Dienstag, 13. Dezember 2011

René Marik - Alles Ist Pop




ALLES IST POP

von

René Marik


QUELLE:www.jamba.de

Montag, 12. Dezember 2011

Peugeot 504


PS:...........................................................................................................................................94

                                 Produktionszeitraum:..................................................1968–1983 (außerhalb Europas: bis 2005)

    Leergewicht:........................................................................................ca 1200 kg (je nach Modell)

                                 Länge:.....................................................................................(Lim.) 4486 mm (Kombi) 4800 mm

                                 Breite:...............................................................................................................................1690 mm

     Höhe:.......................................................................................(Lim.) 1460 mm (Kombi) 1550 mm

Sonntag, 11. Dezember 2011

Lyonel Feininger



„Kunst ist nicht Luxus, sondern Notwendigkeit.“

LYONEL FEININGER

 1871-1956, dt.-amerik. Maler u. Grafiker


Aktuelle Ausstellung:

28. Oktober 2011 bis 8. Januar 2012
Städtische Galerie in der Reithalle
Paderborn-Schloß Neuhaus
Im Schloßpark 12 · D-33104 Paderborn
Tel. 0 52 51 / 88 10 76 (Fax 0 52 51 / 88 10 61)
staedtische-galerien@paderborn.de
www.paderborn.de/kultur

Lebe lieber langsam





Manchmal fahren sie ihr kostbarstes Gut, das Leben, welches ihnen wurde nur einmal gegeben, sehr hart am Limit. Bewusst, oder unbewusst, am Ende heißt es dann: „Hätte ich es doch besser gewusst, dann hätte ich...“  

Vollgas, Endgeschwindigkeit, auf Feuerrädern am frühen Morgen und in der Nacht. Auf der Bahn, schnurstracks geradeaus, Vollgas, Endgeschwindigkeit. Durch Alleen, rechts und links dicke, wuchtige Bäume, hoch und höher noch als Häuser. Über Land- und Bundesstraßen, vorbei an  hungrigen, Sonnenlicht fressenden Photovoltaikanlagen, vorbei an nonstop rotierenden Windrädern, ganz schnell vorbei, mit Vollgas, Endgeschwindigkeit. 

Eine Geschwindigkeit die keine Ampel, kein Schild und Starenkasten zu mindern vermag.


Ein äußerst markanter Fahrstil, hart am Limit, vorbei geleitet von lichtreflektierenden Markierungen auf der Fahrbahn, vorbei geleitet an den vorgeschriebenen Richtungen, dem Strafgesetzbuch. 
Manchmal fahren sie ihr kostbarstes Gut, das Leben, welches ihnen wurde nur einmal gegeben, sehr hart am Limit und fühlen dabei ihren malträtierten Körper nicht mehr. Wie verlorene, die sich hoffnungslos im Schilderwald verirrt haben.

Tag für Tag schalten sie in den letzten Gang. Vollgas, von null auf einhundert achtzig, wenn es sein muss auch mit kaltem Ottomotor, in null Komma nichts Sekunden, rasen sie dahin und verbrennen teuren Sprit bis dass die Leuchte leuchtet.

Aus weiter Ferne ertönt ein Alarmsignal welches sie, schon lange nicht mehr hören.


Monströser Stress, Tag für Tag, sei es auf der Arbeit, schneller, schneller, besser, besser, mehr, mehr, weiter, weiter. „Siehst Du die Schweißperlen auf meiner Stirn? Die kommen nicht vom herumstehen!“


Exorbitanter Stress,  Tag für Tag, sei es im  Alltag, Lebensmittel einkaufen, kaufen, kaufen, Essen kochen, Essen essen, Ping Pong,  hin und her, zwischen Ekel und Genuss, Ressourcen für den Eimer und die Kloake.


Monumentaler Stress, Tag für Tag, sei es in der  Freizeit, erst Fitness, dann Shoppen dann mal wieder so richtig k****n gehen.

Sie fahren ihr Leben, das kostbarste Gut, gegen die Leitplanke, gegen den Brückenpfeiler, gegen die Wand. 

Ein Leben, so schnell, wie ein unwahrscheinlich schnell wirkendes Abführmittel.         

Dienstag, 6. Dezember 2011

Kurtis Blow - Christmas Rapping


Flucht und Verwandlung - Nelly Sachs




19.11.2011 - 29.01.2012
Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund  



Kontakt:
Projektbüro Nelly Sachs
gewerk GmbH
Bundesallee 87
12161 Berlin
www.nellysachs.com

Montag, 5. Dezember 2011

Gemeinsam stachen wir in See




Zu jener Zeit, ganz am Anfang, lang ist es her, kannten wir einander kaum. Wir saßen in dem selben Boot. Du (grimmig drein blickend) am Ruder, ich (nichts wissend) an der Takelage. 


Es lotste uns durch die Strömungen der Weltmeere ein seekranker Navigator mit starrem Blick nach vorn. 


Wir beide waren damals sehr naiv gewesen. Wir erkannten die Gefahr nicht, wir vertrauten blind, denn wir waren davon überzeugt, dass man uns auf den richtigen Kurs bringen wird.  Im Nachhinein weiß ich, dass wir in die Irre geführt wurden.


Der seekranke Navigator mit dem starren Blick nach vorn brachte uns in ungeahnte Schwierigkeiten, die wir selbst mit Manneskraft, viel Schweiß und schmerzhaften Blessuren nicht bewältigten konnten. Es war eine schwierige Zeit gewesen. Es war die Zeit in der wir einander kennen und sehr stark zu schätzen lernten.


Am Ende kam es wie es kommen musste- der Kahn lief auf Grund und binnen Minuten ging er unter.

Weinend saßen wir in den Rettungsbooten, hilflos mussten wir zusehen wie all unsere Träume auf den  Grund des Meeres sanken und insgeheim bangten wir vor einer ungewissen Zukunft.

Sonntag, 4. Dezember 2011

PROJEKT KUNST



Aktuelle Ausstellung:

PROJEKT KUNST

Der Kopf alleine reicht nicht aus

Forum für Kunst und Spiel

Städtische Galerie Paderborn,  Am Abdinghof, Kreuzgang

13.11.2011 - 22.1.2012

„Rauchen ist schlecht für die Gesundheit!“



Heut zu Tage weiß doch jedes Kind dass, das Rauchen von Zigaretten mit tödlicher Sicherheit einem selber und auch den Menschen in der unmittelbaren Umgebung erheblichen Schaden zufügt. Menschen die sich nicht wehren können, beispielsweise Kinder von Rauchern, leiden besonders stark unter diesem gesundheitsschädigenden Einfluss.

Der dichte, blaugraue Rauch zog von vorne nach hinten und hüllte ihn und seinen Bruder ein und es legte sich der “Schleier des Todes“ über die beiden Kinder. Nachdem ihre Eltern die Glut der aufgerauchten  Stummel im Ascher erstickt hatten, wurden kurz die von innen vergilbten Scheiben herunter gekurbelt, und schockgelüftet mit 180km/h auf der Autobahn in Richtung Belgrad.

Sie waren auf dem Weg in die Heimat, auf dem Weg in die Türkei.

Nach einer dreitägigen Abenteuerfahrt (die sich alljährlich in den Sommerferien wiederholte) stieg die vierköpfige Familie aus dem Auto. Zwei Erwachsene und ihre beiden Kinder, hustende Nikotinpflaster, die da mit gereizten Augen standen und von ihren rauchenden Verwandten abgeknutscht und in die Wangen gezwickt wurden.

Erster Schultag

Es war sein allererster Schultag, an den er sich krampfhaft versuchte zu erinnerte, während er das Polaroid in seiner Hand betrachte. Auf dem Bild waren er und sein Vater zu sehen. Er stand da in seinen ausgewaschenen Karottenjeans mit Hochwasserstand. In  seinem Arm lag eine riesengroße Schultüte. Neben ihm stand sein Fathi, sehr stark rauchend, mit dem Glimmstängel zwischen den schmalen Lippen.

Überall, wo Freunde und Familie aufeinander trafen, dort wo man gemeinsam aß und trank, überall, ob im Garten unter der Laube, oder in einem der kleinen Zimmer in der dreiundfünfzig Quadratmeter Wohnung, es wurde sehr stark geraucht.


Seine persönliche Zeitleiste rauf und wieder runter, zu jeder Zeit, in jedem Abschnitt seines Lebens gehörte die Zigarette (unnatürlicher Weise) dazu.

Auf dem Balkon

Wie traurig“, dachte er sich heute, den Blick auf seine Schachtel Lucky Strike gerichtet. Traurig war er, denn nach dreieinhalb Jahren der Abstinenz, ganz unerwartet, in einem Moment der Schwäche, war er wieder dem Rauch verfallen.
Der ekelhafte Rauch, der an ihm haftete, wie ein klebriges Kaugummi unter seiner Schuhsohle, hatte sich wieder über ihn gelegt wie der “Schleier des Todes“. 
Viele Jahre waren seit den langen Autofahrten in die Heimat vergangen. Nun stand er in der Rolle des Vaters. Er, das Kind von damals, stand auf dem Balkon und zog noch ein letztes Mal an seiner Zigarette. Verblasste Erinnerungen wurden lebendig, Konturen wurden schärfer und die Bilder bekamen wieder Farbe.


Er drückte seine noch qualmende Zigarette aus und schmiss die noch halb volle Schachtel in den Mülleimer.

Montag, 28. November 2011

Nelly Sachs - Fahrt ins Staublose


Suhrkamp, 1988 - 386 Seiten

Das ganze Werk der Nelly Sachs ist eine 'Fahrt ins Staublose'. Aber die Fahrt beginnt bei uns selber, dem 'Staub, der das Licht verdeckt'; sie beginnt 'In den Wohnungen des Todes'. Das Buch spricht von den Konzentrationslagern; seine Grabschriften sind 'in die Luft geschrieben' wie der Rauch, in den sich der Leib der Opfer verwandelt hat. Den Henkern, den Mitwissern und Helfershelfern wird nicht verziehen und nicht gedroht.

"Alles beginnt mit der Sehnsucht."

Nelly Sachs

(eigentlich Leonie Sachs; * 10. Dezember 1891; † 12. Mai 1970)


Sonntag, 27. November 2011

Freitag, 25. November 2011

Im ewig grüne Park des Lebens




Heute bog er weder links noch rechts ab, er ging geradeaus. Geradewegs den Pfad entlang. Entlang des kleinen Sees am Park. „Ist das etwa der ewig grüne Park des Lebens? So hatte ich ihn aber nicht in Erinnerung.“, dachte er sich kopfschüttelnd und sehr stark entsetzt.

Er sah rostige Bänke und überquellende Abfalleimer. Seinen Blick über den See werfend, sah er des weiteren eine tote Ente, kopfunter. Ihr lebloser Körper trieb über die unruhige, tief schwarze, Licht absorbierende Oberfläche des Sees. 

Er sah billige Supermarkt-Spirituosen in den Händen von trinkenden, rauchenden, mitten auf dem Weg stehenden, perspektivlosen Jugendlichen, die jeden ihrer im Kauderwelsch gesprochenen Worte, aus den Tiefen ihrer Hälse ziehend, zu Boden spuckten.

Er ging geradeaus. Geradewegs den Pfad entlang. Er ging mitten durch faulen, himmelhoch jauchzenden, arbeitslosen Unrat und achtete dabei sorgsam auf jeden seiner Schritte, damit nichts Schleimiges, Ekeliges unter seiner Sohle klebte.


Abwechselnd, mal von links und mal von rechts überholten ihn ältere Damen. Manche mit Gehstock, manche mit "Top-Sport-Rollatoren" und manche in Turnschuhen, wohl möglich auf orthopädischen Einlagen gebettet.

Rentnerinnen, leicht beängstigt, stur nach vorn blickend. Keinesfalls grüßende alte Damen, die, die Welt, die Jugend von heute schon lange nicht mehr verstanden . „Wo sind all jene, Zigarre rauchenden Herren von damals geblieben?“, fragte er sich. „Sie sind schon alle tot und längst beerdigt“, antwortete ihm seine innere Stimme.

Desweiteren sah er einen Mann am Ufer des Sees, im ewig grünen Park des Lebens stehen. Dieser Mann sah dünn und abgemagert aus. Die Leichenblässe in seinem Gesicht ergab einen starken Kontrast zu der unruhigen Wasseroberfläche.

Rauchend und Bier trinkend stand dieser kranke Mensch am Ufer und ließ sich mit Kopf und Harren, mit Haut und Knochen  von dem alles absorbierenden See verschlingen.

„Wäre ich doch lieber links oder rechts abgebogen.“, sagte er zu einer im Abfall wühlenden, fassadengrauen Stadttaube am Wegesrand, die plötzlich von einer auf sie herab stürzenden Krähe gepackt, zerfleischt und gierig gefressen wurde.  


„Welch ein erschreckender Anblick!“, dachte er sich.

The Lonely Island & Michael Bolton

Donnerstag, 24. November 2011

Seid was ihr wollt - François Villon


François Villon
Geb. 1431, bei Paris; nach 1463 verschollen.

Der von vielen modernen Schriftstellern zum Ahnherr erkorene Vagant stammte aus einfachsten Verhältnissen, konnte aber durch einen Gönner ein Studium abschließen. Danach trieb er sich in Unterwelt und Wanderschaft herum, erlebte Verbannung, Todesurteil und Begnadigung; sein Lebensende liegt im Dunkeln.



Seid was ihr wollt

Seid was ihr wollt: Soldaten, Schuster, Opernsänger,
Produktenhändler oder auch nur Hundefänger,
ob ihr verlaust seid oder an der Börse spekuliert
mit Haifischflossen, Affenschitt und Kaffeebohnen,
ob sich die graden oder mehr die krummen Wege lohnen;
nur wo ihr euer Geld verliert,
bei Weibern, Wein und Kartenspiel,
da wiegt ihr allesamt nicht viel.

Stopft euch den Bauch mit Kaviar und Pfauenzungen
und qualmt solange, bis aus den zerfressnen Lungen
die Schwindsucht grinsend in die Landschaft stiert,
seid Meister auf der Kegelbahn, sammelt Autographen,
wählt Reichstag und euch selber zu den Oberschafen;
nur wo ihr euer Geld verliert,
bei Weibern, Wein und Kartenspiel,
da wiegt ihr allesamt nicht viel.

Von solchem Übel kann euch nur der Dalles retten,
denn wer nichts hat, sein Haupt darauf zu betten,
kein Haus und auch kein Kleid, wenns ihn im Winter friert;
der fühlt, wie schwer die armen Knochen wiegen,
wenn sie verfault bei Aas und Maden liegen,
und denkt: wer jetzt die Lust verliert,
der wog bei Weibern, Wein und Kartenspiel
nicht einen Pappenstiel.


Mittwoch, 23. November 2011

Er schrieb und schrieb..




Er schrieb und schrieb, manchmal stundenlang, verteilt auf Tage, scheinbar nie enden wollend. Die Worte quollen aus seinem Leben und flossen in seine Geschichten.

Wie wilde Ströme mit unzähligen Seitenarmen, verteilt über die gesamte Oberfläche des blauen Planeten. Wie reißende Gedankenflüsse die selbst der größte und stärkste Staudamm nicht zu bändigen vermochte. 

Entsprungen aus dem Ur-quell aller Quellen, nahm eine scheinbar nie enden wollende Geschichte ihren Lauf durch das Leben. 

Er schrieb und schrieb, manchmal Tage und Wochen- nichts. Stundenlang saß er da wie angewurzelt und verweilte stundenlang an ein und demselben Ort. Scheinbar nicht atmend, scheinbar tot, wie nie gelebt. 

So saß nicht wirklich er, an eben diesem Ort. Seinem Schatten gleich saß dort wer, der hätte er wohl sein können.

Dienstag, 22. November 2011

Concierto de Aranjuez- Joaquin Rodrigo



Zum Geburtstag des spanischen Komponisten Joaquin Rodrigo Vidre hier noch ein kleiner Link:



Joaquín Rodrigo Vidre (* 22. November 1901 † 6. Juli 1999) 

Montag, 21. November 2011

Opel Rekord E1 (1977–1982)



                              
PS:...........................................................................................................................................110

Produktionszeitraum:.....................................................................................08/1977–07/1986

Leergewicht:.........................................................................................................1145–1305 kg

Länge:............................................................................................................................4620 mm

Breite:.............................................................................................................................1726 mm

Höhe:..............................................................................................................................1470 mm

Sonntag, 20. November 2011

Shoot Of The Week


(Dies ist ein Foto eines Hornbach-Leihanhängers.)

Xtreme Hobbies








Worte des Abschieds




Ruhe in Frieden alter Mann, denn nun gehe ich endgültig. Ich gehe meines Weges ohne dich. Ruhe in Frieden alter Mann, denn nun lasse ich Dich endlich sterben. Wenn es das ist was du willst, dann steige den steilen Berg hinauf und stell dich tot, so wie du es immer tust. Doch vergiss nicht dir reichlich Sprit in den Rucksack zu packen, vergiss nicht der Weg ist einsam und lang.

Verdammt, nun ruh doch schon endlich in Frieden! Alter Mann lass mich stolzen Schrittes meines Weges gehen. Es ist der Weg eines Mannes, der zu seinen Schwächen steht. Du wusstest es noch nicht, und du wirst es auch nie erfahren, doch ich sage es dir, meine Schwächen, gesehen aus deinen Augen, sind in Wirklichkeit meine charakteristischen Stärken.

Ich sage an dieser Stelle ganz klar und deutlich, verständlich für dich und für jeden am Wegesrand: „Siktir lan.“ Schalt deine Hörgeräte ein, nur für dich und all die Leute am Rande des Weges sage ich es jetzt noch ein letztes Mal:             „Siktir lan.“

Gehe in Frieden, doch gehe geschwind. Nimm mit dein jämmerliches Dasein, dein Erbe von dem du sprachst, noch bevor ich sprechen durfte. 

Es war das aller letzte Mal, dass du mir einen Haufen Dung, glitzer Kacke als Gold verkaufen wolltest. Und hier noch einmal, ein aller, aller letztes Mal: „Siktir lan.“

Nun steig doch schon auf den einsamen, steilen Berg hinauf. Nun geh doch schon. Gehe in Frieden, doch gehe geschwind.  



Samstag, 19. November 2011

Importiertes Fundstück aus der Astronautenbar

Inside - Out





Barfuß ging er mit einer Tasse dampfend heißen Pups-Tee in der Hand über den Parkettboden. Für einen Augenblick verweilte er vor dem romantisch, behaglichen- vor dem stimmungsvollen Kamin. Wohltuendes Licht und Wärme umgaben ihn wie eine Umarmung. 

Friedlich loderten die Flammen, leise knisterte der regenerative Brennstoff - Biopellets, Holzbriketts aus Birke, Buche, Eiche-Misch und Weichholz, während draußen ein Sturm tobte.


Unerbittlich  peitschte der Wind dicke Regentropfen gegen den neuen Anstrich der alten Dame.

Er blickte durch das kleine Erkerfenster zur Kreuzung hin, und betrachtete die Welt durch einen dicken Regentropfen. Für einen Augenblick sah er alles auf den Kopf gestellt.

Die Straßen waren in dem gelben Schein der stark schwenkenden Laternen getaucht. Der scharf wehende Wind wirbelte Erinnerungen auf und die angenehme Wärme des friedlich vor sich hin knisternden Kamins wich eisiger Kälte. 

Abgekühlte Asche fiel durch den Rost, während die spiegelverkehrte Welt dort draußen von einem wild tobenden Sturm beherrschte wurde.

Eilig, hastig gehend, schnell rauchend, machte er der frontal auf ihn zukommenden, leicht ergrauten Revolutionärs-Stimmung platz. Damals wie heute, scheinbar ziellos raste er durch die Straßen seiner Ex-Geliebten-Heimatstadt. 

Langsam drehte sich der Spieß.

Schweres, fetttriefendes Kalbfleisch, *helal geschlachtet und ausgeblutet im Namen [...]s,  ließ ihn erkennen was er vor Jahren nie für Möglich gehalten hätte. Er erkannte die Gestalt im gleißend heller werdendem Licht. Er fühlte ganz deutlich einen stechenden Schmerz.

Aufgespießt, das Herz um geschätzte dreißig Zentimeter verfehlt. Blutspritzend- durchbohrt von einem heißen, sich stetig tiefer und tiefer bohrenden Spieß. Tief in sein Innerstes gestochen, haarscharf vorbei an seiner noch voll funktionstüchtigen Galle, welche durchzogen von unzähligen Meridianen, ihm an guten, sowie schlechten Tagen scheinbar unerschöpflich viel Lebensenergie spendete. 

Mitten in seinem Körper steckte ein fetttriefender, sich langsam drehender Dönerspieß der nun seiner überfüllten Blase gefährlich nah kam. „So also fühlt sich ein prall gefüllter gelber Sack am Straßenrand an, in dem schon im nächsten Augenblick ein vorbeifahrender Randale-Bruder auf deinem oder meinem gestohlenen Fahrrad eintritt.“ Ein sich wöchentlich wiederholendes Schauspiel. Das Antiaggressionsprogramm der Perspektivlosen mit und ohne Migrations-Bonus.

Kontinuierlich hatte er sich weit über das Ziel hinaus integriert.

In seinem Bauch steckte noch immer ein sich drehender Dönerspieß, die Galle kam ihm hoch während der Curry-Ketchup auf seine jungfräulich weiße Hose tropfte, während er sich eine extra scharfe, dampfend heiße Wurst reinzog, direkt gegenüber der Dönerbude, auf der anderen Straßenseite, an der Frittenbude, zusammen mit dem nach Jägermeister riechenden, zwei Mal geschiedenen Gregor, der ausschließlich nur von Gabis Linsensuppe aß. 



* "Halal (ḥalāl, arabisch ‏حلال‎) – deutsch-umgangssprachlich Hellal – ist ein arabisches Wort und kann mit „erlaubt“ und „zulässig“ übersetzt werden. Es bezeichnet alle Dinge und Taten, die nach islamischem Recht erlaubt oder zulässig sind. [...]"  (Quelle: www.wikipedia.de)

Sonntag, 13. November 2011

Giora Feidman





Giora Feidman (* 25. März 1936 in Buenos Aires) ist Klarinettist.

Giora Feidmans Eltern waren bessarabische Juden. Sein Vater, selbst Musiker, war sein erster Lehrer. Das Orchester des Teatro Colón nahm Giora mit 18 Jahren auf. Zwei Jahre später ging er als Bassklarinettist zum Israel Philharmonic Orchestra. Anfang der 1970-er Jahre begann er seine Solokarriere als Klezmer-Musiker und zog nach New York. Heutzutage gilt er als der bedeutendste Instrumentalsolist der Klezmermusik. Sein Betätigungsfeld ist vor allem Deutschland, dem er sich besonders verbunden fühlt.


Mittwoch, 9. November 2011

4. „Nacht der Bibliotheken“



Liebe, Lust, Leidenschaft - der Countdown läuft ...

Unter dem Motto "Total verknallt in Bibliotheken!" wird die "Nacht der Bibliotheken in NRW" am 11.11.11 ihre Fans und alle, die es werden wollen, bei ihren Leidenschaften packen. In beinahe 200 Bibliotheken im Land wird dazu ein zu Herzen gehendes Programm geboten.

Schließlich ist Bibliothek Tag für Tag so emotional wie das Leben: 


Der eine findet hier das Sachbuch zu seiner (Sammler-)Leidenschaft, die andere den Musical-Hit, der sie aufwühlt. Bibliothek bietet Herz-Schmerz-Hörbücher, Filme über Romanzen, Ratgeber zur Lebenslust und Werke der Weltliteratur über Liebe und Leidenschaft.

Der Wissenschaftsjournalist und Moderator Ranga Yogeshwar betonte die zentrale Rolle, die Bibliotheken in unserer Gesellschaft spielen. "Sie stehen für Qualität, Wahrheit und Glaubwürdigkeit. Solche Orte brauchen wir", sagte er.


Mehr Informationen unter  www.nachtderbibliotheken.de

Dienstag, 8. November 2011

Istanbul

Book Of The Week



Von den Kindern

Deine Kinder sind nicht deine Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selbst.

Sie kommen durch dich, aber nicht von dir,
und obwohl sie mit dir sind, gehören sie dir doch nicht.

Du kannst ihnen deine Liebe geben,
aber nicht deine Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

Du kannst ihrem Körper ein Heim geben,
aber nicht ihrer Seele,
denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen,
das du nicht besuchen kannst,
nicht einmal in deinen Träumen.

Du kannst versuchen, ihnen gleich zu sein,
aber suche nicht, sie dir gleich zu machen.
Denn das Leben geht nicht rückwärts
und verweilt nicht beim Gestern.

Du bist der Bogen, von dem deine Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden!

Der Schütze sieht das Ziel
auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und er spannt euch mit seiner Macht,
damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst euren Bogen von der Hand
des Schützen auf Freude gerichtet sein.

Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt,
so liebt er auch den Bogen, der fest ist.



Khalil Gibran, arabischer Dichter
(1883-1931)

Sonntag, 6. November 2011

50 Jahre und mehr...



Tage, Wochen, Monate, Jahre, um genau zu sein, fünfzig Jahre sind nun vergangen...


Viele, viele von uns sind in hoffnungsvoller Erwartung gekommen. Wir kamen in überfüllten Zügen und klappernden Autos. Angeworben und herangekarrt aus den kleinsten Dörfern und den größten Städten aus dem Morgenland.


Viele, viele von uns sind geblieben.


Manche, melancholisch drein blickende, Gastarbeiter, ähhh... Entschüldigüng, Einwanderer (politisch anerkannter “Einwanderer-Status“ erst seit Anfang der Neunziger Jahre - nach den Brandanschlägen in Solingen und Hoyerswerda) sind notorische Sitzenbleiber. In der einen Hand die heruntergebrannte Marlboro, in der anderen Hand nervös das Tespih (ein Tespih ist eine im Islam gebräuchliche Gebetskette) schwingend, sitzen sie noch heute auf ihren gepackten Koffern. 

Viele, viele von uns haben es leider noch immer nicht gecheckt, manche wollen auch einfach nichts checken.


Lauter Migranten wie Du und Ich. Menschen mit deutschem Vordergrund und türkischem Hintergrund, oder wenn Du magst auch umgekehrt. Wir, bzw. unsere Väter Ali, Mustafa und Hakan kamen in den Wirtschaftswunderjahren. Tüchtig wie sie waren packten sie auch gleich mit an. Hand in Hand mit Franz, Hans und Gertrude von der Frittenbude. Gemeinsam bauten sie schweißtreibend auf,  was heute noch Bestand hat.


Um es auf den Punkt zu bringen: „Ich bin sogar stolz drauf und freue mich über die daraus resultierenden Möglichkeiten.“ 


Mir war es z.B. möglich eine deutsche Braut kennen- und lieben zu lernen. Diese starke Verbundenheit, diese Brücke, die zwei unterschiedliche Völker miteinander verbindet, ist einfach wunderbar und trägt mittlerweile süße Früchte.


Die vierte Generation wächst bereits heran und auch dieser Gedanke erfreut mich sondergleichen.   

Wir sind Teil deutscher Geschichte. Wir, und damit meine ich einfach alle, ganz egal ob deutsch, türkisch, italienisch, spanisch oder griechisch, wir sind deutsch und stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben.


Ich bin ein sogenanntes Kind mit Migrationshintergrund, ein Wort, welches mir nicht ganz geheuer ist. Ich sehe im Fernsehen lauter Vorzeige-Türken, die genauso wie ich unter dieser scheinbar chronischen Krankheit Migration leiden und darüber sprechen oder gar schreiben wollen. Mir scheint so, als ob nun jeder Sender mindestens einen Türken im Archiv stehen hat und raus kramt. Als ob es in Zeiten der Krise keine anderen Themen mehr gäbe über die wir uns gepflegt unterhalten könnten. 


Ja, auch bin ein deutscher Türke aus der Vorstadt, aufgewachsen im Schatten der stahlverarbeitenden Fabrik.

Und auch ich feiere heute das islamische Opfer-Fest. 


Wie viele von den drei Millionen, hier lebenden Türken opferte auch ich ein klitzekleines Stückchen Haut, mit phänomenal großer Bedeutung für die ganze Familie. Das kleine Vögelchen musste dran glauben.


Einige Zeit ist nun vergangen, und ich glaube nun zu erkennen, welch demoralisierende Doppelmoral hinter all den Sitten und Bräuchen der “Exil-Türken“ steckt.


Im Übrigen habe ich mich bereits vor Jahren mit dem Thema Einwanderung, bzw. Auswanderung befasst.


BABA, DER AUSWANDERER


Samstag, 5. November 2011

Krankenhaus Melancholie 1




Kurz zuvor lag er noch im zerwühlten Krankenhausbett. Nun stand er leicht schwankend im karierten Pyjama, mit überfüllter Blase auf dem kalten Kunstharzboden. Er kniff die Augenlider zusammen und fokussierte den rot leuchtenden Lichtschalter, der für das Licht im Badezimmer war. 

Torkelnd durch das halbdunkle Zimmer, den Blick stets auf das rote Licht gerichtet. Die Toilette (die er sich mit zwei weiteren Mitpatienten teilte) war die Hoffnung auf Erleichterung.  Nun war sie nur noch einige wenige Schritte weit entfernt.

Seine Blase leerend, entspannt auf der Kloschüssel sitzend, wurde er sich seiner Situation bewusst.
Ganz eindeutig, so wusste er, war er der wahnsinnigen Maschinerie, dem “Stress im Alltag“ zu nahe gekommen. Er war in den Sog geraten. Beängstigend groß gewachsen war der Alltag, der sich hatte an ihn herangeschlichen. Ganz nah war er ihm gekommen und hatte ihn mitgenommen.

Deutlich spürbar waren nun die Alarmsignale seines Körpers. Schmerzhaft waren die Bauchkrämpfe die ihn zu einem zeitlich begrenzten Ausstieg zwangen. Er stieg voll des Schmerzes aus dem Taxi und checkte ein im Krankenhaus, in der Notfallaufnahme.  

Krankenhaus Melancholie 2




Es war ein dunkler Tag als er im zerwühlten Krankenhaus Bett lag. Trüben Blickes, am Tropf hängend schaute er aus dem Fenster. Seine müden Augen ruhten auf dem zugefrorenen Teich im Park. Ein künstlich angelegter Teich in einem Park der, die Genesung beschleunigen konnte. An diesem Tag jedoch, drehte ein einsam humpelnder Raucher seine Runden um den Teich herum, und rauchtee eine Kippe nach der anderen. 


Frischluftzufuhr am Tage, so wie in der Nacht.


Seine müden, brennenden Augen fielen ihm zu und er schlief tief und ruhig atmend, als für einen kurzen Augenblick die dunkle Wolkendecke aufbrach. Als das Sonnenlicht über den zugefrorenen See glitt, als der einsam humpelnde Raucher seine nächste Zigarette an dem Stummel der letzten Zigarette, lötend zum Glimmen brachte. Für einen kurzen Augenblick sah der humpelnde Raucher durch das Eis hindurch. Er sah für nur einen kurzen Augenblick bis auf den Grund, wären er plötzlich im Schlaf zusammenzuckte.

Krankenhaus Melancholie 3




Des Nachts begab er sich wohlwollend in die Obhut der Schwestern. Am Tage ließ er sich ebenso wohlwollend von den Ärzten behandeln. Mittlerweile hatte er es geschafft den sich potenzierenden Alltagsstress der vergangenen Monate hinter sich zu lassen. Er hatte es geschafft den durchgehenden Druck, der auf seine Seele drückte abzubauen. 


Drucküberlastung bei durchgehenden Reaktionen konnte er nun problemlos mit Hilfe eines Druckausgleichventils ablassen. Nun krampfte er nicht mehr vor Schmerz zusammen und verharrte an Ort und Stelle, nun lag er in seinem zerwühlten Krankenhausbett und segelte über die Weltmeere.


Im gedankenfreien Fall, im Dreibett-Zimmer des hiesigen Krankenhauses genoss er die grenzenlose Freiheit.

Am Tage sowie in der Nacht segelte er über das Meer. Er segelte von Hafen zu Hafen. Überall dort, wo immer er mochte, warf er seinen Anker aus. Barfuß ging er über das sonnengewärmte Deck. Braungebrannt lag er in seiner Hängematte, rauchte Zigarre, trank eisgekühltes Bier und genoss die fantastische Aussicht auf die Küste, den Strand, die Berge und die dahinter untergehende Sonne.


Die Sonnenröte lag auf seinem Gesicht, als er müde, des Glückes erfüllt vor dem laufenden Flimmerkasten einschlief.       

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Blumio - Hey Mr. Nazi


CLICK ON IT!


"ICH WIDME DIESES LIED ALLEN FREIGEISTERN. ALLEN, DIE ÜBER DEN TELLERRAND SCHAUEN UND MENSCHEN NICHT REDUZIEREN AUF HAUTFARBE, RELIGION, NATIONALITÄT, GESCHLECHT ODER SEXUELLE AUSRICHTUNG. ALLEN DIE EINEN MENSCHEN HASSEN FÜR SEINE ÄTZENDE ART UND NICHT SEINE HERKUNFT, UND ALLEN, DIE EINEN BESONDEREN MENSCHEN LIEBEN UND SICH FÜR DIESEN AUFOPFERN, UND AN MR. NAZI.

ICH HOFFE, DASS EINMAL DER TAG KOMMT, AN DEM WIR UNS DIE HAND GEBEN."

BLUMIO 

Blumio - Antigewaltsong


Blumio - Eberhard


Montag, 24. Oktober 2011

Aerostat


Weisheit von Buddha


"Wir sind, was wir denken. Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.

Mit unseren Gedanken machen wir die Welt."








Sonntag, 23. Oktober 2011

Wir sind dabei



Sie ist dabei, er ist dabei, wir sind dabei. Gemeinsam sind wir dabei völlig durchzudrehen. Und dabei war es gar nicht mal so schwer.

Wir blicken aus dem Fenster. Wir blicken weit, weit weg von uns.

Auf der anderen Straßenseite sehen wir den einsamen Nachbar von der durchgehend geöffneten Nacht-Bar. Er ist es unverkennbar. Der torkelnde Mann und sein markanter Gang. Er ist es, der Wind und Wetter trotzt. Er ist es, der zusammen mit dem in Kette rauchenden OPEL-Opa um die Wette kotzt.  

Wenden wir den Blick wieder nach innen.  

Dort sehen wir, durch die Web-Cam blickend, all unsere besten Freunde.  Dort sehen wir sie. Es sind die, die nonstop, auf uns warten. Es sind deine Buddies. Es sind meine Buddies.  Es sind unsere Buddies. “Freunde“, von denen wir viele nie persönlich gesehen haben. Fremde Menschen die sich reihen in die Liste ein, die nonstop dort stehen, zusammen mit all den Verwandten aus der Ferne, die wir nur selten sehen. 

Gemeinsam, müden Blickes, mit brennenden Augen, verspüren wir die Sehnsucht.

Es verbindet die Bürgerinnen und die Bürger der Cyber-City. “Nebulosity“- Unklarheit sehen wir in den Augen derer, welche leben gleich neben an, in dem Nachbarland- Utopia. 

Sie sind Menschen, wie Du und Ich, aus einem anderen Land. Sie sind Menschen, dessen Spiegelneuronen wie wild umher hüpfen und gemeinsam, mit uns, Ringelreigen tanzen.

Falls Du es noch nicht wusstest, ich sage es Dir: „Auch Du bist dabei.“