Donnerstag, 7. März 2013

Schmutzige Schokolade




Ich schau in den Spiegel,
eine Seele,
mitfühlend,
gebrochen,
wie könnt ihr es wagen,
euch über euer Futter in euren Näpfen zu ärgern,
wie könnt ihr es wagen,
euch euer Gewissen mit Etiketten im schönen Design freizukaufen ,
wie könnt ihr es wagen,
nur um des Profit willens wegzuschauen,
wie könnt ihr nur,
meine Seele war rein,
mein Herz wurde zu Stein,
doch ich danke Mutter Natur ,
für die Kraft des Wortes,
ihr zwingt mich sie zu nutzen,
ich kann sie überzeugen,
ihr habt uns gespalten,
ich werde versöhnen,
die Welle die dann über euch kommt wird leider zum Tod meiner Brüder und Schwestern führen ,
doch ich hoffe ,
dann kommt euer umdenken,
und ihr sagt euch in der Zukunft,
wie konnten wir nur !

© by Peschen    


Pavel Turkovski - back in town (10)



(10)


Ohne sich die Mühe zu machen etwas gegen sein Äußeres zu tun, ging er seines Weges. Er war in Schwarz gehüllt. Er trug seinen knielangen Mantel, den er sich bereits seit drei langen Wintern über die Schultern warf. Er ging in dem wohl einzigen, pavelistischen Kleidungsstück durch die überfüllte Einkaufsmeile seiner Exgeliebten-Heimatstadt (Wieso „Exgeliebte-Heimatstadt“, fragen sich wohl einige, die sich die Mühe machen und diesen Text lesen. Hier eine kurze Erklärung: Die Stadt war zu seiner Exgeliebten geworden, nachdem er sie vor langer, langer Zeit verlassen hatte, um  in einer anderen Stadt sein Glück zu finden. Wie unschwer zu erahnen- erfolglos. Damals hatte er gehurt, gesoffen und gelebt, als würde es kein morgen mehr geben. Er hatte die Ersparnisse seiner Eltern schamlos verprasst ( anders gesagt, ein wenig minimiert) und war dann, geknickten Hauptes zurückgekehrt. Diese Geschichte, dies nur noch am Rande, ließe sich fast so schön Erzählen, wie das Gleichnis vom „verlorenem Sohn“. Seither war sie, seine alte Heimatstadt, nur noch die Exgeliebte).

Sein Äußeres betreffend stellte Pavel sich die Frage: „Wieso eigentlich sollte ich mich für meinen drei Uhr Termin herrichten, wo es doch eh nur um einen Job als Gehilfe in einer mehlstaubigen Industriebäckerei geht?!“. Das wirklich Schlimme an der Sache war gar nicht mal die ungesunde Arbeit im Dreischichtbetrieb, in den großen Hallen einer mehlstaubigen Industriebäckerei, nein, wirklich schlimm war die Vorstellung sich für diesen Job versklaven zu lassen.
„Wer verdammt arbeitet schon gerne als moderner Sklave? Niemand, doch leider sehen wir viele, viele Menschen in unserem Land, die es sich leider, leider nicht anders aussuchen können.“ 

Pavel Turkovski - back in town (11)


(11)

Pavel steckte sich eine Zigarette an, ging durch die Kälte und lies seine Gedanken schweifen, als der Wind ihm vom Osten her kommend, um seine großen, fast abgefrorenen Ohren blies. Die überfüllte Einkaufsmeile seiner Exgeliebten-Heimatstadt verblasste bei jedem weiteren Gedankengang. Er ging vorbei an all den Menschen die vor seinen Augen ihre Gestallt veränderten. So tauchte er ein in eine dahinfließende Welt und sah manche von ihnen wie Antilopen über die Steppe rennen, manch andere wie ertrinkende Gnus im tiefen Flussdelta. Allesamt gehetzt und getrieben von einem imaginären Raubtier. In Wirklichkeit trieben und hetzten sich gegenseitig. In Wirklichkeit rannten sie, und rannten vor dem furchteinflößenden Tier davon, sie meinten tatsächlich entkommen zu können. Paradoxerweise wussten sie tief in ihrem Innersten, dass niemals vor sich selber davon laufen können. Sie, zu denen auch Pavel gehörte, waren einer urbanen, chronischen Krankheit unterlegen. Sie, Raubtiere der Gattung Mensch verschmolz vor Pavels Augen, allesamt, zu einer zähflüssigen Masse. 

Pavel Turkovski - back in town (12)


(12)


An Tagen wie diesen fühlte sich Pavel wie ein gepanzerter Welz in einem riesig großen Aquarium. In diesem künstlichen Becken gab es nichts. Kein schönes Panoramaposter mit wundervoller Unterwasserlandschaft an der Rückverglasung, keine Pflanzen, keine Steine und auch keine Höhle als Rückzugsort. Was gab es stattdessen? Dreckiger Kies und algenverschmierte Scheiben, die einem einsamen, gepanzerten Welz, die Sicht nach Außen erschwerten. Zudem kam das leise, monotone Summen der stark verschmutzten Filteranlage, die das Wasser zwar in Bewegung hielt, doch kaum reinigte und gerade mal so viel Sauerstoff erzeugte, dass es zu viel zum sterben und zu wenig für ein etwas bewegteres Leben war.

Vergeben und Vergessen



Wie schön und einfaches es doch wäre zu Vergeben und zu Vergessen.

Ihm fiel es schwer, einfach, zweifach, mehrfach widerfahrene, negative Ereignisse, von Anbeginn der frühsten Kindheit, bis hin zur späten Jugendzeit, zu vergessen. Vergeben stand auf der einen Seite, und Vergessen auf der Anderen. „Vielleicht...“, so dachte er, „...gehört beides irgendwie zusammen.“ Vergeben und Vergessen, zwei Wörter, zusammengehalten oder getrennt? Getrennt oder doch zusammengehalten durch das Wort “und“. Er zumindest wusste, in seinem Kopf, lies sich beides nicht vereinen. Somit waren für ihn alle Erinnerungen verbunden mit einem immer wieder- und wiederkehrendem Seelenschmerz. Manchmal war es heftig wie ein wütender Sturm. Manchmal war es eher wie ein unangenehmer Regenschauer, der gerade dann hernieder prasselte, wenn er wie üblich seinen Regenschirm daheim vergessen hatte.

Er konnte nichts daran ändern.

Es war wie es war. Real und erbarmungslos, so wie die nackte Realität eben nur sein konnte. Was geschehen war, war geschehen. Und Geschehnes musste er akzeptieren. Im Endeffekt spielte es auch keine Rolle mehr, denn er wusste, der letzte Zug war abgefahren. Die Spätvorstellung war zuende.

„Was ist geblieben?“ Ein menschenleerer Bahnhof durch den ein kalte Wind weht. „Was ist geblieben?“ Ein leerer Kinosaal und der Geruch von Popcorn in der Luft.

Mein Engelchen


Mein Engelchen,

ich danke dem Himmel 
dass er Dich mir beschert hat.
Denn Du bist es wert
Dich zu lieben alle Zeit,
bis in Ewigkeit.

© 2013 by: HENNER