr viel besser als zehn Bücher von Carlos Kastagnette!

Ich glaube an Spiderman. Ich glaube an die Avangers, den mächtigsten Helden der Welt.

Samstag, 24. September 2016

Donnerstag, 22. September 2016

Eine neue Epoche 1


 


„Lies doch etwas, wenn du nicht schlafen kannst!“ Ich denke mir: „Wieso lesen, wenn ich doch auch schreiben kann.“ Ich lese tatsächlich mal wieder ein Buch. Ein ganz besonders gutes Buch über Carlos Castaneda, mit dem Titel „Das Vermächtnis des Don Juan: Das Wissen der Tolteken in einer neuen Epoche“.

Eine neue Epoche hat begonnen, selbst ich habe dies nun gemerkt.

Ich stecke gerade mal wieder mittendrin. Ganz anders, sehr intensiv, mit teilweise schlaflosen, schwer traumlastigen, manchmal extrem kurzen Nächten. Nächte unter sternklarem Himmel, unter einem hell scheinenden Mond. Kurze Nächte nach sehr ereignisreichen Tagen in der Pflege, in der Familie.

Eine neue Epoche 2





Ich schreibe in Gedanken einen Brief. Adressiert an niemand anderen als an Frau H.

Ich fühle mich wie damals, wie damals an der Front. Ich schreibe diesen Brief an die Heimat, denke dabei an längst vergangene Tage. Wie unbeschwert, ahnungslos ich doch damals war. Ein großes Stück Ignoranz, Egoismus und ein stets greifbarer, süßlich schmeckender Cocktail aus völliger Verantwortungslosigkeit trübten mir damals meine Sinne. Doch ganz sinnlos war es nicht. Überflüssig schon, doch sinnlos nicht! Es ergibt alles einen Sinn, heute kann ich diese Tatsache behaupten, denn ich kämpfe gerade an der Front und schreibe diesen Brief an die Heimat.



Damals lebte ich in den Tag hinein, es war mir nicht bewusst, scheinbar ohne ein Bewusstsein, konnte ich sehr gut verdrängen. Die damalige Zukunft, die Gegenwart heute, hätte mir wahrscheinlich zu viel Angst bereitet. Heute jedoch, sehe und erkenne ich täglich und akzeptiere die Schwere, verbunden mit all den Problemen. Probleme für die es Lösungen auf professioneller Ebene gibt. Mir jedoch geht es jetzt vielmehr um die Profession, als um die Professionalität. Dabei muss ich immer wieder an Konfuzius denken, denn Konfuzius sagt: „Liebe deinen Beruf, und du wirst nie wieder arbeiten.“

Eine neue Epoche 3



Liebe Frau H., an ihnen ist ein Konfuzius vorbei gegangen. All die Gespräche in ihrem asiatisch kleinem Büro. Im Bildungszentrum, im Schatten des hiesigen Krankenhauses, gleich einen Steinwurf entfernt von unserer Wohnung am Kreisverkehr. Eine Frau wie sie hätte man damals mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Ich sehe sie noch vor mir, wie sie da sitzen, zwischen einem Stapel noch nicht korrigierter Klausuren, durcheinander auf dem Tisch, lauter Bücher im Regal und irgendwo, ganz unscheinbar ein gefaltener Kranich, Origami. Am Fenster, ihr großer, flackernder Bildschirm, davor die Tastatur, daneben ein angebissener Apfel im Sonnenschein, ausgestattet mit den allerneusten Spielereien aus der Softwareentwicklung und der Wissenschaft der Pflege.



Das innere Augenmerk jedoch, stets gerichtet auf die soziologischen Entwicklungen unserer Zeit. Sie teilen ihren Wissensschatz mit den Schülern die es wissen wollen. Wie ich diese Momente doch vermisse, Momente die mir damals so unangenehm waren. Heute jedoch, ganz unbefangen und nackt, völlig entblößt, auf dem Boden der Tatsachen angekommen, könnten wir uns darüber unterhalten, was es heißt, wenn die Theorie mit voller Brutalität gegen die unbarmherzige Arbeit im Altenheim prallt.

Eine neue Epoche 4




Wieso tun wir uns all dies an?

Ganz gewiss nicht des Geldes wegen! Es ist mein Wunsch gewesen, ich habe mich entschieden! Ich war noch nie so glücklich wie heute, wie gleich, wenn ich wieder mit meinen Kopf unter dem blauen Kasach abtauche und meinen Dienst beginne. Nur deshalb gehe ich dieser Tätigkeit nach, weil es mich voll des Glückes erfüllt. Ganz egal wie anstrengend es ist. Wichtig und ausschlaggebend für mich und viele andere aus meiner Gilde: „Verliere nicht deinen Verstand!“ Ich bediene mich meines Verstandes, wie soll ich auch anders. Ich sehe und höre viel. Ich kann es auch riechen und es ganz deutlich fühlen. Ich gehe an dieser Stelle nur kurz auf die teilweise unmenschlichen Rahmenbedingungen ein. Dabei beziehe ich mich unweigerlich auf die Vorstellung von Menschen mit einem sauberen Hemd, und mehr als funktionellen Firmenwagen. Ich denke dabei an parfümierte Menschen die den Takt vorgeben. Diese Personen von denen ich schreibe, sollten ein Praktikum bei uns im Heim absolvieren, sie sollten ihre Sinne schärfen und mit meinem blauen Kasach mitlaufen. Doch nun genug der Worte.

Eine neue Epoche 5




Mein Herz schlägt mit all jenen, die kot-, blutverschmiert, schwitzend, bis das Wasser den Arsch hinunter läuft, Tag für Tag ihre Arbeit verrichten. Mein Herz schlägt, es schlägt seinen eigenen Rhythmus zu einem Trauerlied sondergleichen.

Die andere Seite jedoch, ist eine ganz besondere Seite. Ich bin froh sie so wahrnehmen zu dürfen. Die Herzlichkeit, unermessliche Dankbarkeit, ganz ohne Worte, rein gefühlt und sehr stark wahrgenommen. Dies ist der echte Lohn für eine Arbeit, die einem sehr viel abverlangt.

Es fällt mir schwer, denn ich gelange mit meinen Worten rasch an meine Grenzen. Wo hingegen meine Gefühle und Gedanken scheinbar schirr grenzenlos sind. Es ist wirklich sondergleichen schwer zu beschreiben. Ich versuche es mal so:

Unbegreiflich schön ist...

Dort wo viele Menschen von außen betrachtet nur Fäkalien sehen, beginnt für mich die wahre und einzigartige Schönheit des Lebens!

Dienstag, 6. September 2016

Gedanken auf dem Balkon




Ich stehe auf dem Balkon und sehe. Ich stehe dort und höre. Weiterhin stehe ich, an das Geländer gelehnt und stecke mir eine Zigarette an. Ich trinke einen kleinen Schluck aus der grünen Bierflasche, welches ich vor nicht länger als einer halben Minute geöffnet habe. Ich trinke und rauche. Es ist befriedigend. Nicht wirklich gut, lediglich nur befriedigend. Nebenbei bemerkt, um mich herum ist es dunkel. Dunkelheit. Nicht ganz dunkel. Die Sterne am Himmel leuchten. Der Mond ist leider nicht zu sehen. Zwischen den Sternen sehe ich die Blinklichter der kurz zuvor gestarteten oder sich im Landeanflug befindenden Flugzeuge. Ich denke an Charles Lindbergh und schließe die Augen. Ich höre die Turbinen dieser fliegenden Reisebusse. Denke an meinen letzten Flug und ich sehe mich in einem dieser Passierflugzeuge, im Landeanflug auf den Heimatflughafen. Meine Augen, nach wie vor fest verschlossen. Ich höre wie ein Apfel aus dem Baum durch das Blätterwerk zu Boden fällt. Ich denke an Isaac Newton und erfreue mich an dem dumpfen Ton des Aufschlags. Ich öffne die Augen wieder. Ich ziehe an meiner Zigarette und trinke einen großen Schluck Tsingtao. Ich denke an China und die Ein-Kind-Politik. Staatlich erlaubt sind seit 2015 jedoch zwei Kinder, denke ich. Die Volksrepublik China, Zwei-Kind-Politik, scheiß Kommunismus, denke ich des weiteren. Meine Augen geöffnet, meine Gedanken abschweifend, verloren, irgendwo zwischen China und dem Niemandsland. Ich denke an die Beatles, denke an Nowhere Man. Dabei sehe ich wie das abschreckend helle Licht auf dem Garagenhof des angrenzenden Grundstücks angeht. Eine Katze streift durch das Revier einer anderen Katze. Ich denke an Akif Pirincci. Der, wie ich finde nur einen guten Roman in seinem Leben geschrieben hat. Ich habe dieses Buch aus Protest verschenkt. Gelesen habe ich es damals, in meiner Kriminalroman-Phase. War keine gute Phase, ich mag keine Kriminalromane. Ich denke daran wie das letzte Buch hieß welches ich gelesen habe. Ich denke an die Lehren des Don Juan Matus, an Carlos Castaneda. Ich ziehe noch einen letzten Zug an meiner Zigarette, trinke noch einen letzten Schluck aus der grünen Bierflasche und ich denke, dass ich viel zu oft hier draußen auf dem Balkon stehe und mir all diese Gedanken mache, während alle anderen Familienmitglieder friedvoll unter ihren Kuscheldecken liegen und schlafen.

Sonntag, 4. September 2016

Zweifelsohne 1



Ich höre teuflisch guten Sound, aus teuflisch guten Lautsprechern, höre auserwählte Musik, abgespielt von einem System, welches ich in dieser Konstellation nie zuvor gesehen habe.  Hier sitze ich nun, vor meinem Leben 2.0. Mit einem Thorens TD147 Jubilee und Teufel VT 11, habe ich wieder neu angefangen. Angefangen mit dem wohl kleinsten Lautsprecherpaar, so gut wie kein anderes, übertragen, umgewandelt, angeschlossen an vergoldete Bananenstecker und dicken Kupferdrähten mit höchstem Reinheitsgrad. Exakt gleichlang, zu beiden Seiten. Sehr gut regulierbar, scheinbar grenzenlos von einem YAMAHA Natural Sound AV Reveiver RX-V 377, der via Bluetooth und App über das Smartphone von allen Räumen der Wohnung aus steuerbar ist. Dies alles ist mein persönliches, brandaktuelles Glück. Glück, empfinde ich wenn meine Finger über meine kabellose Microsoft-Tastatur gleiten. Ich gleite wie ein Surfbrett über die Wellen. Wellen, die ich nehme wie ein Reiter, welcher reitet geschwind von einem Traum zum nächsten. Doch was heißt das schon? Das Glück sollte ich leben. Nicht nur wahrnehmen. Der Wandel, die Zeit, ach herje, ich nehme doch schon so viel wahr. Doch leben, leben ist etwas anderes. Was ist das schon?

Zweifelsohne 2


Was soll all das RimmBamBorium, der ganze SchnickSchnack, um eindringlich etwas zu fühlen, was es ja doch nicht wirklich gibt. Alles nur künstlich erschaffen, nur existent, damit wir etwas haben worüber Mann sich gerne unterhält. Abschweifend, fern der Realität. Ganz ohne sinnestrübende Giftstoffe, ganz ohne den Stoff, aus dem die schwermütigsten Alpdrücke längst vergangener Tage bestehen. Bestand hat nur die Wahrheit. Da besteht kein Zweifel. Denn ich zweifle nicht mehr, zumindest nicht an mir selber!

RePhono

Juanito 1


Jetzt, gerade bin ich der kleine, der reine Juanito. Und aus Juanitos Augen blickend sah ich Dinge und Menschen, Menschen die Dinge zum Leben erweckten. Ich sah Handlungen Fremder und ich sah Freunde, die willentlich, mich als einen der ihren ansahen. Juanito hatte die Wahl, er nahm sich ihrer an, wurde eins mit ihnen. Wir gaben uns füreinander gänzlich auf. Er gab sich ihnen hin und fast verlor er dabei seinen Verstand.

Juanito 2



Sie alle traf ich wieder. Jedoch nicht an dem Tag, als ich entschied sie nie wieder zu sehen. Ich traf sie erst Tage, Wochen und Monate später. Ganz unverhofft. Sie begegneten mir sehr eindringlich in einem Traum, der mich mit Bildern weckte, die kein Fernsehgerät der Moderne in so scharfer Bildqualität wiedergeben könnte. Es war am frühen Morgen, nach Tagen vermeidlicher Erschöpfung. Ich war der Meinung einen Jeden von ihnen zu kennen. Doch das Trugbild dieser Bekanntschaften, Weggefährten, deren Einflüsse bis zurück in meine früheste Kindheit reichen, sehe ich nun aus einem völlig anderen Blickwinkel. Denn ich sehe durch die Brille der nachtschwarzen Dunkelheit. Sie sind nicht einmal wirklich, obwohl sie noch lange nachwirken. Gestalten meiner Vergangenheit. Von jüngster, bis hin zur ersten Erinnerung die ich wie ein metastasierendes Krebsgeschwür in mir trage.

Rasch versuche ich aus der Schwärze nachwirkender Tage an das Licht zu gelangen. Rasch versuche ich diese von Dunkelheit getrübten Gedanken von mir zu werfen.

Ich stelle mir etwas phantastisches vor, und fühle mich plötzlich wie eine Figur aus einem Roman. Plötzlich trage ich einen verborgenen, eng anliegenden Superheldenanzug, den ich unter meiner Kleidung nach außen hin nicht zeigen darf. Der Roman wird plötzlich zu einem Film in meinem Kopf. Und ich spüre die Superhelden-Kräfte. Dieser Film läuft in unendlichen Endlosschleifen. Das ist der reinste Wahnsinn!

Juanito 3

 
Juchanito, der, der sich hier so nennt, bin tatsächlich ich, oder doch nicht? Bin ich heute, obwohl ich gestern nie war? Wahrhaftig, gesattelt, in mir ruhend, ist alles was ich nicht bin. Ich bin sehr stark bewegt, denn ich lebte. Und ich lebe nach wie vor in sehr stark bewegten Zeiten. Obwohl es eine Zeit ist, welche Ruhe fordert. Doch wenn es plötzlich ruhig um mich ist, kriege ich Angst! Doch wenn die tatsächliche Ruhephase immer nur schön begrenzt ist, bloß nicht zu lang, dann sieht auch der kleine Juanito in mir, wer er wirklich ist. Juanito sieht, wenn er will, die Wirklichkeit so wie sie wirklich ist.

Juanito 4



Ich wiederum weiß, dass alles was gerade mit mir und den Menschen in meiner näheren Umgebung geschieht, alles hat einen großen Einfluss auf alle. So wie sie in mein Leben hineinfallen und mich zu dieser oder jener Handlung anregen, so geschieht es täglich, ganz natürlich, auch im Umkehrschluss, bis alles wieder fast unnatürlich auf mich wirkt.

Nichts ist so wie es scheint! Rein gar nichts ist so wie die Augen nur begrenzt wahrnehmen können.

Doch wenn ich ganz stark daran glaube, ja, wenn ich ganz klar bin, dann kommen sie wieder, die natürlichen Fähigkeiten, die ich nicht vermag logisch zu definieren. Sie kommen in der von schemenhaft erscheinenden, künstllich gestalteten Wirklichkeit, zum Ausdruck. Sie laufen im Hintergrund ab und sind nun im Dauereinsatz.

Juanito 5


Juan, nicht ausgeruht und müde, blickt von innen heraus auf den kleinen Juanito, und lässt sich nun hier und jetzt von ihm sagen: „Wache auf! Wache endlich auf! Denn heute gibt es noch viel zu tun!“

Freitag, 8. April 2016

Freund und Engel



Hallo mein alter Freund und ganzpersönlicher Schutzengel. Gerade eben habe ich "tua mamma" getroffen. Wir sind nun wieder quit, ein für alle mal im Reinen miteinander. Zueinander haben wir nun unsere Grenzen abgesteckt. Für alle Zeiten. Ich bitte dich bleib doch noch bei mir, vor allem jedoch bitte ich dich bleib bei ihr, oder ganz einfach, bleib bei uns. Ich danke deiner Mutti und vor allem Gott dafür, dass wir uns hier wiedersehen durften. Wie es mir jetzt geht fragst du? Leicht verwirrt, jedoch entschlossen und frischen Mutes. Mein Kummer steht nach wie vor dicht an meiner Seite, ich nehme mich wahr und fühle. Seit langem fühle ich wieder, endlich. Wo war ich denn nur all die Zeit? Ich habe mich verkrochen. Versteckt, vor der Realität. Auf der Flucht vor mir selber. Beflügelt flog ich hoch. Vorbei an meinen Sorgen und Nöten. Hinweg, über düstere Täler. Und nun? Karteikarten-Lernsystem, viel Zeit und vor allem Ruhe. Endlich wird es wieder ruhiger. Ich gönne mir die Ruhe, und warte auf die Erkenntnis. Die Erkenntnis kommt, sie kommt von ganz allein. 
Mein lieber Freund, der du bist ein Engel an meiner Seite, du bist mir vorausgegangen. Auch ich wollte dir folgen, ich wollte nicht wissen weshalb du damals gegangen bist. Stets wollte ich nur wissen, wie es dort wohl ist, wo du schon so lange bist. Mein lieber Freund, Engel an meiner Seite, ich danke dir und Gott, dass ich noch bin. Hier stehe ich, stehe im hellen Schein der Frühlingssonne. Ich schreibe dir voller Wonne, frohen Mutes, an manchen Stellen ganz unverschönt.
Ich weiß nicht wieso, weiß nicht woher und erst recht nicht wohin. Doch eins weiß ich, wieso auch immer, ob Glück oder Gegebenheit, ich weiß, ich lebe.

Dienstag, 15. März 2016

Donnerstag, 10. März 2016

Mutter!







Mutter vergib mir, denn heute habe ich keine 100% gegeben. Heute war ich nur mit 80% meiner Glaubens-Power unterwegs. Somit war ich heute mit ganzen 20% ein Sünder wie er nicht im Buche steht. Ganz anders als sonst sündigte ich vollen Bewusstseins. Ich stieg in den stinkensten Mülleimer meiner ex-geliebten Heimatstadt. Ja Mutter, glaube mir, so wahr ich hier stehe- ich war voll, vielleicht sogar übervoll.

Ab einem bestimmten Maß ging einfach auch nichts mehr hinein. Gefüllt mit Wut, Trauer, Angst vor was auch immer, versuchte ich zu quetschen. Ich quetschte wie ein rot sehender, wild gewordener Stier, den beschissenen Müll in die überfüllte, beschissene „Gelbe-Tonne“. So glaube mir doch Mutter, diese Situation war gewiss keine Neue für mich. Die vollgekackten Nachbarn trauen sich nicht, sie trauen sich wirklich nicht. Denn nur ich steige in der Regel, in die große Tonne und trete mit meinen 75 Kg Kampfgewicht die Luft aus den Wertstoffen, und die bepissten und völlig besudelten Nachbarn packen in der Regel, kurz darauf, ihre im Keller gehorteten Säcke oben drauf!

Mutter, oh Mutter wofür mühe ich mich eigentlich so ab? Ich verstehe es einfach nicht. Für wenn oder was opfere ich mich, opfere mich des Todes! Die Worte die ich denke, die ich hier nieder tippe, bequem auf der Blümchen-Couch, über die Funktastatur, auf dem Bravia, dem großen Flachbildschirm, klingen nach.

Sie klingen wie das Rauschen der Klospülung. Mein Kopf brummt sondergleichen, laut plumpsen meine Gedanken in die Kanalisation. Nun schwimmen sie auf der Oberfläche und sind auf dem Weg zur Kläranlage.

Mutter vergib mir, heute fühle mich von dir, leider, nicht verstanden!

Sonntag, 21. Februar 2016

Heureka!



Ich habe es gefunden! Hatte ich es je verloren? 

Da und doch nicht da. Hier und doch ganz wo anders. Einpacken, den Zündschlüssel umdrehen, beschleunigen und ab auf die Autobahn. Schön wäre es, doch hier stehe ich nun, ich armer Thor, weiß noch gar nicht wie es mir blühen wird. So wie es blüht, fühle ich mich frei und denke: "Springe nicht hinunter, sondern fliege einfach nur davon." Wenn es denn so einfach wäre. Was ist denn schon einfach? Doppelt oder dreifach, in der Liga spielen wir.

Ich habe es gefunden! Doch stellt sich mir nun wieder die Frage: "Hatte ich es je verloren?"

Ist es in Wirklichkeit, die ja nun auch nicht wirklich ist, einfach nur egal! Gedanken über Gedanken, kreuz und quer fliegen sie in Warpgeschwindigkeit an mir vorbei. Ich denke mir: "Nun ist es an der Zeit." Und schalte in genau diesem Augenblick den Warpantrieb ein. Jetzt kann es ein Jeder sehen. Abzulesen an der Warpskala, seht ihr nun, wir fliegen mit dem aller höchsten Warpfaktor. Wir fliegen durch Raum und Zeit auf der Suche nach einem kuscheligen Planeten in der Unendlichkeit.