Montag, 29. März 2010

Cats & Birds Love


Diese scheinbar ungleiche Liebe zwischen einem Kätchen und einem Wellensittig finde ich unwahrscheinlich süss. Symbolisch steht die Liebe der Beiden für alle Beziehungen die auf den ersten Blick (aus der starren, festgerosteten Blickwinkeln anderer) kaum vorstellbar wären.

photos by suzan 

Sonntag, 28. März 2010

Angst



Tief unter der Oberfläche führte ihn seine Angst über dunkle Pfade. Tief unter der Oberfläche gingen sie hastig über scharfkantigen Felsgestein. Sie gingen durch stollenartige, enge Gänge. Sie gingen tief und immer tiefer. Je tiefer sie hasteten, desto feuchter wurde es. Je tiefer sie stolperten, desto kälter wurde es. Dicke Tropfen fielen von der Decke zu Boden und zerplatzten auf dem harten Gestein. Schritt für Schritt, Hand in Hand, er und seine Angst.

Tief unter die Oberfläche hatte ihn seine Angst geführt, als sie plötzlich, ruckartig stehen blieben.

In der absoluten Dunkelheit, regungslos, an der feuchten Hand seiner Angst. Dort wo ihn scheinbar nichts und niemand sehen konnte, dort vermutete er auch nichts und niemanden. Dort wo scheinbar niemand war, verharrten sie.

Stille. Stille. Stille und ein leises, kaum wahrnehmbares Rascheln aus irgendeiner Ecke.

Rascheln. Sein Herz schlug schneller. Rascheln. Sein Puls ging höher. Das Rascheln wurde lauter. Er riss an der schweißnassen Hand seiner Angst. Er wollte fliehen, als plötzlich ein Zündholz aus Espenholz entflammte. Der Raum erhellte sich im schwachen Licht der Flamme.
Er wollte fliehen. Feste und verzweifelt riss er an der kalten Hand seiner Angst, die nun den Druck erhöhte. 
Er riss so feste er konnte. Es knackte laut. Der Knochen, der den Handwurzel-Knochen mit seinem kleinen Finger der rechten Hand verband, brach laut.

Mit einem gebrochenen Mittelhandknochen stand er schmerzerfüllt auf dem harten, scharfkantigen Gestein und schaute aus tränennassen Augen heraus in fahlblasse, tränennasse Gesichter, die so wie er von ihrer Angst festgehalten wurden und unter den Schmerzen ihrer gebrochenen Hände litten. 

Mittwoch, 24. März 2010

Serie: Vom Frühling bis zum Sommer






homePRODUCTIONZ

Langsam aber stetig taue ich endlich wieder auf und präsentiere die ersten Bilder meines ganz persönlichen Frühlings.

Aus Spaß an der Vorfreude habe ich heute eifrig Samen der Schmetterlingsblume und der Mohnpflanze gepflanzt (heute Mittag noch im Regal des hiesigen Raiffeisenmarkts und nun schon auf der warmen Fensterbank). Das vorläufige Resultat bringe ich mit dem Thema Ostern in Verbindung. Ein wenig Kitsch ist an dieser Stelle durchaus erwünscht.

Die fruchtbare Erde, lauter kleine Blumensamen voller Überraschungen und dem Naturdünger aus dem Beutel stehen bereit. Noch habe ich halbierte Äpfel und Futterkugeln mit hohem Fettgehalt für die heimischen, mir vertrauten Vogelarten in den Blumenkästen liegen, doch schon sehr bald wird es auf unserem Balkon (hoffentlich) bunt blühen. Bis Ostern wird es höchstens sprießen, gewiss nicht blühen. Doch vielleicht blüht es zum Muttertag (9. V. ’10).  

Snatch - movie trailer


Wolf Serno - Der Balsamträger

Nightshift Lyrics


Nach einer langen Nachtschicht stand ich müde‭  ‬mit einem Glas Chokomel‭  ‬im Erker und blickte aus dem schallisolierten doppel doppelt verglasten Fenster.‭

Vor den mit Graffitis besprühten Garagen pickten sich drei staubig graue Stadttauben durchs Erbrochene.‭ ‬Ganz aufgeregt zogen sie zusammen mit ihrer Milbenscharr Spuren durch die Lache und besudelten dabei ihr schwermetallbehaftetes Federkleid.‭

Ein in den Kabeln seiner Kopfhörer verwickelter Schüler mit einem fünfzackigen Irokesen auf dem Kopf war auf dem Weg zum Abendgymnasium am Vormittag.‭ ‬Er war auf dem Weg zum siebenundzwanzigsten Versuch das Abitur über den zweiten Bildungsweg zu erlangen.‭ 

Von rechts,‭ ‬im Sprint,‭ ‬an den Tauben vorbei,‭ ‬wurde der gehörgeschädigte Punk von einem paradiesisch bunt und vor allem eng gekleideten Jogger überholt.‭ ‬Der drahtig junge Mann wirkte ein wenig abgehetzt, als er in einer abgasverseuchten Wolke,‭ ‬an die rote Ampel gelehnt, seine Bänder dehnte.‭ 

Samstag, 13. März 2010

Aus der Krähenfeder


Bevor er das Textverarbeitungsprogramm wieder starten konnte, bevor er den Akku seines LapTops wieder komplett leerziehen konnte, bevor er wieder gute Geschichten schreiben konnte und von Blogspot zu Wordpress wechselte, tat er was ihm die Stimme riet:

„Trage vorher den Müll raus.“

Der schwere Kopf brummte ihm. Das monotone Geräusch zog sich durch seinen Alltag. Schmerzen. Er litt unter den Qualen einer ständig wiederkehrenden Migräne. Er erlitt einen folgenschweren Unfall. Ein ständig wiederkehrendes Bild brannte sich in sein Hirn und hinterließ tiefe Spuren. Er befand sich in einer Endlosschleife. In der Nacht. Es war immer und immer wieder der selbe Alpdruck. In der Dunkelheit. Auf die Stirn. Wie ein ekelig feuchter Kuss.

Er wollte nichts sehnlicher als eine Nacht durchschlafen. Er wollte. Doch was hielt ihn davon ab? Was war es? Fragen über Fragen. Gedanken über Gedanken. 

In seinem Blog, hinter dem Haus, über dem Dach der Gartenlaube, hoch oben zwischen den kahlen Ästen, im Krähennest. In seinem virtuell verstrahlten Nest hatte er etliche schwere Müllsäcke zwischen- und endgelagert. 

Er litt unter der Last Ihrer Krankheit. Ihm schmeckte der prickelnd erfrischende Light-Genuss nicht. Ein Genuss für alle. Ja, auch Du kannst es haben. Zuckerfrei, kalorienarm und mit viel Farbstoff angereichert. 

Ein Leben unter unzähligen, strahlenaussendenden Handymasten, unter einer smokverseuchten Käseglocke, unter dem Lärm, der nonstop Beschallung. Ob an der roten Ampel, im Supermarkt oder am Büdchen, die Symptome schwingen ständig mit. 

Ein Leben, ein Match auf hartem Hallenboden. Ständig spielt es einen von uns wie einen Rocket-Ball aus Glas, furchtbar schnell, geschnitten und geschmettert, gegen die harte Oberfläche einer bunt bemalten Wand.


Donnerstag, 11. März 2010

Martin Luther King



Erwacht


‬Nach einer schlaflosen Nacht, von Alpdrücken gequält.‭ ‬Nach einer langen Zeit,‭ ‬nach dem Tod seines geliebten Hamsters Freddy aus der Elm Street,‭ ‬saß er in einem löchrig,‭ ‬schwarz-rot gestreiften Pullover vor seinem grellen Bildschirm und tippte ‬stakkatoartig einen kurzen Text nieder. Er ‬fühlte sich zurück versetzt.‭

Gefallen und gefangen,‭ ‬nicht angeschnallt auf dem Fahrersitz,‭ ‬fuhr er rasend schnell durch die schwarze Nacht.‭ ‬Er war ein Geisterfahrer.‭ ‬Greller Schein des Abblendlichts eines frontal und brutal schnell näher kommenden LKWs ließ den Wageninnenraum hell erleuchten.‭ ‬Neben ihm auf dem Beifahrersitz lag ein Hamsterkäfig,‭ ‬lag Freddy,‭ ‬starr,‭ ‬in seinem angenagten Laufrad.‭

Samstag, 6. März 2010

Verschollen?!


Nein ich bin nicht verschollen, die Krähe ist nicht ausgeflogen, Ihsan lebt noch! Hatte nur sehr viel zu tun. Mußte sehr viel in der Produktionshalle  arbeiten und nebenbei gab es auf der großen "Baustelle-Leben" viel zu tun.  Auf Grund dessen hatte ich leider keine Zeit für die Blog-Pflege.
Es geht jetzt aber wieder etwas gemächlicher zu. Ich nehme mir aber noch eine kleine Auszeit. Denn die brauche ich dringend.