Sonntag, 31. Januar 2010

Soundfighter - Der blaue Planet

 

  

City - Am Fenster (Life)


Metall News



Ausländische Berufe anerkennen

Eine halbe Millionen Migranten sind in Deutschland weit unter ihrer Qualifikation beschäftigt und arbeiten in fachfremden, schlecht bezahlten Berufen. Der Grund: Viele ausländische Berufsabschlüsse werden hier nicht anerkannt. Ab 2011 soll sich das ändern. Eckpunkte für eine gesetzliche Regelung hat die Bundesregierung bereits Ende 2009 beschlossen. Aktuell existiert nur für bestimmte Migrantengruppen ein Rechtsanspruch auf Anerkennung. Zum Beispiel für Spätaussiedler, EU-Bürger oder Drittstaatenangehörige, aber nur für gewisse Berufsgruppen.



„Oh mein Gott“, Gedichte

Der Kabarettist und Satiriker Thorsten Stelzner, bekannt von vielen Lesungen auf IG Metall-Veranstaltungen, hat jetzt massig Gedichte veröffentlicht, teuflisch bissig, mit skurriler Leichtigkeit: „Oh mein Gott“ als Leseheft. Und „Irgend Welt 2.0“ als Hör-CD, von Stelzner selbst gesprochen.

www.thorsten-stelzner.de


Politische Arbeiterlieder in modernem, internationalen Sound: ewo²

Arbeiterlieder, Elektrobeat

“Das kleine elektronisch Weltorchester – ewo²“ mit dem Liedermacher Bernd “Schlauch“ Köhler erschafft das Arbeiterlied neu: Alte und neue Kampflieder mit Klampfe, Akkordeon und elektronischen Klängen. Bertolt-Brecht-Klassiker im orientalischem Stil. Preisträger der deutschen Schallplattenkritik 2009.

www.ewo2.de



Quelle: metallzeitung,  "Februar 2010"

Freitag, 29. Januar 2010

Oettinger Rede - Oettinger Talking English

 

Tagträumer



Abgesehen von der Narbe unter seiner Wange, abgesehen von dem Finger den er im Kampf verloren hatte, abgesehen von den immer wiederkehrenden „Monster-Migräne-Attacken", davon mal ganz abgesehen, wies er keine redenswerten Verschleißerscheinungen auf. Gut, ganz wie neu war er auch nicht mehr, aber er war noch lange nicht verschlissen.
Doch so fühlte er sich manchmal. Er fühlte sich alt, müde und verschlissen. Er fühlte sich [...].

Er saß am gedeckten Esstisch, aus dem Fenster blickend, in Gedanken verloren. Dabei wippte er ganz leicht vor und zurück, vor und zurück. Das tat er schon früher. Ganz früh schon beobachteten seine Lehrer in der Grundschule genau dieses Verhalten.
Leicht wippend blickte er aus dem Fenster heraus und betrat eine andere Welt. Er wandelte auf leeren Straßen, durch leere Kaufhäuser und leere Bahnhöfe. Er wandelte bereits sein leben lang durch die "Geisterstädte der Tagträumer".

Er saß in einem leeren Zugabteil. Graue Landschaften zogen in Schlierenbildern an ihm vorbei. Er fühlte eine immer größer werdende Leere, er fühlte sich vereinsamt und ganz allein, er fühlte sich ängstlich, er fühlte sich einer unbekannten Gefahr ausgesetzt.
Der Zug wurde schneller. Er stand auf und ging durch einen schmalen Gang. Er ging durch das Zugabtei hindurch, nach ganz vorne. Der Zug fuhr noch schneller, als er ein leeres Führerhaus betrat. 


Der Zug war führerlos.



Er saß in einem Zug. Rasend schnell, ziellos, aus der Geborgenheit heraus, ahnungslos, durch düstere, finstere Tunnel hindurch, hinein, in "eine ungewisse Zukunft".

Seine Frau tippte ihm auf seine Schulter. Er zuckte zusammen, als Sie ihn liebevoll streichelte und zu ihm sagte:

„Dein Essen wird kalt!“

Donnerstag, 28. Januar 2010

Lock, Stock & two smoking Barrels - Trailer

Rilke Projekt - Der Panther


Alles ist Eins




Einmal, am Rande des Hains,
stehn wir einsam beisammen
und sind festlich, wie Flammen
fühlen: Alles ist Eins.

Halten uns fest umfaßt;
werden im lauschenden Lande
durch die weichen Gewande
wachsen wie Ast an Ast.

Wiegt ein erwachender Hauch
die Dolden des Oleanders:
sieh, wir sind nicht mehr anders,
und wir wiegen uns auch.

Meine Seele spürt,
daß wir am Tore tasten.
Und sie fragt dich im Rasten:
Hast Du mich hergeführt?

Und du lächelst darauf
so herrlich und heiter
und: bald wandern wir weiter:
Tore gehn auf..

Und wir sind nicht mehr zag,
unser Weg wird kein Weh sein,
wird eine lange Allee sein
aus dem vergangenen Tag.




Rainer Maria Rilke
Aus: Dir zur Feier (1897/98)

Mittwoch, 27. Januar 2010

Fatih Akin - Eine Reportage


Takeshi Kitano - Dolls Trailer

Und weil es sooo lustig war...


Neulich im Bus



Das klappernde Geräusch des Dieselmotors verstummte. Kurz zuvor hatte die Lüftung an der Decke über dem Mittelgang ausgesetzt. Rotorblätter im Stillstand. Ein komisch klingendes Surren ertönte. Rotes Blinken in der Armaturanzeige erregte meine Aufmerksamkeit. Der Busfahrer fluchte leise. Der Fahrer im städtischen, dunkelblauen Anzug mit dem rotgelben Stadtwappen auf dem Oberarm, erhob sich ruckartig und stampfte wütend durch den matschigen Gang. Er blieb unter der geschlitzten Abdeckung der scheinbar defekten Lüftung stehen. Er stellte sich auf seine Zehenspitzen, reckte sich und klappte mit seinen Fingerspitzen die Befestigungsklammer der Abdeckung um.

"Rummmms".

Ein Raunen ging durch die Reihen. Eine Mutter schrie erschrocken auf. Ein Kind kreischte. Die Abdeckung, die verbogene Klammer und der Busfahrer lagen in einer Schneematschpfütze am Boden.
Ich sprang auf und war blitzschnell bei ihm. Er fluchte, dieses Mal laut: „Arschloch! Dieses  verdammte Arschloch!“ Das Kind blickte grinsend seine Mutter an. „Aloha, der nette Busfahrer-Onkel sagte aloha!“ Die leicht errötete Mutter ließ ihre Hand im Uhrzeigersinn, langsam, vor dem Gesicht ihres Kindes kreisen und wiederholte ständig das Wort: "Aloha, aloha.“ Das Kind blickte wütend zu dem Busfahrer-Onkel und schrie laut durch den Bus: Aloha, aloha!!“

Ich half dem, wie ich im Rücken bemerkte, leicht übergewichtigen Busfahrer wieder auf die Beine. Leicht wackelig schaukelte er noch ein wenig, als unsere Blicke sich trafen. Ich bemerkte dass er Tränen im Gesicht hatte. Er wand seinen Blick ab und wischte sich mit seinem Ärmel durchs Gesicht. Ich hob die Abdeckung und die Metallklammer auf. „Hier halten sie mal“, sagte ich und reichte ihm die Abdeckung. Soweit ich konnte bog ich die Klammer wieder gerade. Gemeinsam schauten wir uns die Rotorblätter an. Mit ein bisschen Muffe und zittriger Hand griff ich in den Ventilator und stieß vorsichtig eins der drei Blätter an. Das komischklingende Surren verstummte. Rotorblätter in Bewegung.
Es roch ein wenig verkohlt. „Riechen sie das auch?!“, fragte ich den Busfahrer. „Ja, ja! Wir fahren jetzt schnell weiter. Bis zur letzten Station am Wendehammer auf dem Ring, ist es nicht mehr weit. Ich informiere über Funk den mobilen Techniker-Dient...“, bei dem letzten Teil seines Satzes blickte er mich eindringlich an und sagte laut, für alle hörbar: „...ich danke Ihnen junger Mann. Ich danke ihnen allen und entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten. Doch seien sie beruhigt, in wenigen Minuten erreichen wir die Haltestelle am Ring.“ Ich setzte mich wieder auf meinen Platz. Als der Busfahrer zurück über den Gang stapfte, haftete ein kleiner, klebriger Blick an ihm. Das, mit Karottensaft verschmierte Kind schrie ihm hinterher: Aloha, aloha!“ Der Busfahrer startete den brüllend lauten Dieselmotor. Grünes Blinken in der Amaturanzeige.

Endstation.

Schlagartig hatte sich der Bus geleert. Manche Fahrgäste waren empört, schimpfend betraten sie die Straße und stapften hastig, wütend durch den Schnee. Manch anderen Fahrgäste verhielten sich eher ruhig. Einige von ihnen schüttelten lediglich nur ihre unter den Wollmützen, vor der eisigen Kälte geschützten Häupter.
Als ich, der letzte Fahrgast, den Bus verlassen wollte, hörte ich die Stimme des Busfahrers in meinem Rücken: „Hey junger Mann, danke nochmal!“ Ich drehte mich und deute ihm mir zu folgen. Draußen bot ich ihm eine von meinen filterlosen Luckys an. Frierend, bibbernd in der Kälte, rauchten wir geschützt vor dem Wind, unter der Bushaltestelle an der Endstation, als der traurig drein blickende, leicht untersetzte Busfahrer mir von seinem Ex-Freund erzählte:

„Das Arschloch hat mich heute Morgen verlassen!“

Dienstag, 26. Januar 2010

Die Kanaken - Mein Freund der Deutsche

Cem & Barış - Uzun İnce Bir Yoldayım



In diesem gemeinsam gesungenem Lied (dt. "Auf einem langen, schmalen Grad/Weg") geht es um das Leben und den Tod. Die Rede ist hier von zwei Türen. Durch die eine Tür betreten wir das Leben und durch die andere Tür verlassen wir es wieder.

Book Of The Week



 

Serdar Somuncu - [best of] 2009

 

Montag, 25. Januar 2010

Ata Canani 1979 Köln


Die Kanaken - Unsere deutschen Freunde



TV-Show "Bios Bahnhof" 1982 Ata Canani

Stadtromantiker



Sein Lebensbaum stand fest verwurzelt zwischen Asphalt und Betonblöcken. Über der Straße, hoch oben in der Krone saß ein abgasresistentes, unter schwersten Lebensbedingungen lebensfähiges, graues Stadttaubenpärchen. Sie schnäbbelten, kraulten und gurrten lebendig vor sich hin. Mitten durch ihren Lebensraum führte eine vierspurige Hauptstraße die auch er befuhr.

Er saß im Auto und dachte an ihren Lebenstraum. Ein Traum vom gemeinsamen Glück. Hinter der Scheibe, in dem kleinen Erker ihrer gemütlichen Altbauwohnung stand sie, als er gestresst von der Arbeit kam, als er das Auto„der-Umwelt-kommt-zu-Gute“mobil lebensmüde durch die Straßen ihrer Heimatstadt manövrierte.

Sie strahlte lebenslustig als er den Wagen parkte. Er freute sich (nach einem geschlagen Lebenskampf am Endlosband) sie wieder zu sehen. Er hielt Daumen und Zeigefinger beider Hände zusammen, so dass er sie Lebensgroß in seinem Herzen sah. Sie presste ihre zarten Finger an ihre roten Lippen und sand ihm einen Willkommenskuss.

Sezen Aksu - Unutmadım

Menschen (m)einer Welt


Mini Minoş



Mini Minoş (ş = sch), Muddis Liebling war heute krank. Unverzüglich eilte ich durch das dichte Straßengewusel, durch das Schneegestöber, zu meiner Mudder. Auf der Fahrt dorthin sprach ich bereits über die Freisprechanlage mit der Tierärztin und beschrieb ihr das Krankheitsbild.

Mini Minoş, unsere gefiederte Flugwurst hatte sich seinen Fuß eingeschnitten. Mysteriös, denn keiner kann den Unfallhergang rekonstruieren. Unsere gefiederte Flugwurst wurde in der Praxis mit einem Wund- und Heilspray behandelt. Auf ärztliche Anweisung bekommt er nun eine Vitaminkur, sowie drei Tage Schaukelruhe auf seiner Schlafschaukel.

Auf der Heimfahrt meckerte Mini Minoş. Er war ein wenig geknickt und wand mir seinen Rücken zu. Doch ich war/bin sehr erleichtert und wünsche dem kleinen Minoş:

„Gute Besserung!“

Samstag, 23. Januar 2010

Thema: "On the road with me"







Ich liebe Autofahrten durch  verschneite Schneelandschaften. Diese  Fotos  entstanden  innerhalb eines  Tages und dokumentieren den Weg dorthin und den Weg hierher. 



Posted by Picasa

Freitag, 22. Januar 2010

Programmübersicht



Im Krähennest passiert ja so einiges! Aber was genau passiert denn da eigentlich?! Ich werde nun das Licht anknipsen und den Weg durch das Jahr 2010 hell erleuchten:


- Ein ganz hell leuchtendes Licht am Krähenhimmel wird nach wie vor das unerschöpfliche Thema: „Kurzgeschichten“ sein. So fing alles an, so wird es hier weiter gehen.

- Einen besonderen Platz im Krähennest wird „Elvis, die arabische Wüstenrennmaus“ einnehmen. Im Vergleich zu „Pavel Turkovski“ (meiner ersten „Blog-Geschichte in mehreren Teilen“) wird Elvis mit viel Humor und seinem ganz persönlichen Scharm neue Akzente setzen.

- Um endlich mal mehr Farbe in das Krähennest zu bringen, habe ich mein neues Label homePRODUCTIONZ in die Welt der Krähen geworfen. Alles was ich so zeichne, bastle und fotografiere kann sich unter meinem Label entfalten und wachsen.
In welche Richtung dieses Projekt gehen wird, kann ich Euch auch noch nicht sagen. Drum lasset uns gemeinsam abwarten und ganz viel leckeren Tee (oder Kaffee) trinken.

- Metall-News ist stahlhart und druckfrisch. Aus jeder monatlich erscheinenden Ausgabe der „matallzeitung“ werde ich einige interessante Berichte veröffentlichen. Mit dieser Aktion möchte ich durchaus zum Nachdenken anregen.

- Hin und wieder, ab und an, dann und wann werden auch Verlinkungen im Krähennest erscheinen. Diese Links können lustig und erheiternd sein, sie können aber auch einfach nur das zeigen was mir persönlich gut gefällt:

+ MUSIC
+ FILM
+ FUN

Um mich selber nicht zu überfordern, um den Rahmen nicht zu sprengen, möchte ich nicht mehr Programm als nötig machen. Aber eine ganz große „Kleinigkeit“, ein Extra, unveröffentlichtes Bonusmaterial, ein "Special" liegt noch nicht abgetippt auf dem Regalbrett. Auf dieses As im Ärmel darf man sich ruhig freuen :D

Mit einem glücklich, heiterem Gemüt gehe ich jetzt pennen und freue mich auf ein spannendes Jahr 201o im Krähennest.

LG,

Ihsan :D

Einer von Vielen




Die ersten wertvollen Schritte einer erfolgreichen Integration.

Oma Theresa hatte ihn immer vormittags bei sich gehabt. Denn vormittags arbeiteten seine Eltern in der Fabrik und nähten Vorhänge und bauten Leinwände für große Kinosäle und Tagungsräume zusammen. Seine Eltern hatten leider nur begrenzt „viel Zeit“ für ihn gehabt. Aus diesem Grund gaben sie ihn in die sanften und warmen Hände der Witwe, Oma Theresa. Die Oma zog ihn jahrelang mit einem großen, dunkelgrünen, mit Patina überzogenen, silbernen Löffel auf. Sie rührte ihm nur die besten Tipps und Tricks in den leckeren Sarotti-Kakao. Sie kochte ihm Essen und würzte es mit viel viel Liebe. Sie machte die leckersten Waffeln und dazu gab es immer die leckerste selbstgemachte Marmelade. Sie hatte ihm ihre wertvollsten Geheimnisse anvertraut. Es waren ihre Weisheiten, die ihn auf das Leben außerhalb des Arbeiterviertels vorbereitet hatten. Möge sie in Frieden ruhen.

Ein fröhlich flüchtiges Kleinkind in der Fußgängerzone.

Lange Zeit bevor Lothar, der Kindergärtner, das Loch im Zaun bemerkt hatte, lange Zeit bevor er es mit dickem Draht gestopft hatte, lange Zeit bevor er mit den anderen Kindern im Sandkasten mitspielen durfte, rannte er in unregelmäßigen Abständen davon.
Er floh immer und immer wieder in die selbe Richtung. Er wartete immer und immer wieder an der selben Ecke. Es waren immer und immer wieder die selben Polizeibeamten, die ihn freundlich begrüßten, die ihm ein Überraschungsei reichten, die ihn auf den Schoß nahmen und bis vor die Haustür fuhren.
Er nahm seinen Haustürschlüssel vom Hals, schloss die Etagentür auf, winkte zum Abschied und verschwand aus der Hintertür. Er verschwand und zog über die Felder, entlang des Flusses, gegen den Strom.

Als Kind, in der Grundschulzeit.

Als seine Freunde aus dem Arbeiterviertel Krieg spielten und geklaute HE-MAN-Figuren auf dem Bolzplatz verbrannten, saß er am Mittagstisch seiner Schulfreunde (dessen Eltern seine Lehrer waren).
Gemeinsam beteten sie das Tischgebet und gemeinsam aßen sie leckeres Wildschweinfleisch und Straußeneier. Sie machten gemeinsam ihre Hausaufgaben, sie lasen WAS IST WAS-Bücher und spielten „Summer-Games“ auf dem Commodore C64.

Schon von Anfang an war er anders. Er war schon immer anders als die Anderen gewesen. Er selber hatte es nie so empfunden. Er fühlte sich nicht anders.
Bis ihm später, als er schon lange kein Kind mehr war, einer sagte, er sei anders. Bis ihm selber klar wurde:

„Ich bin wirklich anders und bin trotzdem einer von ihnen!“

Taxi Driver - Trailer

Donnerstag, 21. Januar 2010

Thema: "Wände zum Wohlfühlen"


homePRODUCTIONZ


Kommen wir nun zu dem letzten (unbearbeitetem) Thema der vergangenen Woche. "Wände zum Wohlfühlen", ist die passende Überschrift für mein Thema.  "Wände zum Wohlfühlen", ist auch ein Werbespruch für Tapeten. Die gute, alte Tapete ist übrigens wieder voll im Kommen. Unsere Pinocchio-Tapete von früher war ganz grosse Klasse. Mein Bruder und ich haben bestimmt bleibende Schäden davongetragen. Egal, dafür war es eine schön bunte, raufaserfreie Zeit.

Das Filmplakat (59,5 X 84,3 cm) hängt über meinem kleinen Arbeitsplatz, in meiner kleinen Schreibwerkstatt, in meiner kleinen Wohlfühlecke. "Taxi Driver" ist mein lieblings "Scorsese-Film".

Die Winterlandschaft (119,5 X 98,5 cm) ist ein Acrylbild im dunklen Holzrahmen. Es ist ein Geschenk von meiner Schwiegermudder und hängt bei uns im Ess-, Arbeits-, Chill- oder kurz, Multifunktionszimmer.

Die Jungfrau Maria (61,5 X 81,5 cm) ist in einem goldenfarbenen Rahmen eingefasst. Ich habe sie in der Doppelgarage des wahren Tröddel-Kingzz entdeckt. Mein Bruder, ein Mann mit dem Echtheitssiegel eines türkischen "Bazar-Checkerzz" überreichte sie mir mit den Worten: "Du machst mich noch arm Digga!" :D

Thema: "Bleistiftzeichnungen"



homePRODUCTIONZ


Sehr oft saß ich früher mit dem angespitzten Bleistift in der Hand auf der Schulbank und blickte müde nach vorn.  Desinteresse und Langeweile waren federführend für die "Komischkeiten" einer Unterrichtsstunde. Model gestanden haben meistens meine Pauker.

Erinnere Dich...




...an damals, denn damals war nicht alles schlecht Erinnere Dich an den Ort wo Du vor langer Zeit das Glück verloren hast Erinnere Dich Du warst und Du bist... Erinnere Dich es gab zwischen den harten und den schweren Zeiten auch gute Tage Erinnere Dich an das Gefühl der Leichtigkeit Erinnere Dich und fühl die Wärme, fühl die Geborgenheit Erinnere Dich es ist nicht alles Gold was glänzt Erinnere Dich an die weisen Worte Deiner Lehrerin Erinnere Dich Dein ärgster Feind, könnte Dein bester Freunde sein Erinnere Dich Dein bester Freund, könnte Dein ärgster Feind sein Erinnere Dich an die Leere und die Einsamkeit Erinnere Dich die Wahrheit währt am längsten Erinnere Dich an die Liebe, gebunden an das Vertrauen, das sie Dir schenken Erinnere Dich Du bist nicht allein auf dieser Welt Erinnere Dich es dreht sich nicht immer alles nur um Dich!


Montag, 18. Januar 2010

Thema: "Ich sehe rot!" (Kanak Attak)






Zum Thema: "Ich sehe rot!" (Kanak Attak)

Hier seht ihr nun meine ersten Gehversuche mit Picasa 3 und den Arbeiten unter meinem neuen Label homePRODUCTIONZ von letzter Woche.

Gezeichnet habe ich meine rot beleuchteten Bilder bereits vor einem Jahr. Wieder entdeckt habe ich sie beim Aufräumen meines Schreibtischs (jetzt ist mein Schreibtisch auf jeden Fall wieder ordentlich). Diese Zeichnungen sind gewiss keine künstlerischen Hochleistungen, aber darum geht es mir ja auch nicht! "Hochleistung" ist für mich im Augenblick noch uninteressnt. Tatsächlich arbeite ich viel lieber an meiner Tiefleistung ;-) 

Rotlicht! Das warme Licht, die Aufzuchtlampe (mit der wir damals unseren Mauersegler Jack groß gezogen haben) fand ich in der Garage wieder. Befestigt und aufgehangen an einer Kette unter der Esszimmerlampe entstand so das Set.
Ohne mir vorher Gedanken über das Ergebnis gemacht zu haben, knippste ich mit der "Türkei-Urlaub-Kamara" meiner Mudda, die ersten Bilder des Jahres.

Im Vergleich zu den beleuchteten Bildern habe ich auch noch einmal das Original abgelichtet.


Posted by Picasa

Freitag, 15. Januar 2010

"Warum sind wir so traurig?"





Kaum haben wir die frohe Weihnachtszeit hinter uns gelassen, kaum hat das neue Jahr begonnen, und schon sind wir wieder traurig.


Lasst uns gemeinsam versuchen glücklich zu sein. Denn wir können froh sein! Hurra, wir leben noch! Und wir leben gewiss nicht schlecht. Wir sind nicht ernsthaft krank. Und sollten wir mal krank sein, gehen wir zu unserem Hausarzt, kriegen Überweisungen, kommen zu einem Spezialisten, kriegen Rezepte für gute Medizin, und wenn es nötig ist suchen wir uns Eins von drei Krankenhäusern aus, um uns von einem sehr gut ausgebildeten Ärzteteam operieren zu lassen.

„Verdammt, worüber sind wir traurig?!“

Sind wir über den jungen Tippelbruder am Bahnhof traurig? Auch mich stimmt der Junge traurig, wenn ich ihm gegenüber stehe und mir denke: „Endstation!“ Traurig bin ich aber auch über dass was mir die Floristin am Bahnhof neulich über diesen Jungen erzählt hat: „[...] Der Junge Mann lebt von Hartz IV, dazu kommen seine täglichen Betteleinnahmen. Reisende haben viel Kleingeld und ein großes Herz. Unterm Strich verdient er besser als wir!“

Wir müssen nicht hungern! Es sei denn, wir gehören zu der Fraktion: „Wer schön sein will muss Hungernden“. Wir laufen nicht viele Kilometer, über staubigen Boden, durch die flirrende Hitze, zu einem versiegenden Brunnen aus dem nur noch schlammiges Wasser geschöpft werden kann.
Wir erfrieren nicht bei eisiger Kälte, es sei denn wir sind so besoffen, dass wir auf dem Bordstein einschlafen. Wir müssen nicht in Lumpen herum laufen, wir müssen nicht betteln um zu überleben. Es sei denn wir wollen unser "Hartz IV-Einkommen" etwas aufbessern.

Wir sind traurig, wenn wir die Schreckensbilder im Fernsehen sehen, wenn wir parallel zu diesen Bildern in unseren Doppel Whopper beissen, aus dem Strohhalm unsere Diät-Cola schlürfen und mit Ketchup in dem Mundwinkel, kopfschüttelnd sagen: „Das ist ja wirklich schrecklich traurig. Ich kann es mir nicht ansehen. Mausi schalt doch bitte um.“ Wenn Mausi dann antwortet: „Du hast recht Schatzi. Da vergeht einem ja der Appetit. TALK, TALK, TALK müßte jetzt gerade angefangen sein. Warte ich schalte eben um.“

„Scheiße, sind wir traurig?!“

Ein trauriger Jammerhaufen sind wir. Ständig meckern wir: „Alles ist schlecht." Und es wird niemals besser werden. Schlimm war schon das letzte Jahr, und sehr viel schlimmer noch wird es in diesem Jahr werden. Ja genau, so sind wir! Wir sind traurig über uns selber.

Wir fristen ein Dasein mit ausgestreckten Ellbogen. Ein Bodycheck in der Fußgängerzone, eine Jugend voller Hass und Gewalt, das ist wirklich traurig. Traurig wenn wir uns in unserer eigenen Wohnung verstecken müssen, uns zumüllen und anfangen irrsinniges Zeug zu quatschen.

Doch damit wäre die Frage immer noch nicht beantwortet:

„Warum sind wir so traurig? Wo wir doch genügend Gründe haben um glücklich zu sein!“

"Why are there so many people dying?"



Keine Krankenhäuser. Keine Ärzte. Keine Medizin. Keine Helfer. Kein Strom. Kein Telefon. Keine Nahrung. Kein Wasser, kein etc...

Es wird von 50000 und noch mehr Toten berichtet.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Erinnerungen



Er reichte mir die beiden Enden der Starterkabel. Ich nahm sie ihm ab und schlug die blanken Klemmen gegeneinander. Es gab Funken. Hol wie Nuss grinsten wir einander an. Er sagte: „Na los klemm die Dinger an die Batterie, ich friere mir den Arsch ab!“

Der kleine FIAT wehrte sich. Er wollte nicht. Er sprang nicht beim ersten Mal an. Auch nicht beim zweiten Mal. Beim dritten Versuch kam schwarzer Rauch aus dem dünnen Auspuffrohr. Endlich sprang der kränklich rappelnde Motor an.

Der Wageninnenraum war für einen ganz kurzen Augenblick (eine Momentaufnahme die ich nie vergessen werde) hell erleuchtet. Sein Gesicht war in Glutrot getaucht. Er hatte seine Augen zusammen gekniffen, er nahm einen langen, und tiefen ersten Zug von seiner filterlosen Zigarette. Den Rauch ausatmend sagte er aus seiner nikotinbehafteten Kehle heraus: „Stell deine deutsche Pisskarre vor meine Garage, wir fahren jetzt los!“

Auf der Fahrt unterhielten wir uns, d.h., er sprach ununterbrochen, und eigentlich unterhielt er mich und nicht wir uns. Aber das war mir egal. Denn es machte Spaß ihm zuzuhören. Es machte Spaß sein Profil mit der LOMO-CAM zu fotografieren, es machte Spaß neuen Stoff für neue Geschichten zu sammeln.

Gemeinsam schrieben wir unsere aller letzte Geschichte. Wir schrieben sie an einem eiskalten Wintertag.
Der Schnee schmolz, das Eis brach. Der Frühling kam. Wir trafen uns bei noch kaltem Sonnenschein an der Schloßspitze. Wir trafen uns dort wo der kürzeste Fluss Deutschlands sich mit seinem kleinen Bruder, einem Nebenfluss vereint und gemeinsam, mit doppelter Stärke, seinen Lauf durch die Jahreszeiten nimmt.

Wir saßen auf Bruchsteinen und falteten aus den losen Blättern unserer Geschichte kleine Papierschiffchen. Wir ließen die Armada zu Wasser und schickten sie in eine Schlacht. Wir wußten dass sie diese Schlacht verlieren würden.

Mitten in einem seiner letzten Sätze fing der Motor an zu stottern. Schwarzer Rauch kam aus dem dünnen Auspuffrohr. Der Wagen ruckelte. Der Motor verstummte. Stille im Wageninnenraum. Wir blickten uns nicht gerade sonderlich überrascht an, als er die Handbremse zog, als wir auf der Kreuzung standen, als wir in schallendes Gelächter ausbrachen.

Thema: "Ich sehe rot!" (Kanak Attak)



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Thema: "Ich sehe rot!"




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Thema: "Ich sehe rot!"



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It's A New Day



Auf den Feldern und in den Wäldern, fällt der Schnee in dicken Flocken vom Himmel herab. Reiner Neuschnee am Morgen. Meine Gedanken sind leichter noch als eine Feder, so leicht wie eine Schneeflocke, tanzend, im Wind.

Montag, 11. Januar 2010

Zum Jahrestag



Es war eine sehr chaotische Zeit. Damals war ich rastlos und litt unter den stetig wachsenden Belastungen.  Es war eine verdammt schnelllebige, eine verdammt harte Zeit. Es war eine Zeit, die ich heute, gerade wegen ihrer Härte, nicht missen möchte.

Damals loderten die Flammen des "Stürmer und Dränglers" in mir. Im Gewusel erblickte ich Dich. Ja, ich wollte vom ersten Augenblick an.  Doch Du wolltest nicht! Ich blieb hartnäckig und überzeugte Dich. Danach ging  alles sehr schnell und es stellte sich heraus, dass wir einander bedingungslos lieben können.

Wenn Du ganz nah bei mir bist, erklingt eine rhythmisch, schön klingende Melodie in meinem Kopf. Wenn Du mich berührst, brennt es wie Feuer auf meiner Haut. Wenn wir uns küssen, erstrahlt ein hell erleuchtetes, farbenfrohes Feuerwerk am dunklen Nachthimmel. Wenn ich in Deine Augen schaue, dann sehe ich ein Meer voll bunter Blumen. Du bist an jedem Tag meines Lebens das bunt schillerndste Ereignis.

Wenn ich Deinen Duft einatme, erblicke ich das Portal hinter dem türkischen Gemüsegarten. Ich atme Deinen einzigartigen Duft ein und wandle zwischen den Obstbäumen bei Mondschein. Dein süßlicher Duft regt meine Phantasie an und ich höre ganz nah bei mir das Echo Deines Herzschlags. Ich höre Deine Stimme. Ich höre das Liebesgeflüster des sanft wehenden Windes. Der Wind, wie schön er doch durch den Garten, durch die Kronen der Obstbäume weht. In den Kronen der Bäume sitzen putzig, kleine, verliebt dreinschauende Singvögel, die den Tag mit sanft klingenden Abendmelodien verabschieden um die Nacht herzlichst zu begrüßen.

Die Wirkung Deiner Einzigartigkeit auf mein empfängliches Gemüt, lässt unbändige Emotionen aus dem Käfig. Ich explodiere vor Glück und hinterlasse einen glitzernden Silberschweif am Firmament:

"ICH LIEBE DICH!"

Sonntag, 10. Januar 2010