Donnerstag, 25. Oktober 2012

Entspann dich


„Entspann dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Es ist so schön!“


Kurt Tucholsky

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Erinnerung an einen heißen Sommertag 1



Grillenzirpen, Vogelgezwitscher.

Erschlagen von der Trockenheit, der Hitze, lag er mit freiem Oberkörper auf  dem Rücken, auf dem Bett, unter dem ausgebreiteten Fliegennetz. Mutanten-Moskitos jagten ihre Opfer am Tage sowie in der Nacht. Mutanten-Moskitos kamen vom kleinen Fischteich durch das sperrangelweit offen stehende Fenster gesummt, und warteten auf die nächste sich bietende Chance zuzustechen.

Er schaute aus dem Fenster und blickte in den wolkenlosen Himmel, er schaute aus dem Fenster und blickte auf dicke Stämme. Hochgewachsene, alte, gesunde Bäume mit dicken, knorrigen Stämmen und einem dichten Blätterdach, die das gleißende Sonnenlicht vor den schützenden Mauern seiner grünen Burg hielten.   

Erinnerung an einen heißen Sommertag 2



Draußen herrschte Windstille.

Als hätte die Welt, und mit ihr alle Erdenbürger, ihren schweren Atem angehalten. Er sehnte sich nach einem plitsche platsche Regenschauer. Er sehnte sich nach einem kühlen und erfrischenden, samtig seichten Seidenlaken auf seiner sonnengeröteten Haut. Er sehnte sich nach dicken Regentropfen, welche leider nur in seinem Kopf tropften. Nur in seinem Kopf stand er unter den Bäumen und es tropften Tropfen von dem frischen Grün , auf seine strohiges, ausgeblichenes Haar.

Bei den Gedanken, den Sehnsüchten, fiel er unerfüllt in einen unruhigen, stark verschwitzten Schlaf.
Er träumte vom Hopfen, vom verkümmerten Korn. Er träumte vom Felde und sah all die abgeknickten Hälse. Er träumte vom Tropfen über den auch sie sich  freuen würden.

Erinnerung an einen heißen Sommertag 3



Als er an jenem lauen Sommertag schwitzend und erschöpft schlief, als er in seinem Traum ein wenig wirr umher irrte, hämmerte sein erregtes Herz gegen die Wand seiner, sich im Intervall erhebenden Brust. Das Herz, wie ein tickender Wecker, pumpte sein Blut durch die Adern und Venen seines fast überhitzten Körpers.

Derweil zogen hoch über ihm die Wolken zusammen. Die Grillen und die Vögel verstummten. Der Himmel war ergraut. Es grollte und rollte ein lauter Donnerschlag.

Blitzartig erwachte er aus seinem Traum und saß mit verschwitztem Oberkörper, senkrecht auf seinem Bett, unter seinem weißen Fliegennetz. Von draußen wehte ein kühler, frischer Wind herein und als der sturzbachartige Regen begann, flutete reines, sauberes Wasser sein staubtrockenes, stark verschmutzt und verkrustetet Schwergemüt von dannen. Was blieb, war das Gefühl von Frische und wohltuender Kühle.