Dienstag, 31. August 2010

Franz Schubert - Serenade


Backen für Ercan


Ich wollte ihm eine ganz besondere Freude bereiten. Zu diesem Anlass hatte ich einen leckeren Apfelkuchen gebacken und war gerade im Begriff an der offenen Tür vorbei zu gehen, um den herrlich duftenden Kuchen aus dem Ofen zu nehmen. Doch  als ich im Vorbeigehen einen erstarrten Ercan erblickte, blieb ich stehen. 


Bssssssssssssssssst...sst. Eine Stubenfliege landete auf dem Rand seiner längst geleerten Kaffeetasse. Die doppelverglaste Fensterscheibe vibrierte, als ein großer LKW die Straße vor dem Mehrfamilienhaus entlang fuhr. Das laute Brummen des Dieselmotors wurde immer leiser, bis es dann verstummte.

Durch den regennassen Schleier hindurch konnte man das Bellen eines Hundes hören. Oder war es das Bellen eines domestizierten Rotfuchses?
Ein Fuchs der die Stadt für sich entdeckt hatte, der wider seiner Natur in Mülleimern nach Essbarem, nach den leckeren Resten der Menschen wühlte.

Das Bellen, nur einen Block weiter, kam aus einem vollgekoteten Vorgarten der Großstadt.

Metall News



Die große Wut der Textilarbeiter

Beschäftigte in Bangladesh wehren sich gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und miese Löhne.

Kämpferische junge Frauen und Männer färbten am 30. Juni die Straßen von Dhaka, der Hauptstadt Bangladeshs: Textilarbeiterinnen und -arbeiter, die für Mindestlöhne und gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen protestierten.

 Die Löhne in den rund 4500 Textilfabriken von Bangladesh, die für Firmen wie H&M und Zara arbeiten, gehören zu den niedrigsten der Welt. Viele Arbeiter – 85 Prozent sind Frauen – erhalten nur den Mindestlohn: umgerechnet 19 Euro im Monat – für oft 14 Stunden Arbeit an sieben Tagen in der Woche. 19 Euro sind nicht einmal halb so viel, wie sie brauchen, um (über-)leben zu können. Mindestens 58 Euro fordern sie. Den Firmen würde das kaum weh tun, denn die Löhne machen nur 0,5 Prozent der Verkaufspreise aus.

 Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal: Immer wieder werden Arbeiterinnen von Vorarbeitern geschlagen oder sterben qualvoll bei Firmenbränden, weil die Türen abgesperrt sind. Wer sich gewerkschaftlich organisiert, muss mit Kündigung rechnen.
Seit langem prangert die “Kampagne für saubere Arbeit“ diese Zustände an.



Frage und Antwort

"Gut, dass Ihr Euch für faire Leiharbeit stark macht. Aber warum sprecht Ihr immer von Leiharbeit? Es heißt ja auch Zeitarbeits- und nicht Leiharbeitsfirma."
Henry H., Dresden

Antwort der Redaktion:

Seit langen wird darüber gestritten, ob man die Arbeitnehmerüberlassung treffender bezeichnen sollte. Arbeitgeber sprechen von Zeitarbeit, weil dieser Begriff neutral erscheint und eher “positive“ Gedanken auslöst. Er setzt bei der technischen Größe Zeit an.
Die Gewerkschaften hingegen setzten bei den Betroffenen an. Sie nennen die tatsächlichen Abhängigkeitsverhältnisse beim Namen und sprechen von Leiharbeit. Denn Beschäftigte eines Verbleihunternehmens werden vorübergehend an einen Dritten verliehen.


Quelle:

Book Of The Week

Sonntag, 29. August 2010

Sonntags-Songblumen




Mutter Teresa

Mutter Teresa
Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin


"Am meisten schenkt der, der Freude schenkt."

...bei den Fischen



Er, ein altbekannter Großstadtmongole, saß an einem stürmischen Spätsommertag zwischen Blumen der Nacht, in Mitten eines Pulks von erschöpft drein blickenden Bardamen, versunken im dichten Whiskydunst.
Er saß auf einem harten Hocker, seinen schweren Kopf gestützt auf schmerzenden Ellbogengelenken, seinen schweren Kopf umfasst von trockenen Händen.
Er saß, im flackernden Schein, unter einer beleuchteten, bunten Tiffany-Kunst-Landschaft, während sein munteres Gemüt, erdrosselt, erstarrt und längst erkaltet bei den Fischen lag. 

Killing Zoe - Trailer

Freitag, 13. August 2010

Gedanken, bitter wie die Galle



Erhitz, am Boden, auf flirrend heißem Asphalt, getreten, weich wie Kaugummi, mit heißem Dampf und einem scharfkantigen Spachtel, abgekratzt, wie eine Schrumpfpassung über ein Edelstahlrohr gestülpt und abgezogen.

Sein Kopf rauchte und sein sonst so klarer Verstand brauchte einen Tag am Meer. Das Rauschen der Wellen, frische Luft, kreischende Möwen und eine salzig kühlende Meeresbrise nach der Anderen. 

Er sehnte sich nach Mee(h)r. Mehr vom Leben, denn er wollte mehr als nur überanstrengende Konzentration, schwere Arbeit, gekleidet in Blau, gehüllt in Schwarz, verpackt in Wut, gefangen in einer nie enden wollenden Schleife. 

Er zog an seiner längst herunter gebrannten Zigarette, trank von seinem längst abgekühlten Kaffee und erinnerte sich an damals.

Damals, er hatte stets großen Hunger gehabt, denn gesund war sein Appetit.
Damals, begierig glänzten seine Augen zu allen Tageszeiten. 
Damals, wies ihn seine hell leuchtende Lebensfreude wie fabrikneue Xenonscheinwerfer durch die nebelverhangene Nacht.

Er zog noch ein letztes Mal an seiner längst herunter gebrannten Zigarette, trank einen letzten Schluck von seinem längst abgekühlten Kaffee und blickte in die blutigen Augen eines Schreckgespenstes. Er blickte in den Spiegel und sah ein verzerrtes Bild. Er stand im Badezimmer, unrasiert und fern der Heimat. 

Nach der Nachtschicht, nach der Schicht am Endlosband. Verbrannt, rauchig seine Stimme, geschwärzt, dunkle Ringe und ein schlechter Atem.

Er saß da, einfach so, alleine, noch eine ganze Weile, tippte Zeile für Zeile, im Schein des flackernden Monitors. Er saß da, einfach so, einsam und fühlte sich so unendlich leer.

Montag, 9. August 2010

Ignatius von Loyola


Wer Seelenfrieden sucht, kann ihn nicht finden solange er den Grund des Unfriedens in sich selbst hat. 

Ignatius von Loyola (1491-1556)

Freitag, 6. August 2010

Atompilz über Hiroshima


6. August 1945

Gran Torino - Trailer


Gran Torino - Written by Clint Eastwood, Jamie cullum, Kyle Eastwood and Michael Stevens


topsy-turvify



 Saubere Gedanken. Gewaschen in der brandneuen Markenwaschmaschine der Firma: „Rein Weiß“.
Er, und mit ihm auch Andere, fühlten sich wie gewellte Sittige. Sie waren Art-Performance-Vögel. Von Vögeln hatten sie Ahnung. Und so taten Sie dass, was sie am aller Besten konnten. Tag ein, Tag aus  boten sie denen die wollten, eine kostenfreie,  künstlerische Schau.
Eine leicht exhibitionistisch angehauchte Welle ging beim Lesen der Zeilen durch und durch die Reihen.  Von ganz vorne, bis nach ganz hinten. Den Lesern wurde es bewusst. Sie wussten nun,  dass etwas ganz Besonderes durch das Blut derer floss, ohne die es nicht ging.
Hell erleuchtet betraten alle die Bühne und gemeinsam tanzten sie einen Reigen, nackt. Sie wälzten ihre Körper in bunter, schadstofffreier Farbe. Exotisch für die Einen, ekstatisch für die Anderen, eine Gruppe im weißen Schein der grellen Bühnenbeleuchtung.