Sonntag, 30. Mai 2010

Hybrid-Knet-Kaktusfigur



Die ulkig lustigen Haare, sprich, die Blütenblätter sind von den ausgeblühten Pfingstrosen herabgerieselt.
Der kleine Kaktus stand auch gerade in Reichweite. So kam das Eine zum Anderen und siehe da, meine Hybrid-Knet-Kaktusfigur erstrahlt nun im Schein der LCD-Taschenlampe.     

Sonntags Lyrik


Ein Teil seines verrauchten Lebens war schnell und holprig an ihm vorbei gezogen. Einige Fragmente aus seinen wilden Jahren waren jedoch noch zu gebrauchen und zu retten gewesen. Um genau diese Fragmente, jene Erinnerungen an damals ging es ihm beim niederschreiben einiger, unter dem Eis, im See, dahin treibenden Gedanken. 
Er hatte wild gelebt und noch wilder geliebt. Wie ein Gypsie, zusammen mit den Flüchtigen am Rande der sinkenden, vor Dreck stinkenden Stadt, schrabbte er hart an der Grenze vorbei. Zusammen hatten sie einige Krumme Dinger wieder gerade gebogen, gemeinsam hatten sie viel erlebt. Grenzwertige Erfahrungen hatten sein Leben, und das ihrer sehr stark geprägt. 
Er hatte die Wildesten, die schon lange nicht mehr unter uns weilen, überlebt. Er trug sie den tränen nahe, im Herzen. Er fühlte wie geschwächt, wie gelähmt er starr vor dem flackernden Bildschirm seines lahmenden PCs saß. Er verließ seinen erstarrten Körper, schwebte über dem Ich und betrachtete sich von außen. Er sah seinen rauen, leicht zittrigen Hände zu, wie sie wie ausgetrocknetes Dörrobst über die Tastatur huschten. Er sah dicke, hässliche Motten ihn umkreisen. Er sah seine Hände, Finger eines Metallers, sich sehnend nach ein bisschen Zärtlichkeit. 
Er entglitt und glitt über den zugefrorenen See, über dünnes Eis. Ein rauer kalter Wind wehte ihm durchs dicht gewachsene Haar. Gegen den Wind schritt er aus in großen Schritten, gegen den Wind schrie er laut: „Haut endlich ab! Haut ab ihr Flaschen-Geister ohne Gewissen und ohne Skrupel!“

Samstag, 29. Mai 2010

Martin Luther King


Der gute Nachbar übersieht die Äußerlichkeiten und erkennt die inneren Werte, die jeden Menschen zum Menschen und damit zum Bruder machen.

Stop Motion Film - Unangeschnallt


Africa Positive - Magazin


PULP FICTION 『Misirlou』Dick Dale & His Del-Tones

A Clockwork Orange - Trailer


Teil Eins

Kapitel Eins

(1) 

Der Bus rollte an und Herr von Müllmanski sagte wütend: „Ich würde euch ja gerne anbieten mit dem Bus zu mir nach Hause zu fahren, doch leider habe ich seit geraumer Zeit Hausverbot in sämtlichen Bussen der Stadt.“ Schwarzfahrer höheren Alters, Schwarzfahrer mit besonderen geistigen Fähigkeiten und psychischen Störungen schreckt eine Anzeige bei der Polizei und ein hohes Busgeld bei der Busfahrgesellschaft nicht ab. Ein Hausverbot war an dieser Stelle erforderlich.
Herr von Müllmanski besaß ja "eigentlich" sogar eine gültige Monatskarte. Bloß war seine Monatskarte ein ganz besonders beflügeltes Ticket, welches so mir nichts dir nichts vom Balkon geflattert war. Es war wie ein Vöglein zwei Etagen tiefer geflogen und es hatte sich unter dem grünen Rasenteppich auf dem Balkon von Herrn Grünwald versteckt.
Wieder und immer wieder hatte Herr von Müllmanski diese Geschichte dem Busfahrer erzählt. Wieder und immer wieder hatte Herr von Müllmanski diese Geschichte den Polizeibeamten erzählt. Wieder und immer wieder wollte Herr von Müllmanski den grünen Kunstrasenteppich von Herrn Grünwalds Balkon reißen, wie besessen verlangte er seine Karte zurück. Der arme Herr Grünwald schüttelte besorgt sein graumeliertes Haupt und verstand die Welt nicht mehr.

Busta Rhymes - Gimme Some More


Mittwoch, 26. Mai 2010

Book Of The Week

Ein Zuhause



In diesem Jahr, zum ersten Mal, saß er auf einem der beiden Bistro-Stühlen, an dem runden Bistro-Tisch, auf dem Balkon, zwischen den Blumen.

Herrlicher Sonnenschein wärmte sein Gemüt. Im Rücken ein erfrischend kühler Wind. Sanft ihm zuflüsternde Bäume und das liebreizende Gezwitscher der heimischen Singvögel in den dicht zugewachsenen Kronen der grünen Riesen. Ein Genuß sondergleichen. 

Er fühlte sich wohl auf seinem überteuerten Stuhl aus Kunststoff und Billig-Stahl, der ihm im Rücken schmerzte. Er fühlte sich wohl vor dem flackernden Monitor seines lahmenden LapTops, dessen Arbeitsspeicher seinen Anforderungen nicht mehr entsprach. Doch er fühlte sich sichtlich wohl, mitten in der Stadt, in einer saftig grünen Oase, mit dem Blick in die Bäume, dem Blick in den Garten.

Das Haus in dem er seit nun fast zwei Jahren wohnte, war alt, groß und es hatte eine eindrucksvolle Fassade, die renovierungsbedürftig war. Ein Termin stand noch nicht fest, doch noch in diesem Jahr sollte die alte Dame einen neuen Anstrich bekommen. Die alte Dame, so nannte er liebevoll das alte Haus, war eine Art sicherer Hafen. Für ihn und seine liebe Frau war es das Gefühl von Geborgenheit und trauter Zweisamkeit. Von hier aus brachen sie auf und bereisten ihre kleine Welt. Sie setzten ihre Segel und segelten über die Meere. An den Wochenenden kauften sie ein, füllten ihre Vorräte mit Produkten die leider nicht immer fair gehandelt wurden und freuten sich über die anschließende Ruhe zwischen den dicken Außenwänden und der Dreifachverglasung zur Straßenseite hin. Sie, die Segler der Meere, warfen ihren schweren Anker in das saubere, kristallklare Wasser ihres wunderschönen Hafens.

Des öfteren steuerten sie auch andere, ihnen bekannte Häfen an. Sie besuchten hinkende, mit Hacken bestückte, einäugige Freunde, deren Herzen voll der Fröhlichkeit, in ewiger Glückseeligkeit pochten und pochten und pochten.

Doch am Ende eines jeden Tages, manchmal auch noch spät in der Nacht, kamen sie zurück und schlossen die schwere Tür der alten Dame auf. Sie betraten müde aber glücklich ihre wunderschöne Altbauwohnung im Herzen der Stadt.

In den vergangenen Tagen wurde ihm die Bedeutung eines Zuhauses klar. Ein Zuhause, so schön wie seins oder Deins, konnte man ohne in die dunklen Abgründe des Spießertums zu fallen, lieben und genießen.

Sonntag, 23. Mai 2010

Lukas 9,25


Was nützt es einem Menschen wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?

(Lukas 9,25)

Luzie, der Schrecken der Straße

Mittwoch, 19. Mai 2010

Zum Scheitern verurteilt?



Immer wieder drehen sie sich. Sie drehen sich wie Derwische. Sie drehen sich und drehen sich ständig im Kreis herum.

Immer wieder versuchen sie es. Sie versuchen es wieder und wieder. Sie versuchen zu entkommen. Sie versuchen es wieder und immer wieder. Doch ein Ausbruch scheint auf den ersten, den zweiten und den dritten Blick unmöglich.

Immer wieder suchen sie nach einem möglichst geraden Weg. Doch werden sie ihn auch finden?

"Ich hoffe dass sie finden wonach sie suchen." 

Sonntag, 16. Mai 2010

Und so entstand...


Heute entstand diese kleine Knetfigur. Eine neue Idee, mein neues Label:  KNETFIGUREN

"One Click on the headline and you'll see more photos"  


John Doyle im QCC



Kochen mit Ercan



Die letzten Tage hatte er hart gearbeitet. Er war müde. Er war gefangen in einer sich unruhig drehenden Welt. Ercan war rastlos, er war außer Atem. Ein Leben in ständiger Hektik, in ständiger Anspannung. 

Ercan brauchte jetzt seine Ruhe, denn er konnte nicht mehr. Eigentlich wollte ich den Salat zubereiten und Ercan wollte kochen. Doch es kam alles mal wieder anders als geplant. Während ich mich um unser leibliches Wohl kümmerte (mit orientalische Musik im Hintergrund und einem Glas Wein in der Hand), kam der alltagsgestresste Ercan so langsam wieder zur Ruhe. 


"One Click on the headline and you'll see more photos" 



Edith Stein (1891 - 1942)


Der nächste ist nicht der, den ich mag. Er ist ein jeder, der mir nahe kommt - ohne Ausnahme.

Samstag, 15. Mai 2010

Alea Konzert






Yeah, raus aus dem Alltag, ab aufs das Konzert einer wunderbaren Band. Musik wie Poesie. Wie gesungene Gedichte. Drei Brüder, ein Bassist und die Bude rockt.

mehr unter: www.alea-musik.de

Donnerstag, 13. Mai 2010



Einleitung
  
An einem regenverhangenen Morgen stand Elvis an der Bushaltestelle der Linie elf, als der leicht verrückte Herr von Müllmanski mit seinem Rollator um die Ecke gebogen kam. Wenn Herr von Müllmanski seine Medis regelmäßig einnahm, dann war er freundlich, fröhlich und stets bester Laune. „Grüß Göttchen mein lieber kleiner Freund El-wie, El-was, El-wo, Elmooo?“ „Nein, einfach nur Elvis!“, sagte die kleine arabische Wüstenrennmaus leicht gereizt. „Ach sooo! Ich zerstreuter alter Mann vergaß, du bist „Allwiss-Elvis, das stadtbekannte Teilzeit-Orakel.“ Grinsend schaute Herr von Müllmanski zu Elvis herunter, dabei steckte er seinen ganzen rechten Arm in den orange farbenen Mülleimer und wühlte im Müll herum. Gereizt antwortete Elvis: „Nein, ich gehe keiner Teilzeitbeschäftigung nach, und schon gar nicht als Orakel.“ Herr von Müllmanski zog ruckartig eine verpennt drein blickende, im “slowmo-mode“ zappelnde Maus am Schwanz heraus. Elvis riss die Augen auf und staunte.
„Aha, hab ich dich du kleine Ausreisserin! Na hast du denn wenigstens gut geschlafen?“ Fredeline, die weiße Labormaus kriegte kaum die Äuglein auf: „Lass mich gefälligst herunter du grauhaariger Mülleimer auf Rollen.“ Herr von Müllmanski setzte Fredeline kopfschüttelnd neben Elvis.
Die beiden Mäuse standen regungslos da und blickten sich schweigend an. Elvis hatte nie zuvor einen so schönen Schlafzimmerblick gesehen. Er hatte nie zuvor so gefühlt wie in jenem Augenblick, als Amor der Liebesgott, nach einer durchzechten Nacht, seinen Bogen sehr stark überstand und leicht verzogen hatte. Er hatte noch nie in seinem Leben so gefühlt, Als Amors Pfeil eintraf und Elvis, die arme kleine Wüstenrennmaus zusammenzuckte.

The Io Passion


Samy Deluxe - Vatertag


Andreas Steinhöfel - Der Mechanische Prinz

Book Of The Week

Sonntag, 9. Mai 2010

Für Ercan


Damals, als er noch jung war, ging er einer körperlich anspruchsvollen Tätigkeit nach. Er stand am Endlosband. Er arbeitete in der Endlosschicht. Stetig steigende Produktivität, wie eine Bordsteinschwalbe an  der durchgehend lärmenden Produktionsstraße. Im Nacken saß ihm sein raffgieriger Chef.
„Dies“,so dachte er sich, „sind die Gründe für meine mittlerweile chronischen Rückenschmerzen, meinen Hörschaden und meine immer wiederkehrenden Monster-Migräne-Attacken.“

Damals war er jung und naiv und schlug leider einen schlecht beleuchteten Weg ein. Er arbeitete strikt nach dem Schichtplan.
Er stieg hinab und ging unter im Höllenlärm. Im Hintergrund, ganz leise, lief ein zerstörerisches, scheinbar unaufhaltsames Unterprogramm. Es ratterte kaum hörbar, nonstop, Tag ein Tag aus.

Damals, als sein ölverschmiertes Geld noch etwas Wert war, als er sich mit den Kollegen, nach der Nachtschicht bei Werner hinter dem feuchten Tresen traf, als seine Leber noch tadellos funktionierte, war die frohschaffende Welt des stahlharten Werkers noch in aller bester Ordnung.

Heute

Seine nie wiederkehrende Gesundheit hatte er für eine starke Währung verkauft. Und so paradox es auch klingen mochte, ihm war es gleichgültig, denn damals fühlte er sich trotz ernst zu nehmender, immer größer werdender Wehwehchen, gesund.

Im Vergleich zu heute, hatte sich an manchen Stellen viel und an manch anderen Stellen leider nur sehr wenig geändert.
Seine Leber war für immer hinüber, der teure Euro gab nun den stetig schneller werdenden Takt an.
Fremdbestimmt, gedankenverloren, saß er voll des Schmerzes, resignierd, faulig vor sich hinpupsend, hinter der schlierigen Fensterscheibe und schaute in eine undurchschaubare Welt hinaus.

Er sah wie der Herbst seines Lebens, getragen vom eiskalten Ostwind, an ihm vorbei zog. Er sah den Zerfall von etwas, dass man mit Geld nicht bezahlen konnte.


Der Waldgeist küsst die schlafenden Seen


outdoorPRODUCTIONZ 

Als ich durch den Wald und um die Seen lief, sah ich einen jungen, wunderhübschen Waldgeist zwischen dem Dickicht, zwischen den Bäumen und an den Ufern der schlafenden Seen. 
Bei Kilometer vier, im Intervall, mal schnell und öfter mal langsam, sah ich wie der junge, wunderhübsche Waldgeist, die schlafenden Seen, zärtlich und liebevoll, wach küsste.

"One Click on the headline and you'll see more photos" 



Metall News



Nein zur Sonntagsarbeit

Der Sonntag ist der Tag für die Familie und die Erholung. Damit das auch so bleibt und der Sonntag europaweit unter Schutz gestellt wird, gibt es eine Gesetzesinitiative. Jeder kann sich mit einer virtuellen Unterschrift beteiligen unter www.freiersonntag.de. Es handelt sich übrigens um die erste europäische Bürgerinitiative.


Weiterbildung finanzieren

Wer sich heute für seinen Job weiterbildet, hat gute Chancen auf einen Zuschuss vom Staat. Der Leitfaden >Weiterbildung finanzieren 2010<  der Stiftung Warentest zeigt die wichtigsten Förderungen zur individuellen Fortbildung einer Fortbildung auf einem Blick. Er steht im Internet kostenlos zum Herunterladen bereit.




Teure Maultaschen

Eine Mitarbeitein eines Pflegeheims isst Maultaschen im Wert von drei Euro. Der Arbeitgeber entlässt sie fristlos. Die Bagatellkündigung wurde vor Gericht erfolgreich abgewehrt. Ein Metaller war als ehrenamtlicher Richter dabei.

Der am Verfahren ehrenamtliche Arbeitsrichter Karl-Heinz Schaaf im Interview:





 Quelle: metallzeitung, "Mai 2010"


Samstag, 8. Mai 2010

Black Dynamite

Dr. Oetker - Pudding & Backin


The Noah Gordon Weekend - Der Medicus


The Noah Gordon Weekend - Der Schamane


The Noah Gordon Weekend - Der Medicus von Saragossa

Wahl-O-Mat


Morgen ist die NRW Landtagswahl. Für all die, die sich noch nicht sicher sind, für all die, die wie ich, manches auf den letzten Drücker entscheiden, empfehle ich den Wahl-O-Mat. Auch ich habe mich da schon durchgeklickt. Über das Ergebnis war ich ehrlich gesagt nicht sonderlich überrascht.