Freitag, 24. Juni 2011

Mittwoch, 22. Juni 2011

15 Wünsche hat ein Mensch



?
Liebe
Moralität
Soziale Anerkennung
Sexuelles Begehren
Bewegungsdrang
Vergeltungsbedürfnis 
Bürgerrechte-Sozial Gerechtigkeit 
Schmerz und Furcht ablehnen 
Soziale Gemeinschaft 
Ordnungswunsch
Unabhängigkeit
Familiensinn
Prestigwunsch
Machtverlangen

Magische Orte

 

 

 

 

MAGISCHE ORTE
Natur- und Kulturmonumente der Welt

8. April bis 30. Dezember 2011


„[…]“
Die Ausstellung „Magische Orte“ nimmt ihre Besucher mit auf eine Weltreise zu den großartigsten und bewegendsten Kultstätten der Natur- und Menschheitsentwicklung. Spektakuläre Fotografien, erstaunliche erdgeschichtliche Objekte und beeindruckende Kunstwerke führen uns durch Wüsten und Gebirge, durch Urwälder und verwunschene Gärten, in Tempel und Paläste – an wahrhaft „magische Orte“, deren Schönheit die gewaltigen schöpferischen Energien unserer Erde verkörpern. Indem wir in diese magischen Orte eindringen, beginnen sie zu erzählen – denn an jedem von ihnen liegen Mythen, Sagen und Geschichten über die Entwicklung der Natur und des Menschen verborgen...

„Magische Orte“ ist eine Ausstellung der Gasometer Oberhausen GmbH

Dienstag, 21. Juni 2011

Nancy Sinatra & Lee Hazelwood - Summer Wine


Eine Sommersonnenwende






Er nahm einen großen Schluck reinster Lust am puren Leben.

Damals, trieb er es heiß und innig, bis dass sein Blut vor Erregung kochte. Durchgehend, ohne Unterbrechungen, bis er erschöpft in sich sackte und federleicht gebettet, seicht dahintreibend mit ihr oder mit jener, nass geschwitzt, fest umschlungen einschlief. 

Heute, faulig aus dem Rachen riechend, ergraut, ausgeblichen, gebrechlich und kaum noch Zähne im Gebiss, saß er eingeschlummert, schmunzelnd im Traum, leicht schwankend in seinem Schaukelstuhl, unter dem Blätterdach seines ältesten Apfelbaums. Er träumte einen Traum, und er sah hell erleuchtete Sequenzen aus seinem eigenen Leben.

Damals, blies ihm der salzig schmeckende Wind durch sein zerzaustes, krauses Haar. Die Wellen brachen, es schäumte sanft, ein jugendlicher Sommer umspülte seicht seine nackten Füße auf denen er fest, mitten im Leben stand.
Beschwingt flog er auf seiner formschönen Gitarre durch das sonnig warme Land. Und überall dort wo er wie ein Gipsy lebte, bereitete es ihm eine ganz besondere Freude, anderen Menschen die er liebte, eine Freude zu bereiten.

Manch einem gefiederten Zeitgenossen missfiel sein Handeln. Manch ein anderer gefiederter Zeitgenosse verstand seinen scheinbar blinden Aktionismus nicht.
Doch er spürte und wusste, dass es hierbei kein richtig oder falsch gab, denn es fühlte sich stets gut an.

Und so breitete er, immer und immer wieder seine Schwingen aus und so stimmte er immer und immer wieder die Seiten seines Instruments, und so spielte er wohl klingende Lieder, und er lebte einen lang anhaltenden, heißen Sommer einer unvergesslichen Jugend.

Heute, geschützt unter dem Blätterdach seines ältesten Apfelbaums, saß er zufrieden drein blickend, vom Wein des Lebens nippend und wartete unerschrocken auf den Herbst seines Lebens.

Montag, 20. Juni 2011

Book Of The Week


Zitat:

"Wir sind nur gekommen.
ein Traumbild zu sehen, wir sind
nur gekommen zu träumen, nicht wirklich,
nicht wirklich sind wir gekommen,
auf der Erde zu leben."

Tochihuitzin Coyolchiuhqui
(aztekischer Dichter, um 1419)

The Passenger - Dimiter Ovtcharov


Sonntag, 19. Juni 2011

Auf der Suche nach dem Glück



Er fand sich wieder in einem heruntergekommenen, stinkenden Etablissement.
Im Schatten, verwinkelt und verborgen in den dunkelsten Ecken der kleinsten Großstadt Deutschlands. Dort stank es, dort war es laut. Himmelhoch jauchzend, am Tage, sowie in der Nacht.

Aus großen Lautsprechern, auf einer kleinen Bühne, zwischen dem Tresen und den wackligen Rundtischen, erklang sehr, sehr schräge Gitarrenmusik gepaart mit einer schrecklich lallenden  Stimme.

Er war auf der Suche nach dem Glück gewesen, zugedröhnt von dem lauten, lallenden Gesang und dem Gegenteil von Qualität eines Musikers, der sich dem Gestank des Etablissements  angepasst hatte. 
An jenem Ort, am Tresen fühlte er sich ein wenig deplatziert.
Ein wenig fühlte er sich auch wie in der Kloake,  umgeben von Ratten und billigem Whisky, der hier rund um die Uhr ausgeschenkt wurde.   

Doch plötzlich, dort wo er es hätte niemals vermutet, sah er leicht verschwommen, umgeben von Ratten und billigem Whisky, ein vollbusiges Wunder.

Wie ein Krokodil das den Lokus herunter gespült wurde, bewegte er sich zielbewusst durch das Abwasser. Dabei stieß er den ein oder anderen, nach Alkohol stinkenden Nager bei Seite.
Als er leicht schwankend, direkt vor ihr stand, sprach er sie an:  

 „Welch ein Glück. Welch ein schier unfassbares Glück heut Abend hier zu sein.“  

Und beide saßen sie bis früh in die Morgenstund, schlürfend, kippelnd auf dreibeinigen Hockern, am Tresen, umgeben von Ratten und unendlich viel billigem Whisky.  Sie erzählten sich Geschichten, wärmten sich gegenseitig, schützten sich vor der Kälte, in der Morgendämmerung.

Gemeinsam, nicht mehr einsam, begaben sie sich bis in die nächste Nacht hinein, auf die schier unendliche Suche.

Freitag, 10. Juni 2011

Johnny Cash - A Boy Named Sue


GEO EPOCHE



Kriminalität ist etwas, das meist im Verborgenen geschieht, abseits der Öffentlichkeit, ja abseits so gut wie aller Blicke. Das gilt umso mehr für das Organisierte Verbrechen, dessen Vertreter einen großen Teil ihres Aufwandes dafür betreiben, ihr brutales, lukratives Geschäft unentdeckt und im Geheimen führen zu können...

Den Kippschalter umlegen




Heute mal keine ohrenbetäubende Hintergrundbeschallung, keine rauf und runter dudelnde Chart-Musik, kein lispelnder Radiomoderator der aus den Lautsprechern ertönt und Schreckensnachrichten im Halbstundentakt verkündet.

Heute bleibt der stromfressende Großbild-Fernseher ausgeschaltet. Es laufen keine bunten Bilder nonstop, es brodelt kein überhitzter Wasserkocher und keiner sitzt auf dem Blümchensofa während im Badezimmer das Licht noch brennt.

Die Wärmedecke, der Lockenwickler, die Waschmaschine, das Bügeleisen, der Trockner, der Fön, der Heizstab, der große EHEIM-Filter und die tropisch scheinenden Aquariumleuchtstoffröhren bleiben heute ausgeschaltet.

Denn heute simulieren die an der Wasseroberfläche schwimmenden Fische den absoluten Stillstand im trauten Heim. Denn heute wird der Kippschalter umgelegt, und es herrscht nun die Stille.

Absolute Stille.

Es ist still, so ungewohnt still. so unheimlich still,  so unvorstellbar still.  Zwischen den sonst so laut beschallten, mit Raufaser zugekleisterten vier Wänden herrscht nun die Stille. 

Freitag, 3. Juni 2011

The Marvelettes - Please Mr. Postman


Ablegen I







Er drückte lediglich nur auf einen Knopf der Multifunktionsfernbedienung:

Die helle, direkt strahlende Halogen-Deckenbeleuchtung und zwei indirekt strahlende Eckstrahler, die Schreibtischlampe, der Fernseher und die dazugehörige Soundanlage, sowie ein Computer sprangen gleichzeitig an und alles stand sekundenschnell für ihn bereit.

Seine Tasse mit dampfend heißen, magenschonenden Qualitätskaffee hielt er bereits in seiner Hand.
Noch bevor er den Raum betreten hatte, hatte der Kaffeeautomat  mit integrierter Zeitschaltuhr, seinen Kaffee punktgenau auf die gewünschte Temperatur gebracht und auf die Sekunde pünktlich bereitgestellt.

In seinem flauschig warmen Bademantel, in seinen flauschig warmen Socken mit Gummistoppern saß er nun vor seinem wassergekühlten Rechner und startete sein neues Schreibprogramm. Ein Programm, im Vergleich zu der älteren Version, mit noch mehr vereinfachten, zeitsparenden und effizienteren Funktionen.

Es öffnete sich eine leere Maske.

Weiß, wie Neuschnee war die Illusion von einem Blatt Papier, welches vor seinen wachen Augen lag.

So tauchte er also seine imaginäre, trockene Feder in das kleine, imaginäre Tuscheglas und fing an zu schreiben.  

Ablegen II







Ausgehöhlt und leer erschien ihm das Leben. Völlig wertlos erschien ihm der ganze teure “Ein-Knopfdruck-Genügt-High-Tech-Kram“. Destruktiv war das Handeln einer  “Ein-Knopfdruck-Genügt-High-Tech-Kram-Gesellschaft“, zu der auch er gehörte.  

Hörig sein, für die widerstandslose Dazugehörigkeit.

Mit emsigen Eifer und kräfteraubenden Aktionen versuchten sie alle gemeinsam, im Kollektiv und doch irgendwie jeder für sich, die Leere, das klaffende Loch zu füllen.

Steif, wie ausgestopfte Teddybären saßen sie an jedem Abend, gebannt vor ihren entstaubten, glänzenden, materiellen “Besitztümern für den Abfalleimer“ und warteten unbefriedigt auf etwas was nicht kam. 

Ablegen III







“Ein-Knopfdruck-Genügt-High-Tech-Kram-Gesellschaftskritik“

Sein jämmerliches, auf hochglanz poliertes  Dasein, welches wie ein heller Stern unter milliarden anderer heller Sterne am großen Himmel einer starken Industrienation glänzte, war ein totes Dasein.

Denn jeder hell leuchtende Stern, so wusste er, war längst erloschen.

Kopfschüttelnd, süßen Kaffee schlürfend ließ er den Fernseher laufen ohne hinzuschauen. Kopfschüttelnd, süßen Kaffee schlürfend leuchtete er sein kleines Reich wie ein Aquarium aus und hackte wie wild auf seiner butterweichen Tastatur herum.

Alles was hier und jetzt geschah erschien ihm so unwahrscheinlich paradox.

Dessen bewusst war er sich schon sehr, sehr lange, doch so richtig deutlich wurde es ihm erst vor kurzem. 

Ablegen IV







In den abgeschiedenen Gärten, umgeben von den alten Gemäuern des uralten Klosters.

Dort hieß es: „Ablegen“.

Alles was so unglaublich wertvoll schien, war plötzlich völlig wertlos.

Er kehrte ein und fand sich wieder.

Die Ruhe und der Frieden, die Schönheit der Natur um ihn herum ließ sein Schwergemüt im Winde verfliegen. Er trennte sich und wurde eins.
Deutlich fühlbar, im Einklang mit sich selbst, verschmolzen mit seiner Umgebung begab er sich auf eine Reise durch die Klostermauern. Nicht zum ersten mal war er an diesem Ort gewesen, doch zum ersten mal spürte er es hier ganz deutlich. Er spürte, die im alltäglichen Leben unterdrückte Sehnsucht. Er spürte jene Gefühle die er sonst nicht zulassen konnte.   

Ablegen V







Gefangen im Alltag.

In einer sich schnell und stetig beschleunigenden Zeit, in den Fängen der schweren Arbeit,  angekettet an dem endlos fließenden Band, mitten im grau getrübten Alltag.

Zeitweilend fühlte auch er sich unter dem Joche der Arbeit seiner kostbaren  Kraft beraubt.

Doch zeitheilend kamen neue, frische Gedanken und es strömten wieder frische, neue Kräfte durch seine pulsierenden Adern. Und nun wusste er, dass ein Aderlass, so wie ihm verordnet wurde, reinster Humbug war.

„Zur Ader lassen“ war wohl eine der schädlichsten Arten der Behandlung, die er, sie alle tagtäglich erduldeten. Er, sie alle lebten ein leeres Leben. Er, sie alle ließen sich in dem trüben Fluss dahintreiben und bemerkten leider nicht was um ihnen herum geschah.