Mittwoch, 30. Dezember 2009

"Yeni yılın kutlu olsun!" - "HAPPY NEW YEAR!"



„An meine Familie, die os"manischen" Dürüm-Dreher, an alle Homegrills um die Ecke, an meine Brüder und Schwestern, egal ob homo oder hetero, an alle "Violetten",  an alle meine Leser, an alle Blog-Fellas die mich regelmäßig besuchen, die meine Texte kommentieren, die zusammen mit "K'nack der Krähe" über das Krähennest fliegen, an alle Fathi Akın Fans, an alle Tippelbrüder und Schwestern, denen ich oftmals beim Einkaufen vor dem hiesigen Supermarkt begegne, an alle Kanacken die bis heute noch rauchend auf ihren gepackten Koffern sitzen, an alle verirrten Menschen auf der kalten Platte, an alle Trauernden, Beleidigten und Erniedrigten, an alle Kranken, an alle Dostojewskij- und Bukowskileser, an alle Nichtleser, an alle Bosse die verkokst von der Toilette kommen, an alle pillenfressenden Sekräterinnen, an alle John Travoltas für Arme, an alle Konsum-Junks, an alle Menschen die genau so wie ich Essen mit Migrationshintergrund lieben (Köfteburger, Dürum und Co-Gänger), an alle Randgruppen, mit und ohne deutschem Vordergrund,  an alle Vinyl-Sammler und Musikkenner, an alle freundlich gesinnten Menschen die ich hier noch nicht aufgezählt habe, an Euch richte ich meine besten Wünsche. Kommt gesund ins neue Jahr. Gebt auf Euch, Eure Familien und Freunde acht. Euch allen ein frohes, neues Jahr 2010!!"

LG,

Ihsan alias K*nack, die Krähe : D

Pavel Turkovski




Teil Drei

Letztes Kapitel

(4)

Schnell wurde mir klar, dass aus der Nähe betrachtet keine der beiden Frauen mit Miss Dezember Ähnlichkeit hatten. Von der Bar aus, aus der Entfernung, wirkten sie viel attraktiver. Mir wurde auch klar, dass die beiden Snakebite schluckenden Schumi-Gören von der Polposition aus gestartet waren. Ich lag weit ab und hatte große Schwierigkeiten sie einzuholen. Unauffällig, ein wenig frustriert, ließ ich meinen Blick umherschweifen. Die Leute um mich herum tranken und sangen feucht fröhlich (zum Teil laut grölend). Spider, der beste Live-Musiker meiner exgeliebten Heimatstadt, heizte den Laden so richtig ein.

„Kommst du öfter hier her?“, schrie mir Juanita frontal ins Gesicht. Ich antwortete ihr wie folgt: „Ja, aber am liebsten nur dann wenn Spider spielt." Und dachte mir: [...] wenn ich nicht an Miss Dezember aus dem Hochglanzmagazin denke, wenn ich nicht nackt onanierend durch mein schutzwürdiges Biotop laufe, wenn ich nicht gerade auf meinem grünen Schlafsofa sitze, ein leckeres Käsesandwich esse und in mein Sitzkissen pupse!“ Sie grinste und schaute zu Spider.
Bevor ich mich wieder abwenden konnte, ergriff Juanitas Beifahrerin meinen Blick und machte dabei eine laszive Geste. Ich wurde nervös und nahm einen großen Schluck von meinem Guinness, riss mich von ihr los und schaute weiter unauffällig durch den Raum. Doch sie lies nicht locker. Juanitas Mitkommilitonin, dieses aufdringliche Biest mit dem Schlafzimmerblick, schrie mir brutal ins Gesicht: „Hast du Lust auf eine sexuelle Ausschweifung mit mir und Juanita?!“ Mein Bauch krampfte sich zusammen, ich schluckte und dachte mir: „Verdammt was soll ich jetzt nur machen? Wie soll ich reagieren?“ Ich dachte noch einige Sekunden lang nach und schrie zurück:

„Ich leide an einer schweren Prostatastörung. Die Drüse, die durch sexuelle Ausschweifungen am stärksten benachteiligt wird, ist die Prostata. Praktisch alle Funktionsstörungen der Prostata resultieren aus einem Übermaß an sexuellen Aktivitäten. Viele Leute glauben, dass Prostatastörungen nur ältere Männer betreffen. Aber viele Männer in den zwanziger, dreißiger und vierziger Jahren haben Prostataprobleme.“

Ich gab mir größte Mühe die beiden Rennfahrerinnen ernsthaft anzuschauen und beendete den Abend mit folgender Aussage:

„Sex kann gefährlich sein!“

Pavel Turkovski



Teil Drei

Letztes Kapitel

(5)

Noch am selben Abend rief ich den "Ticket-Paten" an.‭ ‬Ich hatte ihm die Dringlichkeit meines Anliegens geschildert und ihn um einen Gefallen gebeten.‭ ‬
Am darauf folgenden Morgen holte mich der‭ ‬Consigliere des Paten ab.‭ "‬Alles-Tutti-Turan" und ich fuhren in einem klapprigen Ford Transit zum Flughafen.‭ ‬An der Flughafen-Coffee-Bar tranken wir noch einen Espresso und rauchten filterlose Camels im Aquarium.‭ ‬Kurz vor dem Check-In drückten wir unsere stoppeligen Wangen aneinander,‭ ‬machten dabei authentisch klingende Küssgeräusche und sagten gleichzeitig:‭ „‬Peace Digga‭!“

Zum Glück ging alles sehr schnell.‭ ‬Nach einem Traumabflug lehnte ich mich ausatmend zurück‭ ‬und sah die strahlende Sonne über den Wolken aufgehen.‭ ‬Ich hielt den Brief von Pitakos in den Händen und‭ ‬las langsam,‭ ‬Zeile für Zeile,‭ ‬einmal,‭ ‬zweimal,‭ ‬beim dritten Mal wurde ich von der liebreizenden Stimme der Stewardess unterbroche.
Ich blickte zu ihr auf und sah, ‬sie, Miss Dezember‭. Miss Dezember? Wirklich Miss Dezember? Tatsächlich, sie war es leibhaftig. Die Frau meiner Träume hatte sich über mich gebäugt und goss mir ein Glas frischen Apfeltee ein.
 
 
ENDE

Dienstag, 29. Dezember 2009

Tyler Durden






 

„Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun.“ - Tyler Durden

Das Gefühl von Freiheit



Er hielt für einen Moment inne. Er reflektierte den vergangenen Tag, die Woche, den Monat und das Jahr. Er, ein knallharter Metaller mit weichem Herz hatte ein verdammt anstrengendes Jahr hinter sich. Die kräftezehrenden Probleme kamen im Gleichschritt mit der Weltwirtschaftskrise.
Unsanft stieß man ihn zur Seite. Er fiel zu Boden, schlug sich die Knie auf und verlor seine Stempelkarte. Rücksichtslos, mit starrem Blick, emotional abgestumpft, programmiert wie Roboter zogen sie weiter und ließen ihn zurück.

Eine schwere Zeit brach herein. Er fühlte sich verlassen und verloren. Die Menschen die er liebgewonnen hatte, mit denen er jahrelang im Einklang zusammen gearbeitete hatte, fehlten ihm nun plötzlich. Er hatte auf einmal, zum ersten Mal gar nichts mehr was ihm Freuden bereitete. Alles woran er geglaubt hatte schien für immer verloren zu sein.
Er blieb zurück und veränderte sich. Er distanzierte sich. Er driftete weit, weit ab. Und auf einmal, zum ersten Mal nach langer, langer Zeit, fühlte er sich frei!

Eine Last viel von seinen Schultern. Er fühlte sich federleicht. Er suchte sich eine sinnvolle Beschäftigung.
Immer dann wenn seine alten Kollegen zur Arbeit gingen, ging er frühmorgens in seinen Bastelkeller und baute sich Flügel aus Karbon. Mit seinen  Flügeln segelte er eines schönen Herbsttages über die abgasverseuchte Industrielandschaft hinweg.

Er war nun endlich frei, so frei wie eine Möwe. So frei und unbefangen wie nie zuvor. Hoch oben in luftiger Höhe blickte er weit, weit über das Land. Hoch oben in den Kronen der aller höchsten Bäume schöpfte er neue Kraft. Er steckte sich neue Ziele und machte sich gestärkt, mit angeschwollener Brust auf den Weg in eine hoffnungsvollere Zukunft. Erhobenen Hauptes hielt er seinen Kurs bei und steuerte gesund, glücklich und zufrieden dem Jahresende entgegen.

Montag, 28. Dezember 2009

Kurz nach Weihnachten


Er betrat das Modekaufhaus und erkannte vom weiten schon wie bezaubernd schön sie war.
Sie war wie eine Sirene auf der Insel der Taubstummen. Sie war eine Gazelle im Raubtierkäfig. In einem Käfig hinter verrosteten Gitterstäben. Ein Käfig voller blinder Raubkatzen.
Hungrig knurrende Kunden liefen wie wild um sie herum und sahen ein zierliches Mädchen mit einem riesen großen Rollkragen und einer riesen großen Lesebrille auf einer klitze kleinen Nase. Ein Mädchen, das in diesem Jahr mitverantwortlich für die Inventur war.
Die zauberhafte Sirene stand mitten in einem Pulk drängelnder Konsum-Junkies. Größtenteils unzufriedene Kunden die nach dem verwunderlich guten Weihnachtsgeschäft ihre Gutscheine einlösen oder ihre zu engen Klamotten umtauschen wollten. Sie, völlig gestresst zwischen vollgestopften Regalen, zwischen pestizid durchtränkten Klamotten, stand (nicht zum ersten Mal an jenem Tag) einem gut aussehenden jungen Mann gegenüber, der sie wie ein Auto anstarrte. Sie dachte sich: „Nicht schon wieder einer von diesen nach Zimt und Kardamohn stinkenden Kunden, die die Boxershorts lieber gegen einen Tanga-Slip umtauschen würden.“ Er, verzaubert von ihrer Schönheit, verharrte sprachlos und dachte sich:  Sie wurde gewiss noch nicht entdeckt. Sie wurde bestimmt noch nicht begutachtet. Noch kein Gutachten von einem koksbesudelten Diamantenjäger. Nein, gewiss nicht. Keiner von ihnen, weder die perversen Modemachern, noch die neidisch blickenden, an anorexie erkrankten Lauf-Steak-Mädchen, hatten sie bislang gesehen.“ Er stand vor ihr, versunken in ihren Augen. Geistesabwesend zuckte er nervös, leicht zittrig seine goldglitzernde Visitenkarte aus der Hosentasche, als plötzlich eine genervte Mutter mit ihrer noch genervteren Teene-Tochter ins noch nicht begonnene Gespräch hinein platzte:
„Haben sie dieses Teil auch in Größe 46?“
Sie drehte sich zu der mit Lebkuchen und Schokolade beschmierten Mutter um und bediente wie immer stets freundlich die Kundschaft.

Als sie sich wieder zurückdrehte war er verschwunden. Dort wo er gestanden hatte lag eine goldene Visitenkarte auf dem Boden. Sie hob die Karte auf und las:



Modelscout und Produzent
Danny Dark
Mobil: o123/ 456 78 90



Samstag, 26. Dezember 2009

Der Tag nach Heiligabend




Die Straßen seiner exgeliebten Heimatstadt waren leer. Es war unheimlich still an der Haltestelle auf der Platte. Dicke Tropfen fielen zu Boden. Tränen zerplatzten an der Stelle wo damals ihr Leben pulsierte. Dort wo sie zusammen standen als heisse Sambarythmen durch ihre Blutbahnen flossen, stand er und weinte.

Tight Pussy war gegangen. Jizzler war ihm an Heiligabend gefolgt.

Ihm war kalt. Er zog sich seine Wollmütze über die Ohren, stapfte durch den verschneiten Wald und suchte nach alten Pfaden. Er hielt Ausschau nach dem Ahorn indem sie ihre Initialen eingeritzt hatten. Sie, die Kinder aus dem Arbeiterviertel hatten damals oft im Wald gespielt. Ein kleiner Italiener in einer grünen Wildlederjacke. Ein pummeliges Spanierkind hinter dicken Horngläsern. Ein stotternder Türk mit einem MacGyver-Taschenmesser. Drei Kinder aus Gastarbeiterfamilien fanden damals im dichten Wald den Stoff aus dem ihre einfarbigen Träume bestanden.

Er stand vor einem umzäunten Sägewerk und ging um einen hohen Zaun herum. Traurig blickte er auf das Sägewerk dem der alte Ahornbaum gewichen war.

Mit einer „Monolux Ewiglichtölkerze“ betrat er den Friedhof. Er verneigte sich und sprach ein Trauergebet als das Licht der Kerze schlanke, Samba tanzende Schatten auf den weißen Grabstein warf.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Dem Himmel sei Dank!


Ihsan schaut eine Wiederholung von Dr.House, hört dabei das Lied "Hotel California" von den Eagles und Ihsan sagt: "DEM HIMMEL SEI DANK!" Ihsan alias "K'nack die Krähe" bedankt sich explizit bei seiner Ehefrau, seiner Muddi und seinen Lesern. Habt Dank!

Bald ist Weihnachten, ich der kemalistische Türk freue mich immer schon weit im vorhinein tierisch auf das Weihnachtsfest. Ich hoffe ihr könnt Euch trotz schweren Alltags, trotz Eurer chronischen Sorgen mit mir mitfreuen. Versucht es einfach...


Peace.

Freitag, 11. Dezember 2009

Accident




Seine Wirbelsäule wurde gestützt durch eine Halskrause.‭ ‬Er hatte Kopfschmerzen und ihm war übel.‭ ‬Die Ärztin im Krankenhaus hatte ihm‭ ‬1A Schmerztabletten mitgegeben.‭ ‬Tabletten mit sehr starken Nebenwirkungen.

Er lag wohlig warm eingepackt unter seiner Bettdecke und war bereit für die schmerzlindernde Substanz.‭ ‬Ein Wirkstoff der Heilung versprach.‭ ‬Seine Frau lag neben ihm im Bett und las den Beipackzettel,‭ ‬als er die weiße Tablette mit einem großen Schluck stillem Wasser herunter spülte.‭ ‬Er hatte sich verschluckt, hustete heftig, und schnappte nach Luft.
‭Es dauerte einige Minuten bis er sich endlich wieder beruhigt hatte.‭ ‬Sein Herzschlag hatte sich verlangsamt.‭ ‬Er atmete tief ein und langsam aus.‭ ‬Regungslos lag er da und blickte zu seiner Frau,‭ ‬die kopfschüttelnd den Beipackzettel in die Verpackung steckte.‭
‬Er erinnerte sich an seine Schulzeit,‭ ‬an die Theater AG,‭ ‬an den Lehrer mit der Zottelmähne der zu der Gruppe auf der Bühne sagte:‭ „‬Fühlt euch wie auf Magic-Mashrooms.‭ ‬Seit locker,‭ ‬seit frei‭!“ Er sah die Gruppe von damals,‭ ‬er sah sich hüpfen wie Neil Armstrong auf dem Mond.‭ ‬Er sah Tobi den Emo-Rocker Grimassen schneiden,‭ ‬er fühlte sich wunderlich,‭ ‬er fühlte sich wie auf Magic-Mushrooms.‭ ‬Er kicherte leise vor sich hin,‭ ‬seine Muskeln entspannten sich,‭ ‬seine Augenlieder fielen ihm zu.‭ ‬Er träumte bereits,‭ ‬als seine Frau ihn liebevoll und zärtlich durch sein wuschiges Haar streichelte.

Er träumte wie der Wind ihm durchs Haar wehte.‭ ‬Er träumte von steilen Klippen die große Wellen brachen.‭ ‬Er träumte von einem Tag am‭ ‬Meer.‭

Dienstag, 8. Dezember 2009

Abstieg


„Das Spiel ist aus!“, sagte die Stimme aus den Lautsprechern. 3 : 1 hatten sie gegen MSV Duisburg auf heimischen Rasen verloren. Abgelattet, voll daneben. Jubelschreie und Trommelschläge aus der Nordtribüne. Nach heißen Würstchen, Bier in Mengen und langen Bahnen Toilettenpapier am Spielfeldrand, leerte sich das Stadion schlagartig. Zehntausendachtundvierzig Fans stürmten heraus. „Was ist nur mit der Mannschaft los?“, fragte er sich im überfüllten Sonderbus auf dem Weg zum Hauptbahnhof.

Es regnete. Er zog sich seine verfilzte Wollmütze ins Gesicht als sein mobiles Taschentelefon vibrierte. Er ging nicht dran. Er war noch nicht soweit um nun wieder telefonieren zu können. Die Niederlage und somit der Abstieg seiner Mannschaft hatte ihn sehr stark gefrustet. Zwei Blocks weiter ertönte das Signal das immer ertönte wenn er eine SMS bekam. Er ignorierte es. Er ging in den hiesigen Supermarkt. Ein Geruch stieg ihm in die Nase. Es war der Geruch von weihnachtlicher Vorfreude, gemischt mit dem Geruch von Scheuermitteln, Weichspülern und Vollwaschmitteln.
Mit frischem Hackfleisch und Spagettis verließ er den Laden. Draußen vor dem Eingang, sah er Menschen vorbeiziehen, im Eilgang. Vorbei an ihm, an dem Obdachlosen, an dem abgemagerten Hund der auf dem kalten Boden saß. Er stand dem alten Clochard gegenüber. Der hungrig drein blickende Landstreicher deutete auf den verglasten, von innen beleuchtete Schauwerbekasten Der heimatlose Geselle tippte mit dem Finger im Halbhandschuh auf das Foto eines Cordonblös im Angebot. Er sah sich die unappetitliche Ablichtung eines cordonblöischen Gerichts an. Er sah auch das Foto daneben. Eine Werbefotografie von tiefgefrorenem Spinat. Ein bunt verpackter Eisblock, bedruckt mit dem Bild eines Seefahrers.
Er sah wie seine Mutter ihn damals mit diesem Zeug voll stopfte und dabei zu ihm sagte: „Willst du denn nicht auch wie Popeye werden.“ Nein, das wollte er nicht! Er wollte nicht das einzige Kind in der Klasse mit Glatze sein. Dann lieber Cordonblö.
Er sah den Pennbruder vor der Werbetafel an. Er sah hinab zu Stromer, dem Hund mit dem leidenden Blick. Er zog sein Portmaine aus der Innentasche seiner Winterjacke, suchte mehrere Taler heraus und reichte sie dem Tippelbruder.
Der Habenichts blickte ihn an und bedankte sich: „Danke!“ Er antwortete: „Ich glaube dein abgemagerter Freund hat auch hunger. Von dem Geld bleibt sicherlich noch etwas für eine Dose Hundefutter übrig.“ Der Hund blickte hoch und bellte.

Auf dem Heimweg zog er sein Handy aus der Hosentasche. Er las die Kurzmitteilung:

Komm schnell Heim, ich vermisse dich. Ach und kauf doch bitte auf dem Heimweg frisches Hackfleisch und Spagettis. Hab dich lieb.“

Dienstag, 1. Dezember 2009

Störungen



Saufgelager. Scheiß Gelaber. Mafia Filme. Full HD. High sein. Frei sein. Schläfrig auf der Couch rumliegen. Potato-Chips. Road Movies. Erdnussflips. Aktionszenen. Höhepunkte. Intermission. Ausschweifen. Pixel-Videos. Flatscreen. Bunte Bilder. Mitternacht. Sturmtief. Wolkenbruch. Blitzeinschlag. Bildausfall. Affektive Störungen.

Sonntag, 29. November 2009

"Hilfe naht!"



Im Winter, im Berufsverkehr. Klirrend kalter Ostwind, Außentemperaturen wie in Sibirien. Geblendet von der Sonne. Durchgeschwitzt trotz eisiger Kälte. Er stand an der größten Kreuzung seiner Ex-Geliebten-Heimatstadt. Er stand bei Rot vor der Ampel. Eine Ampel die in jeder Grünphase exakt nur zwei Wagen vorbei lies. Eine Ampel die ihn fast auf die Palme brachte, weil sie ganz schnell wieder auf Rot sprang. Ihm war heiß. Ihm war so heiß als säße er mitten in der Wüste. Sahara-Hitze im November.

Hitze im Innenraum seines klitze kleinen Kleinwagens. Er versuchte die defekte Heizung abzustellen. Er versuchte die abartigen Geräusche des Gebläses zu übertönen, indem er das Radio lauter stellte. Die Lautsprecher schräbbelten nun noch lauter als vorher. Und noch sehr viel lauter als das Schräbbeln der Lautsprecher rappelte und quietsche nun das Gebläse der defekten Heizung.

Er kurbelte das Seitenfenster herunter und streckte den Kopf in die kühle, abgasverseuchte Luft. Er beobachtete wie eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter an der Hand, entlang dem Straßenrand über den Bürgersteig gingen. Das Kind sang Lauthals mit einer Quietsche-Enten-Quietsche-Stimme das Titellied der Gummibärenbande :



„Mutig und freundlich,

so tapfer und gläubig,

fröhlich und frech,

kämpfen sie auch für DICH.



Leben im Wald

unter Bäumen und Steinen,

in ihren Höhlen,

da sind sie zu Haus.


Gummibären,

hüpfen hier und dort und überall,

sie sind für DICH da wenn du sie brauchst,

das sind die Gummibären.



[...]"






Schwarzfahrer - Black Rider - Kaçak Yolcu


Freitag, 27. November 2009

Islamisches Opferfest

"HAPPY BAYRAM!"


Die dazugehörige Bayram-Geschichte folgt in Kürze ;)

Mittwoch, 25. November 2009

Sie und der Älteste


Sie, gestylt und super schick gedressed, öffnete früh Morgens die Zimmertür ihres ältesten Sohns. Ihr schlug ein abartiger Geruch ins Gesicht. Es roch, nein, vielmehr stank es nach Resten der Pizza von gestern Abend, nach schlechtem Atem und säuerlichen Ausdünstungen.
In einem scherzhaft liebevollen Tonfall sagte sie: „Wach schon endlich auf mein stinkender Faulpelz.“ Murrend und knurrend wälzte er sich unter seiner zerwühlten Bettdecke von der einen Seite zur Anderen und vergrub dabei sein Gesicht unter dem Kopfkissen. Sie öffnete die Jalousien, riss das Fenster sperrangelweit auf und atmete tief ein.
Fassungslos, die Hände auf die Hüften gestemmt schaute sie sich mit aufgerissenen Augen um. Ihr Blick blieb am Schreibtisch hängen. Unter einem Pizzakarton lag ein aufgeschlagener Fragebogen für die anstehende theoretische Führerscheinprüfung. Daneben, eine leere, zerknüllte Tüte „Walkers“ und eine leere Flasche „Afri-Cola“. Auf dem orthopädisch ungeeigneten Drehstuhl lag ein Berg unbestimmbarer Kleidungsstücke. Unter dem Schreibtisch stach ein überquellender Mülleimer hervor. Ihr Blut kam in Wallung. Ihr wurde heiß. Die Luft um sie herum knisterte bereits, als man einen ganz kurzen Augenblick lang das monotone, leise surren der Ventilatoren seines super schick gemoddeten, highend Rechners mit dreckverschmierten TFT-Monitor vernahm. Im nächsten Augenblick gab es einen ohrenbetäubenden Knall.

Aus einem Alpdruck gerissen saß er senkrecht, schweißgebadet im Bett. Er schaute auf die rote Anzeige seines Radiowecker der ihn schon lange nicht mehr weckte. Die Schule hatte bereits vor einer Stunde begonnen und er hatte mal wieder verschlafen.
Er riss sich die warme Daunenbettdecke vom Körper und torkelte in seiner goldglitzernden Boxershort zu seinem Rechner. Hastig bewegte er seine präzise Zocker-Maus mit 1600 dpi. Ganz egal, ob es sich um eine Gewehrsalve, einen Navigationsbefehl oder gar das strategische Markieren der eigenen Truppen handelte, mit seiner optimal abgestimmten Maus fühlte er sich seinen Gegnern immer überlegen.
Das bunte Logo hinter schwarzem Grund verschwand. Deutlich zu sehen war nun sein WoW-Avatar (WoW = World of Workraft) im Grünen. Ein maßgeschneiderter Krieger an einem bunt schillernden Morgen, in einem, gedankt sei GeForce, pixelfreien Wald. Er schaltete sein surround PC-Lautsprecher-System ein und hörte das freundliche Gezwitscher fröhlicher Singvögel.

Deutlich zu sehen war auch ein klein karierter Notizzettel auf dem Küchentisch im Erdgeschoss:

Muss heute leider schon etwas früher raus. Frischer Aufschnitt im Kühlschrank, Aufbackbrötchen von heute Morgen im Ofen. Denk dran: „Prüfungsbeginn um 13.30 Uhr, TÜV Nord, großes, flaches Gebäude!“, vergiss nicht die Entschuldigung bei deiner Klassenlehrerin abzugeben.

PS. : DEINE MUDDI IST STOLZ AUF DICH ;D

Er und der Jüngste


Wo immer sie auch hinblickten, sie sahen ein Stück Geschichte aus der Zeit des letzten Sultans. Aus der Zeit des roten Fes (arabisch-türkische Kopfbedeckung in der Form eines stumpfen Kegels).

Er stand zusammen mit seinem jüngsten Sohn zwischen ihren Vorfahren auf dem uralten Friedhof. Zusammen standen sie zwischen schiefen und zum Teil schon umgestürzten Grabsteinen. Geschichtsträchtige, mit geschwungenen, arabischen Schriftzeichen behauene Steine. Längst vergessene, von starken Winden und Sandkörnern aus der Sahara geschliffene, vom säurehaltigen Regen verwaschene, vom Moos bewachsene Steine.
Sie standen auf dem verkrusteten Boden des uralten Friedhofs, auf dem friedlichen Hof vor den Toren des Himmelreichs. Ein verwilderter Ort zwischen riesigen, an den Wolken kratzenden grauen Bauten. Beängstigend hohe Häuser. Spiegelverglaste Fassaden mit einem Panorama-Ausblick auf eine Wüste aus Beton. Flirrende, brütendheiße, sengende Hitze unter einer grauen, abgasverseuchten Wolke.
Eine besonders resistente, abgasschluckende Krähe schlug hoch über ihnen, im dichten Blätterwerk des Feigenbaums, mit ihren Flügeln  und blickte neugierig hinunter.

Er stand zusammen mit seinem jüngsten Sohn unter dem Feigenbaum des Lebens am Grabe seiner Eltern.

Donnerstag, 19. November 2009

Ausreden



das war nicht meine schuld
das ist erst gestern passiert
ach, das ist mir noch garnicht aufgefallen
das wollte ich gerade machen
der staubsauger ist kaputt
holzkohle ist gut für die lungen
ich kann mir nicht vorstellen wie das passiert ist 
so schlimm ist es auch wieder nicht
man kann es auch übertreiben
das mache ich morgen 
 

Sonntag, 15. November 2009

Pavel Turkovski


Teil Drei
Letztes Kapitel
(1)

Nach dem Kinobesuch entschied ich mich für einen Abstecher ins Irish Pub. Das Pub, sehr gemütlich und rustikal eingerichtet, wurde von den Rudimenten der alten Stadtmauer gestützt. Hervorstehender, kantiger Bruchsteine. Wenn man sternhagelvoll war und nichts und niemanden hatte um sich anzulehnen, so gab es immer noch die alte Stadtmauer. Dieser Schuppen war zudem der Einzige in der Stadt, wo man zu seinem kühlen “DRAUGHT GUINNESS“ wirklich gute Live-Musik serviert bekam. Ich peilte direkt die Bar an und setzte mich auf einen der wackligen Hocker.

Pavel Turkovski


Teil Drei
Letztes Kapitel
(2)

Das erste Glas kippte ich gierig, schnell, ohne abzusetzen, ohne einen Tropfen zu verschütten, in mich hinein. Ich hatte bereits das zweite Glas vor mir stehen, als ich mir eine Zigarette anzündete und den todbringenden Qualm wie ausgehungert, gierig schmachtend, ganz tief inhalierte. Dies war mit ein Grund mehr warum ich gerade hierher kam. Im Pub konnte und durfte man sich eine Zigarette anstecken ohne gegen das „Nichtraucher-Gesetz“ zu verstoßen, ohne in die Kriminalität abzurutschen. Nach Herzenslust rauchen, dass war in diesem renommierten Raucher-Club noch möglich. Hier musste man sich nicht wie in anderen Läden, in ein enges, vom Rest der Gesellschaft ausgeschlossenes Aquarium setzen, wo nichtrauchende, glubschäugige Fische mit ihren “Mojitos“ zwischen den Flossen von Außen gegen die Scheiben hämmerten. Ich zählte mich mit Genuss und leidenschaftlicher Hingabe zu den risikobereiten, topp Kandidaten des “Rauchers besten Freunds“, dem Lungenkrebs.

Pavel Turkovski


Teil Drei
Letztes Kapitel
(3)

Das zweite Bier, welches ich etwas gemächlicher trank, schmeckte mir noch besser als das Erste. Ich zündete mir noch eine Zigarette an und trank mein mittlerweile drittes Bier, als Bob, der Irische Barkeeper (sein Spitzname war Bob der Braumeister) sich über die Theke beugte und zu mir mit einem Zwinkern sagte: “Hey Pavel, two very nice girls auf sieben Uhr.“
Ich kniff meine Augen zusammen, denn der Zigarettequalm brannte fürchterlich, als ich über meine linke Schulter blickte. Ich sah wie zwei Beauties mir mit ihren knall roten „Snakebites“ zuprosteten. Mein verrauchtes, alkoholisiertes Herz setzte für einen Moment aus, als ich sah dass eine der Beiden  sehr stark Miss Dezember aus dem Hochglanzmagazin ähnelte.
Ich dachte mir: "Genau in diesem Augenblick könnte aus einem einsamen Höhepunkt ein gemeinsamer Wendepunkt werden."

Freitag, 13. November 2009

Vorweihnachtlicher Stress


Der Protagonist der nun folgenden Geschichte heißt nicht Grenouille, und dies ist nicht die Geschichte eines Mörders.


Auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk stand er in der Parfümerie und sprühte sich mit einem unwiderstehlichen Herrenduft ein, als Antonio und seine Freundin Isabella den Laden betraten. Er konnte spüren wie sich schlagartig die Atmosphäre im Raum veränderte.

Die auf fünfundvierzig Kilo abgemagerte Verkäuferinnen im weißen Kittel, die prall gefüllte Kassiererinnen , die aussah wie eine Kiwi  mit Nickelbrille , die Hausfrau mit einem quengelnden Jungen an der Hand und ihrem selbstgemachten Batik-Schal um den Hals, sogar der Handwerker mit dem großen Schraubenschlüssel, der in einer furchtbar engen Bluejeans die aufgeheizten Heizkörper entlüftete, sie alle starrten ihn fasziniert an.
Antonio und sein heroisches Erscheinungsbild wirkten eindringlich auf alle Menschen um ihn herum. Antonios flammenden Augen erweckten in den vor langer Zeit abgekühlten, müden Stadtgesichtern Leidenschaft und Begierde. Tonio ließ sogar die allerschönste Stadtschönheit, die schöne Isabella, im Schatten stehen.

Er stand immer noch wie angewurzelt, mit dem Flacon in der Hand vor dem Regal und hielt die Luft an, als ihm sein eigener, faulig stinkender Neidpups in die Nase stieg. Ein schrecklich stinkender Pups. Ein Pups der zwischen den wohl riechenden Düften im Verkaufsraum der Parfümerie deutlich hervorstach. So deutlich, dass der kleine, zuvor noch quengelnde Junge, der höchstens ein Meter und zehn groß war, nun bösartig drein schaute und sich die Nase zuhielt. Verlegen grinsend sagte er zu dem Jungen: “Entschuldige bitte.“

Samstag, 7. November 2009

Another Point Of View 1




Die lauten und immer schneller werdenden Klänge der Metallindustrie, der gleichmäßige Schlag im Takt, und das fluoreszierende Licht in den Fabrikhallen machte ihre Herzen und ihre Seelen sehr, sehr krank. In einem Land indem das Wort "Kurzarbeit" zum Wort des Jahres 2009 gewählt werden könnte, schwand die Kraft der Arbeiter am Endlosband stündlich. Ihnen wurde mehr und immer mehr zugemutet. Sie konnten es kaum ertragen. Manche von ihnen hielten dem Druck nicht stand. Sie waren die Ersten die freiwillig gegangen waren. Die, die geblieben waren unterwarfen sich ausnahmslos und taten sehr obstruse Dinge. Sie mussten kämpfen, jeden Tag, denn sie wollten, nein, sie mussten ihren Arbeitsplatz behalten. Wider der Natur des (freien) Menschen betraten sie Tag ein, Tag aus die großen Hallen. Als die Auftragsbücher noch überquillten, als es noch arbeit für alle gab, konstruierten, programmierten und produzierten sie non-stop. Doch heute, in diesen schweren Tagen, ereigneten sich in den Hallen der Produktion Dramen am laufenden Band. Dramen aus dem Leben eines Arbeiters. Dramen die den gebleachten Chef, die epilierte Tippse und den Ingenieur mit dem Windsorknoten um den Hals nicht wirklich interessierten. Sie hatten keine Zeit und kein freies Ohr für das ölverschmierte Geschwafel der Stahlarbeiter. Die Chefetage fuhr in teuren Firmenwagen von dannen, als sie gerade mit der Schicht begannen. Drum wussten sie, die Anzugträger, auch nichts von den körperlichen und seelischen Schmerzen der hageren und verschwitzten Männer aus dem Taktbereich. Unter unmenschlichen Bedingungen, unter Druck und unter strengen Kontrollen der Qualitätssicherung wurden die Arbeiter falls nötig genötigt täglich Überstunden abzureißen. Und wenn die Aufträge wieder verebbten, dann wurden sie gezwungen ihre Überstunden wie schwarz, staubige  Kohlebriketts zu verheitzen. Ein idealer Brennstoff, ganz ohne CO2-Abgase. Und wehe dem der sich nicht fügte, dem folgte prompt eine ordentlich ausformulierte, konjunkturell bedingte Kündigung. 


„Doch wen kümmert es?“

Mittwoch, 4. November 2009

Vers aus dem Guru Granth Sahib


Guru Nanak (GGS, S. 473. 1)

Gruppen-Stöckchen



Dieses Stöckchen habe ich heute bei Abraxandria entdeckt.

Ganz egal was ich hier gleich ankreuzen werde, sagt später bitte nicht: "Das hätte ich von Dir aber nicht gedacht." ;)

[TUSSI]
[x] Du besitzt ein Handy.
[x] Du besitzt etwas von H&M/ C&A.
[  ] Du besitzt etwas von Pimkie/ Orsay/ New Yorker etc.
[  ] Du besitzt Markenartikel (Dolce & Gabbana/ Gucci/ Chanel etc.).
[  ] Du gehst gerne shoppen.
[  ] Du magst MTV/ Viva.
[  ] Du schaust gerne ‘Sex and the City’.
[  ] Du wurdest schon einmal Schlampe genannt. Und es war ernst gemeint.
[  ] Du gehst regelmäßig ins Solarium.
[x] Du achtest auf Mode/ neue Trends.

[GOTH]
[  ] Deine Lieblingsfarbe ist schwarz.
[  ] Du liebst Rosen und/oder Patchouli.
[  ] Du liebst Lack/ Leder/ Spitze / Satin / Samt etc.
[  ] Du hast schon einmal über den Tod / Suizid nachgedacht.
[  ] Du gehst gerne auf Friedhöfe.
[  ] Du besitzt etwas von xtrax.
[  ] Du trägst gerne viel Schmuck.
[  ] Du hast schon einmal schwarzen Lippenstift getragen.
[  ] Du hasst die gesamte Menschheit./ Sagen wir mal einen Großteil.
[  ] Du bist Atheist/ Satanist/ stolzer Heide.

[PUNK]
[  ] Du trinkst gerne Bier.
[  ] Du magst Kariertes.
[  ] Du magst Nieten.
[  ] Du hasst Kommerz.
[  ] Du hasst Autorität.
[  ] Du hast/ hattest/ willst blaue, pinke, rote, lila oder grüne Haare.
[  ] Du verprügelst gerne Neo Nazis/ „Gangstas“.
[  ] Du trägst Doc Martens.
[  ] Du hast/ willst Piercings.
[  ] Du bist immer/ oft betrunken.

[NERD]
[x] Du liebst Computer.
[x] Du liebst Bücher.
[  ] Du magst Harry Potter.
[x] Du musst eine Brille tragen.
[  ] Du bekommst oft gute Noten.
[  ] Du schleimst dich gerne bei Lehrern ein.
[  ] Es ist dir egal wie du aussiehst.
[  ] Du machst immer deine Hausaufgaben.
[  ] Du lernst gerne.
[  ] Du fehlst nie in der Schule.

[EMO]
[x] Du bist oft traurig/ frustriert.
[  ] Du besitzt eine Brille mit dicken schwarzen Rändern.
[  ] Du magst Punkte/ Streifen/ Sterne etc.
[  ] Du weinst schnell.
[  ] Du hasst es Emo genannt zu werden.
[  ] Du willst/ trägst mindestens ein Lippenpiercing.
[x] Du hast schon einmal ein trauriges Gedicht geschrieben und besitzt ein Tagebuch.
[  ] Du hast ein aufwendiges MySpace Layout.
[ ] Deine Haare sind/ waren schwarz gefärbt
[  ] Du hast/ hattest blonde, pinke, lila oder rote Strähnchen/ Extensions.

[GANGSTA]
[  ] Du liebst Autos.
[  ] Du magst goldene/ silberne Panzerketten.
[  ] Du warst/ bist in einer Gang.
[  ] Du kannst rappen/ Breakdancing.
[x] Du trägst Baggypants und T-Shirts, die zu groß sind. (heute z.B)
[  ] Du trägst deine Schirmkappe schräg auf dem Kopf.
[x] Du sagst mehrmals am Tag „Yo“/ „Alter“/ „krass“/ „Ich schwör“.
[  ] Du weißt, dass Tupac und Biggy tot sind.
[  ] Du benutzt nie Kopfhörer, selbst wenn du unter Leuten Musik hörst.
[x] Du gestikulierst viel während du redest.

[HARDCORE]
[  ] Du liebst laute Musik.
[  ] Du magst Bandanas.
[  ] Du mochtest/ magst die Ninja Turtles.
[  ] Du trainierst deine Muskeln.
[  ] Du trägst fast immer ein Bandshirt.
[  ] Viele Leute haben Angst vor dir.
[  ] Der Moshpit ist dein Zuhause.
[  ] Du hast ein Tattoo an der Wade.
[  ] Du trägst Flesh Tunnels.
[  ] Du trägst die Kapuze deines Pullis meistens/ gerne auf dem Kopf.

[PLAYER]
[  ] Deine Beziehungen halten nicht länger als 2 Wochen.
[  ] Du fährst mit voll aufgedrehter Anlange durch die Stadt, um anzugeben.
[  ] Du prahlst mit deinen Errungenschaften.
[  ] Du trägst Hemden mit aufgestelltem Kragen.
[  ] Du trägst eine Sonnenbrille in der Diskothek.
[  ] Du sprichst am ersten Tag einer Beziehung schon von Liebe.
[  ] In deinem Freundeskreis bist du ein Held, aufgrund deiner Frauengeschichten.
[x] Du hörst (nicht nur) HipHop.
[  ] Das meiste Geld gibst du für Klamotten aus.

[(KLASSEN-)CLOWN]
[  ] Du bist Optimist.
[x] Du redest viel und gern.
[x] Du verstellst deine Stimme gerne, vor allem ins kindische.
[x] Du hast deine 5 Minuten jede Stunde.
[  ] Du hüpfst viel und gern.
[  ] Du piekst anderen Menschen gerne in den Bauch.
[x] Du machst viele Witze.
[  ] Du verarschst gerne andere Menschen.
[x] Du strapazierst die Nerven deiner Mitmenschen .
[x] Du stehst gern im Mittelpunkt.

[METALLER]
[  ] Du benutzt Wörter wie „true“, „evil“, „grim“ und „nordic“.
[  ] Sodom ist für dich mehr als eine Bibelstelle.
[  ] Du bist beleidigt wenn du deine Rangers ausziehen musst.
[  ] Du besitzt nur Rangers.
[  ] Das Geräusch eines Panzers, der sich über Giftgas gefüllter Gruben wälzt, könnte für dich Musik sein.
[  ] Du bist ein Misanthrop.
[  ] Du bist Satanist/ Atheist/ Neo-Heide.

[OTAKU]
[  ] Du hast mindestens 25 Mangas
[  ] Du kennst Rumiko Takahashi und Ken Akamatsu
[  ] Du weißt was Hentai ist
[  ] Du hast über 4 verschiedene Mangaposter in deinem Zimmer.
[  ] Du hast schon mal versucht einen Doujin zu zeichen
[  ] Du zeichnest selbst
[  ] Du warst schon auf mindestens 5 Conventions
[  ] Du hast min. ein Cosplay daheim rumliegen
[  ] Du magst Jrock / Jpop
[  ] Du bist mindestens auf Animexx angemeldet

[???]
[x] Dir ist schon mal Kaugummi aus dem Mund gefallen, während du gesprochen hast.
[  ] Du bist schon mal gegen eine Glastür gelaufen
[  ] Du glaubst du könntest fliegen.
[x] Du bist schon mal aus einem sich bewegenden Fahrzeug gesprungen.
[x] Du hast an was lustiges gedacht und gelacht, worauf dir Leute schräge Blicke zugeworfen haben.
[  ] Du bist schonmal gegen einen Baum gerannt.
[  ] Du schaffst es, an deinem Ellbogen zu lecken.
[  ] Du hast jetzt versucht, an deinem Ellbogen zu lecken.
[x] Du hast nicht gewusst, dass das Alphabet und Twinkle Twinkle Little Star den selben Rhythmus haben.
[  ] Du hast es jetzt versucht zu singen.
[x] Du bist schonmal auf deine Schnürsenkel getreten und hingefallen.
[  ] Du hast dich schonmal an deiner eigenen Rotze verschluckt.
[  ] Du hast die die Matrix gesehen, und sie nicht verstanden.
[  ] Du hast nicht gemerkt, dass in der letzten Frage „die“ doppelt war.
[  ] Du hast jetzt hingeschaut.
[  ] Dein Haar ist blond/dunkelblond.
[x] Leute haben dich schon mal „langsam“ genannt.
[x] Du hast mal aus versehen was in Brand gesetzt.
[  ] Du hast mal versucht, mit einem Strohhalm zu trinken, aber er ist in deiner Nase/Augen/Wange gelandet.
[x] Du hast dich selbst dabei ertappt, wie du gesabbert hast.
[x] Du bist in der Schulklasse mal eingeschlafen.
[  ] Du bist schon mal aus dem Fenster gesprungen.
[  ] Wenn jemand „Furz“ sagt, dann lachst du.
[  ] Du lachst immer noch.
[x] Manchmal denkst du einfach nicht nach.
[x] Du erzählst eine Geschichte, und hast zwischendrin vergessen, wovon du gesprochen hast.
[  ] Leute entfernen sich oft von dir, und schütteln dabei ihre Köpfe.
[  ] Dir wurde oft gesagt, du sollst deiner „inneren Stimme“ lauschen.
[x] Du bist öfter als 4 mal Stationär im Krankenhaus gelegen.
[  ] Du benutzt deine Finger um einfachste Rechnungen zu machen.
[  ] Du hast mal ein Insekt gegessen.
[x] Du hast deine Kleidung mal falsch herum oder auf links getragen, und es nicht bemerkt.
[x] Du hast überall nach etwas gesucht und nicht gemerkt, dass du es in deiner Hand oder Tasche hattest.
[  ] Manchmal postest du Bulletins, weil du Angst hast, dass was sie sagen wahr werden könnte.
[  ] Wenn du ein gutes Lied hörst fängst du sofort an zu tanzen/mit zu singen.
[x] Du machst oft irgendwelche Dinge kaputt. (versehentlich)
[  ] Deine Freunde wissen, dass sie keine komplizierten Wörter in deiner Nähe benutzen sollen.
[x] Du bist schon mal von einem Stuhl gefallen.
[  ] Wenn du im Bett liegst, versuchst du Bilder in dem Muster der Decke zu erkennen.
[  ] Du hast dir/Dir hat jemand schon mal einen Zahn ausgeschlagen.

Puhh, ganz schön viele Kreuzchen (viel besser als Lotto spielen). Ich glaube dass ich im Schnitt ein Gruppenmischling bin. Ganz nettes "Stöckchen"

Reisen


Gewollt oder ungewollt‭? (Lautsprecherdurchsage) Bewusst oder unbewusst‭? ‬ Er war alleine.   Auf der Reise mit leichtem Handgepäck, stichhaltigen Gedanken  ‬und nutzlosen Argumenten (zweimaliges Pfeifen des Schaffners). Stille.‭ ‬(Weltraumstille im Zugabteil).  ‬Atmosphärische Kälte in seiner Brust.‭ (Eiskristalle an der Scheibe). ‬ Er konnte‭ seinen langsamen Herzschlag hören (Schwerelosigkeit). Er hob ab und stieß frontal mit Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer zusammen. Erst rotierten sie durch den Raum und die Zeit, dann glitten sie durch den engen Gang der zweiten Klasse, des allerletzten Raucherwagons. Steif und ungelenk wurden seine holzigen Glieder. Verstaubt und modrig roch seine Kleidung. Nun stieß auch Schlupp vom grünen Stern und Kater Mikesch zu ihnen. Sie folgten den im Licht, wie Sternenstaub schimmernden, Staubpatikeln durch den luftleeren Raum.‭ ‬ Waren die alten Freunde aus Augsburg so wie er auf der Reise ins Lummerland?  Eine Reise auf Schienen. Eine Reise ohne Vorurteile, kein Missbehagen und ganz ‬ohne Eile. Er war  auf der Reise und war im Rückzug (laute Fahrgeräusche, Rütteln in der Kurve). ‬Mit dem Ticket in der Hosentasche saß er  nun wachgerüttelt im leeren Zugabteil  (Fließende Landschaften). Er richtete seinen Blick ab vom Fenster und starrte  ‬auf die leere Gepäckablage. Zwischen den Knien fest geklemmt hatte er seine gute, alte Jutetasche.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Kaffeekränzchen



Kurz vor Ladenschluss am Samstagabend hatte sich spontan sein Chef (zusammen mit seiner besseren Hälfte) zum Sonntagsnachmittag-Kaffeekränzchen angekündigt. „Scheiße!“, dachte er sich, denn er hatte keine Filtertüten mehr. Da es bei ihm immer schnell gehen musste, trank er innerhalb der Woche meistens Nestcafé. Dazu benötigte man keine Filter. Nur wenn er Besuch oder viel Zeit hatte brühte er frischen Automatenkaffee auf.

Auf der Suche nach den passenden Tüten für seine Kaffeemaschine rannte er in drückenden Slippern in Richtung Stadtmitte. Er hastete zwischen dem zähflüssig fließenden Straßenverkehr hindurch. Er lief über die laute, abgasverseuchte Hauptstraße, über die Hauptschlagader der größten Kleinstadt Deutschlands.
Er schreckte wie ein gejagtes Reh von dem Schuss aus einer Flinte auf, als er von einem übergewichtigen Autofahrer brutal angehupt wurde. Völlig durchgeschwitzt und verängstigt erreichte er die andere Straßenseite, wo er von einer aggressiven, auf Krawall gebürsteten Psycho-Omi mit dem Gehstock empfangen wurde.

Nach einer Hetzjagd durch die Stadt hielt er erschöpft aber glücklich die grüne Packung mit den Filtertüten in der Hand.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Pavel Turkovski


Teil Zwei
Kapitel Zwei
(3)

Ich raffte mich auf, schlurfte hinüber ins Badezimmer, bürstete meine Kauleisten und gurgelte anschließend mit antibakteriellem Mundwasser meinen Rachen. Ich machte mich ausgehefertig. Ich schlüpfte in meine vor Dreck starrenden Boots und zog meine allwetter Winterjacke an (eine Jacke in der ich aussah wie eine schlechte Kopie des Pirelli-Männchen). Ich verlies die Wohnung und machte mich auf den Weg. Nach einem zehnminütigen Fußmarsch durch die Kälte war ich im Hafenvierte angekommen. Ich ging über den Damm und betrat die andere Seite der Stadt.

Pavel Turkovski

Teil Zwei
Kapitel Zwei
(2)

Es war so gegen Mittag als ich unter der Dusche stand. Ich duschte heiß, sehr heiß, viel zu heiß, denn meine Haut brannte und war stark errötet.

Nur mit einem Badetuch bekleidet saß ich dampfend auf meiner grünen Couch, blickte aus dem Fenster und sah in den grauen, verregneten Samstagnachmittag hinein. Ich fragte mich was ich an meinem freien Tag tun könnte? Es gab eine Vielzahl von Möglichkeiten:

Den Hausmüll, das Altglas und das Altpapier entsorgen, dann das Geschirr spülen und anschließend die Böden wischen. Nebenbei bemerkt war mein Biotop komplett zugestaubt. Auf allen Oberflächen hatte sich der Staub der letzten Monate abgesetzt. Hinzu kamen die Ratten unter dem grünen Schlafsofa und der Kommode. Einst mal waren es kleine Wollmäuse gewesen, doch nun waren sie zu furchteinflößenden Wanderratten herangewachsen. Kurz, zutun gab es wirklich reichlich. Doch ich tat das was ich für gewöhnlich am besten konnte. Nichts. Jedenfalls nichts was mit Ordnung und Sauberkeit zusammen hing. Der desolate Zustand meines schutzwürdigen Biotops gefiel mir.

Pavel Turkovski

Teil Zwei
Kapitel Zwei
(4)

Ich ging durch die Drehtür des Corso-Theaters. Hinter der Kasse saß eine korpulente,kaugummikauende Wiederkäuerin. Ich zahlte und sie schob mir ein goldenes Ticket zu:

Die Eingangsszene

An einer Tankstelle. Der Himmel ist dunkel. Es ist Nacht. Mit angemessener Geschwindigkeit kommt ein schwarzer Mercedes “Strich-Acht“ an einer der Zapfseulen zum stehen. Der unruhig laufende Motor verstummt.

„Die 1, ein Päckchen Luckys, Zündhölzer, Zahnpflegekaugummis und einen Cafè au let, bitte.“

Der Kassierer, ein schlanker Typ, bebrillt und unrasiert antwortet aus seiner Zahnlücke heraus:

“Achtundsechzig Fünfundneunzig, bitte.“

Der Fahrer des Mercedes, ein gut aussehender, junger Mann im Nadelstreifenanzug mit wasserstoffblondem Kurzhaarschnitt nimmt seine Tasse mit dem dampfend heißen Automatenkaffee und stellt sich an einen der beiden Rundtische. Er verhaart. Sein Blick taucht in die Kaffeetasse ein.

Szenenwechsel, Rückblick

Er am Frühstückstisch. Sie am Fenster, ihren Blick auf die blühenden Obstbäume im Garten gerichtet. Er war sichtlich angetan von ihrer Schönheit. Ihrem schulterlangen, in der Sonne bräunlich schimmerndem, langen Haar, sie sah wirklich hinreißend aus! Ihr Anblick erinnerte an eine Statue aus der Antike, eine künstlerisch, wunderschön dargestellte Plastik. Jedoch leblos und kalt!
Nach einem großen Schluck von dem noch dampfenden Tee, den sie zuvor frisch eingegossen hatte, sagte er zu ihr: „Ich werde morgen schon sehr früh das Haus verlassen. Warte nicht mit dem Mittagessen auf mich. Ich denke, dass ich am frühen Abend wieder zuhause bin.“

(Der Zuschauer hört die Gedanken des Protagonisten)

„Mit einem Donnerwetter hatte ich gerechnet. Hatte zumindest mit einem ihrer vernichtenden Blicke gerechnet. Doch sie stand nach wie vor regungslos am Fenster. Sie starrte weiterhin auf den blühenden Kirschbaum im Garten.“

Szenenwechsel/Tankstelle

Ring, ding, dong, ding - Ein korpulenter Fernfahrer betritt die Tankstelle und bewegt sich zielstrebig auf das Zeitschriftenregal zu. Der Fernfahrer greift nach der neusten Ausgabe der FHM, klemmt sich das Hochglanzmagazin unter seinen Arm und bewegt sich schweratmig auf die Kasse zu.

„Ein Päckchen Rothändel, eine kleine Flasche Strothmann Weizen-Korn und das hier! Das ist alles, danke. Ihnen auch!“

Er sitzt im Wagen, dreht den Zündschlüssel um und drückt aufs Gaspedal. Der Motor heult auf, die Vorderreifen drehen quietschend durch und zurück bleibt eine schwarze, stinkende Wolke aus verbranntem Treibstoff und abgeriebenem Gummi.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Aufzeichnungen eines Piraten



Momentaufnahmen.‭ ‬Unfassbares Material.‭ ‬Auf Karopapier gekritzelte,‭ ‬persönliche Memoiren.‭ ‬Geschichten von Früher.‭ ‬Bunte Farbenpracht.‭ ‬Schillernde Gedanken,‭ ‬festgehalten in einem unscheinbaren,‭ ‬grauen Büchlein.‭ ‬Ein Gedankengut aus seiner wilden‭ ‬Jugendzeit,‭ ‬einer aufregenden Zeit in der Zwischenwelt,‭ ‬einer Welt zwischen Kind sein und Erwachsen werden.‭
Bemerkenswert die Leichtigkeit,‭ ‬die unbeschwerte Heiterkeit seiner Worte.‭  ‬Beflügelte Gedanken die viel,‭ ‬sehr viel Raum und Kraft für die Entfaltung brauchten.‭ ‬Er ging fort,‭  ‬begab sich wie Robinson Crusoe auf lange Reisen.‭ ‬Auf der Reise,‭ ‬auf stürmisch,‭ ‬hoher See‭  ‬entstanden seine privaten‭  ‬Piratengeschichten.‭ ‬In kleine Häppchen gehackte,‭ ‬aneinander gereihte Anekdoten.‭ ‬Sushi aus Edo Oki.‭ ‬Hergerichtet von einem‭ ‬gut ausgebildeten Schiffskoch,‭ ‬serviert von einem pockennarbigen,‭ ‬frei denkenden Abenteurer.‭  ‬Intime Stories aus einer fiebrig heißen Vergangenheit.‭ ‬Euphorische Erregtheit in der engen Koje.‭ ‬Lange,‭ ‬verschwitzte Liebesnächte bis in den Morgengrauen,‭ ‬bis der Wecker klingelte.‭  ‬All das und noch so viel mehr hatte er in diesem grauen Büchlein beim Entrümpeln der Garage wiedergefunden.‭

Samstag, 17. Oktober 2009

Der Spaziergänger


Manchmal, wenn er dringend Ruhe nötig hatte, wenn er seinem Dämon entfliehen wollte, wenn er sich von seinem anstrengenden Alltag erholen musste, dann spazierte er über den Westfriedhof. Über den uralten Friedhof zu gehen, kam einem Spaziergang durch einen wunderschönen Park gleich.
In der Nähe seiner Wohnung gab es einen eingezäunten Park. „[…] Zentral gelegene 3 ZW mit Park-Nähe“, sagte damals der Wohnungsmakler am Telefon zu ihm. Ein wirklich nahe gelegener Park. Ein Park indem man auf viele heimische Vögel traf. Insbesondere war die Populationsrate der Bordsteinschwalben und Schluckspechte enorm hoch. So hoch, dass sie die anderen Vogelarten verdrängten.  So hoch, dass er sich belästigt und unwohl fühlte. Er zog einen einsamen Spaziergang über den Friedhof vor. Auch dort traf man auf verschiedene Vogelarten. Vögel wie den Zaunkönig zum Beispiel.

KREATIV BLOGGER AWARD


Ich alias "K'nack die Krähe" habe heute von Abraxandria den "Kreativ Blogger Award" verliehen bekommen.
An dieser Stelle nochmals ein ganz großes DANKESCHÖN (es ehrt mich wirklich sehr)

Kommen wir nun zu den Award-Regeln:
1.) Bedanke dich bei der Person, die ihn dir verliehen hat.
2.) Kopiere das Logo und platziere es in deinem Blog.
3.) Verlinke die Person, von der du ihn bekommen hast
4.) Nenne 7 Dinge über dich, die anderen noch nicht bekannt sind.
5.) Nominiere 3 bis 7 “Kreativ Blogs”
6.) Verlinke diese Blogger bei dir.
7.) Benachrichtige die Nominierten durch einen Kommentar

(Dear Friends, ich bin ein Mann der Taten und wenn mir etwas nicht passt, dann handle ich auch schon mal impulsiv. Ich habe bei den "Award-Regeln" (Punkt 5) eine kleine, aber doch entscheidende Veränderung vorgenommen: "Nominiere (3bis) 7 Kreativ Blogs" Die "3  bis" habe ich einfach dazu geschrieben.
Ich hoffe, dass dieser Fauxpas verzeihbar ist.)

zu 1. - 3.:

 - mit Freuden erledigt  ;-)


zu 4.

-1.   Ich bin ein Martin Scorsese Fan. Direkt über meinem Arbeitstisch (die Ablagefläche einer eingeklapten, antiken Nähmaschine) hängt das original Filmplakat von dem besten Scorsese-Film ever: TAXI DRIVER. Somit bekenne ich mich auch als ein Robert De Niro Fan (übrigens spielt in TAXI DRIVER Jodie Foster mit).

-2.   Ich leide an einer chronischen Tolpatschigkeit. Nein, wirklich. Ich sorge dafür dass, das hiesige IKEA Möbelkaufhaus den Jahres-Mindest-Verkauf an Wassergläsern einhält.

-3.   Ich bin seit einigen Jahren ehrenamtlich tätig und grüße an dieser Stelle alle Ehrenamtler in der ganzen BRD (Deutschland braucht Euch). Peace 2 All Ya.  

-4.   Ich habe einen homosexuellen Freund Names Minoş ( ş = sch). So heißt unser Wellensittich, der Kleine denkt ich wäre auch ein Sittich. Er hat sich in mich verliebt. Z.z. leben wir in einer Dreiecksbeziehung: Meine Gattin unser Wellensittich und Ich.

-5.   In Wirklichkeit bin ich mit "blogger.com" nicht zufrieden, gefällt mir irgendwie nicht. Vor allem mag ich den Admin-Bereich nicht (obwohl man schon viel machen kann und sich einiges zum Positiven hin verändert hat).

-6.   Zu meiner verspäteten Jugendzeit war ich aktiv mit den "Grünen" unterwegs. Nachdem J. F. (unterwegs in Sachen Parteiwerbung) und sein Geleit mich hupend von der Straße gedrängt hatten (ich ohne Helm auf meinem Motorroller), durfte ich im Anschluß nach einer gähnend langweiligen Rede, für ihn und seine Crew (darunter auch C. Ö.) Kaffee und Kuchen servieren. Später habe ich ein passendes Interview für die holländische Presse abgegeben und dannach mußte ich mein Amt als Servierfachkraft niederlegen ;-)

-7.   Dieses Jahr zu Halloween (31. Oktober) werde ich meine erste Grusel-Kurzgeschichte veröffentlichen.


zu 5.:  

"And the next Kreativ Blogger Award goes to":

-   Tiger- Die Kralle von Kreuzberg ( Heute schon bei Episode 115 angelangt. Abicim, für Deine Berliner Türken-Schnauze gibtz von mir den Kreativ Blogger Award . Zu meinen Favoriten gehören die Episoden mit U-Bahn Umut und Fax ;-)

- Paleica ( An dieser Stelle noch einmal alles Gute und viel Erfolg bei Deinen Prüfungen. Echt super, super, super Projekte, ein künstlerisch sehr, sehr stark angehauchter Blog)

- Amaya (Ich besuche Deinen Blog immer, und immer  wieder gerne. Ich bin einer Deiner begeisterten Leser, und ich  finde dass auch Du den Kreativ Blogger Award" bekommen solltest)

PS.:

So und nu ab aufs Blümchensofa zu meiner Liebsten, um gemeinsam  das "Super Talent" weiter zuschauen  :-)

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Tight Pussy


Eigentlich wollte er an jenem Tag zuerst die Reifen an dem Wagen seiner Freundin wechseln, dann wollte er zum Zahnarzt, ins Wettbüro und danach wollte er noch seinen bereits ausgefüllten Lottoschein an der Annahmestelle abgeben.
Doch er saß (in schwarz gekleidet) zusammen mit seinen besten Freunden von damals im Ba-Ca, dem Bahnhofscafé am alten Bahnhof. Sie saßen an ihrem Stammtisch von früher. Er schloss seine Augen und atmete tief ein. Es roch heute noch wie damals. Es roch nach Kaffee und Zigarette. Er öffnete seine Augen und blickte sich um. Die Zeit im Café schien still gestanden zu haben. Er erinnerte sich an jedes Möbelstück, an jedes Detail der bunten Kandinsky Bilder die an den gelben Wänden hingen. Er erinnerte sich an jede Kerbe in dem massiven Tisch an dem sie Jahre später wieder saßen. Sie tranken Latte Macchiato, aßen süße Muffins und labberten eine Menge blödsinniges Zeug, fast so wie damals. Doch damals war auch Pussy immer mit dabei. Pussy, auch genannt „Tight Pussy“, war ein homosexueller Ex-Junkie. Pussy war sein bester Freund gewesen. Pussy war vor einigen Tagen an AIDS verstorben.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Pavel Turkovski




Teil Zwei
Kapitel Eins
(5)

Ich hatte genug, nein, mehr als genug Gedanken die mich über eine scheinbar endlose, einsame Straße aus meiner exgeliebten Heimatstadt hinaus führten. Ich sehnte mich nach einem friedvollerem Ort. Ganz weit weg von meinem grauen Fabrikalltag. Ganz weit weg von den finster dreinblickenden Eltern in der Rushhour, die ihre seelischen Krankheiten, ihren auf der Rücksitzbank sitzenden Kindern mit in die Junior-Tüte packten. Diese Sehnsucht nach einem Ort den es so wie ich ihn mir vorstellte wahrscheinlich gar nicht gab, folgte mir an manchen Tagen auf Schrit und Tritt.
  

Pavel Turkovski


Teil Zwei
Kapitel Eins
(6)

Mit Ihr zusammen ging ich an manchen Tagen durch die Hölle. Ein manches Mal zwängten  wir uns durch die überfüllten Gänge des Supermarkts.  Ein anderes Mal waren wir auf der Suche nach Konsumgütern die keiner brauchte. Wir hasteten über die Einkaufsmeile. Wir rannten über das glitschige Kopfsteinpflaster, durch die engen Gassen der Altstadt, in Richtung Oberstadt, den Berg hoch und wieder runter. Wir kamen vorbei an aneinander gereihten Kauftempeln und blieben hängen an den knall roten Lippen einer professionell ausgebildeten, überdurchschnittlich attraktiven Verkäuferin des örtlichen Verkäuferrings. Bis wir dann endlich, am Ende eines langen Tages, erschöpft und um ein paar Taler erleichtert, auf der grünen Couch in meinem schutzwürdigen Biotop landeten, waren etliche, vergeudete Stunden eines kostbaren Tages vergangen.