Sonntag, 30. März 2008

"Pfefferminz?" - "Oh, lecker, Pfefferminze!"


Er bot den Goldies und ihren Rowdies seine Pfefferminz Pastillen an.

Sie, seine Schwestern und Brüder im Geiste, saßen, tranken und aßen gemeinsam am nostalgischen Tisch.
Sie tranken Marsala Wein aus Karaffen und sprachen in wundervollen Bildern. Bilder, die er sich im Gleitflug betrachtete. Er sah die Landschaften ihrer fassettenreichen Vergangenheit, die, wie wild blühende Blumen und Kräuter, in bunt schillernden Farben unter ihm vorbeizogen.

Daheim angekommen, stand er vor seiner grauen Baustelle mit den Löchern im Boden. Er blickte auf das Grau und sah die farbenfrohen Menschen, die er am Abend zuvor kennen gelernt hatte.
Er drehte sich auf dem Absatz um, und schaute in ihr warmherziges Gesicht, das von der Flurbeleuchtung angestrahlt wurde.
Er freute sich, denn bald würden auch ihre Bilder in wundervollen, bunt schillernden Farben leuchten.

Samstag, 29. März 2008

Hereinspaziert!


Ich lasse Licht und Wärme rein!


Meine Tür steht Dir nun offen. Komm herein, tritt ruhig ein!

Schau Dich um, doch frag nicht dumm!

Ein Raum, nur für meinen Reim,

hier fühl ich mich stets daheim!

Ich will mich nicht zum Narren machen,

will nicht dass andre drüber lachen!

Meine Texte,

meine Worte,

versetzen mich an andre Orte.

Hast Du spaß an meinem Reim?

So steig mit ein!

Hast Du nicht?

So lass es sein!


Mittwoch, 26. März 2008

Erdbeeren-Saison, mehr Zeit für die Romantik


Du mein Erdbeermund hast Dein Herz für mich erklingen lassen!

Ich stand an der Frittenbude, hörte den reinen Klang aus weiter

Ferne!

Hoch zu Rosse ritt ich durch die Nacht, in den Tag hinein!

Ich erblickte Dich, hyperventilierte, erbrach, sank in die Knie und

fiel in Deinen blumigen Schoß.


Meine Sonne, Du, umarmst mich sanft!

Mein Sturm, Du, wehst wie der Herbstwind an kalten Tagen,

Mein Regen, Du, erfrischend anders, fällst auf meine heiße Haut!




Dienstag, 25. März 2008

Room With Seaview


Ruckartig, mit einem Aufschrei ins Leben gerissen, den geradlinigen Wegweisern gefolgt, an unzähligen Buchten vorbei, auf dem Weg ins Nirwana, Träume kamen, wie warmer Regen, Tropfen auf der Oberfläche, Kreise ziehend, wellenförmige Gefühle, Fußspuren auf feuchtem Sand,

dahingleitende Stille...

Mittwoch, 19. März 2008

Reisebericht Teil 1


Die Krähe saß in der Krone des Ölbaums und sah, ım Cafe der Künstler einen Falken sıtzen.

Der Falke trank einen Apfeltee. Er lehnte sich zurück und genoss den Tag. Der Falke liess sich von der Sonne küssen. Er schloß die Augenlieder und sah unten am Hafen der Fischer eine Möwe sitzen.

Die Möwe flatterte mit ihren Flügeln, hob ab und flog über den Hafen der Fischer hinweg. Sie flog über dem Cafe der Künstler hinweg. Sie flog über den Ölbaum hinweg und sah in weiter Ferne,

die Berge mit ihren schneebehangenen Gipfeln.

Dienstag, 18. März 2008

Reıseberıcht Teil 2





Spıegelungen.

In den Sonnenbrıllen,

den Fassaden,


ın den Oellachen,


auf den Strassen!



Heısse Bräute, knackıge Würstchen ın warmen Brötchen! In den Tüten schlüren sıe das Elend, an der Rezeptıon vorbeı, durch dıe Lobby, zur Bar, aufs Zımmer! Hıer, heute und ın der Zukunft wırd Nowhere-Man, aus dem Nowhere-Land sıch Gedanken über dıe reısenden Parasıeten machen! Parasıeten, dıe ın gıgantıschen Vögeln aus Stahl, dıe Welt erobern. Aus seınem Zımmer, ın der Ferne, wırd er blıcken und an dıe Abgas schluckenden Schwalben denken!



Montag, 17. März 2008

Reıseberıcht Teil 3



Welocome! Come and enjoy! Come and see the poorest of the poorest and the rıchest of the rıchest!


Hıer aus dem Urlaub, lıfe vor Ort siehst du pros & cons, Cons für 99,95 € aus Plastık! Hast du Geld, bıst Du, gebettet auf Federbetten, getoastet, lecker, verspeıst du hıgh budget Slow-Food hınter Spıegelglas!


Und du sıehst dıe Armut an der Scheıbe kleben, auf der Straße lıegen!

Donnerstag, 13. März 2008

Wein Des Lebens



Emilio und er liefen trotz strömenden Regenwetters durch die menschenleere Altstadt.
Sie standen vor einer romanischen Kirche und staunten. Sie liefen vorbei an den aneinander geketteten Tischen und Stühlen der geschlossenen Cafès auf dem Marktplatz, vorbei an den zugeklappten Sonnenschirmen, vorbei an Rinnsalen, die wie kleine Bäche in Gullis verschwanden. Emilio schupste ihn, er trat in eine Pfütze, sie lachten und liefen weiter! Unter einem Dachvorsprung, vor dem Schaufenster von Müllers Elektrofachgeschäft, rauchten sie eine Lucky Strick. In der Auslage des Ladens hatte die Müllers Frau verschiedene Rasierer ausgestellt. Diverse, weltbekannte Markenprodukte, weiblich designte Rundungen, abgestimmt auf die Handinnenfläche des durchschnittlichen Mannes.
Er sagte: „Ich bin unrasiert und stinke wie ein Iltis!“
Emilio antwortete: „Das macht nichts, wir können gleich in aller Ruhe ein wohltuendes Bad nehmen. Und morgen kaufen wir dir einen ordentlichen Rasierer!“

Wie Cowboys, entsprungen aus einem Western, lagen sie in der dampfenden Wanne, während Emilio einen Marsala entkorkte!
Die bezaubernde Gipsy-Queen Nadia und ihre beste Freundin, die schöne Patricia, betraten den dreiundzwanzig Quadratmeter großen Privathamam im Barackenvierten der Soldaten.

An diesem Abend spielten sie kein Schach und diskutierten nicht über die Quantenphysik. Sie vergaßen das elend der Welt, sie vergaßen das Leid der Schwachen und Notdürftigen...

...für einige Stunden, schwebten sie in einem Raum der Poesie!

Der Hospital Clown


Er saß auf seiner roten Vespa und raste durch die engen Gassen der Altstadt. Wie immer fuhr er ein Rennen gegen die Zeit!
Mit quietschenden Reifen kam seine Vespa vor dem „Ölberg“, ihrer Stammkneipe, zum stehen!

Als er den Rauch geschwängerten Vorraum des Lokals betrat, wurde er freundlich von Moses und seinen zweiunddreißig Zähnen begrüßt. Moses der Gastwirt sah ihn an und lachte aus vollem Herzen! Moses war ein hagerer Afrikaner und kam ursprünglich von der Elfenbeinküste. Die freundliche Begrüßung erfreute ihn. Er lachte zurück.
Er ging auf einen schweren, roten Vorhang zu, schob den Vorhang zur Seite und betrat ein hell erleuchtetes Hinterzimmer. Seine elf Kollegen fielen schlagartig in schallendes Gelächter, als sie ihn erblickten!
Er hatte zuvor mit der liebenswerten Schwester Maria von der Kinderstation gequatscht und dabei das geheime Treffen der Superhelden vergessen. Er arbeitete wochentags als Hospital Clown auf der Kinderstation. Er hatte sich nicht einmal abgeschminkt. Seine Clownsnase hatte er auch noch auf. Da stand er nun! Mit verschmiertem Gesicht und einer schief hängenden, knallroten Nase!
Nachdem sie sich alle wieder beruhigt hatten, eröffnete der kleine Pepe das Tischgespräch:

„Meine Lieben Freunde, wie schön, dass wir an Tagen wie diesen, Menschen um uns herum haben, die uns dann und wann mal zum Lachen bringen! Leider lachen wir heutzutage immer seltener. Leider haben wir auch nicht mehr viel zu lachen! Mir geht es da doch nicht anders als es euch ergeht! Es gibt tausende Gründe die uns das Lachen vermiesen können, z.B:


Deine Alte hat dich verlassen, deine Neue ist scheiße, deine Fussbalmanschaft ist abgestiegen, in deiner Stadt kriegt man keine vernünftigen Pömms, dein Freund speilt lieber am PC, anstatt mit dir shoppen zu gehen! Altägliche Probleme, die scheinbar wie finstere Gewitterwolken über unseren Häuptern hängen!




Wie schön, dass wir sonst keine Sorgen haben!"

Mittwoch, 12. März 2008

Der Reiseführer



Ende dieser Woche, werde ich Laura Joh Rowlands Neuerscheinung, “Red Chrysanthemum“ in meine Reisetasche packen. Warum?
Weil ich mir endlich die Zeit nehmen werde, eine weitere, spannende, etwas andere Kriminalgeschichte mit Sano Ichiro und Hirata san zu lesen!

In einem garantiert animateurlosen Hotel, auf den Klippen der Stadt, werde ich mir dann viele, viele verpasste Folgen “Leonardo- das Wissenschaftsmagazin“ als Podcast, in der Horizontale, liegend und die Glieder ruhend, begleitend zu den leckeren Softdrinks zu Gemüte führen!

Doch bevor es losgeht, hier noch mein persönlicher Reiseführer für vielleicht nachfolgende, begeisterte Urlauber, die gefallen an der Türkei, genauer, an der türkischen Riviera, genauer, an Antalya gefunden haben, oder noch finden werden!

Es war heiß, er hatte Durst! Er stand am Fuße des Clocktowers. Sein Blick fiel auf die vielen Menschen im Künstlercafè, vor der Altstadt ("Kale ici"). Vor wenigen Jahren wurde die Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die osmanischen Holzhäuser mit ihren typisch vorspringenden Erkern und Schindeldächern wurden aufwendig saniert.

Er setzte sich zu den frohgesinnten Künstlern, Einheimischen und Reisenden, bestellte sich einen Apfel-Tee und zog an seiner Tekel 2000.

Er trank aus, zahlte, gab ordentlich Trinkgeld und begab sich in das Gewirr der unzähligen Gässchen, die zum Spazierengehen und entdecken einluden. Er stand vor einem kleinen, unscheinbaren Reisebüro an der Ecke, gegenüner der Souvenierläden. Er ging weiter und betrat den etwas schmuddelig wirkenden, aber von den Preisen deutlich günstigeren Laden eine Straße weiter. Dort buchte er für den nächsten Morgen eine Rafting-Tour.

Am nächsten Morgen setzte er sich in einen klimatisierten Reisebus, der durch Antalyas umliegenden Dörfer fuhr. Er speiste zu Mittag in einem abgelegenem Fischlokal und sprang weil er wollte und gerade keiner hinsah von einem ca. zwölf Meter hohen Wasserfall. Der Sprung ins kalte Wasser war sehr erfrischend, doch richtig spaß machte er nur bei Gelingen!
Des Weiteren, genoß er in einem Zweierkanu die unbarmherzigen, jedoch auf die ganze Familie abgestimmten Stromschnellen des Flusses. Wohlbemerkt, er war ausgestattet mit Helm, Schwimmweste und Begleitern, die fließend deutsch sprachen und schwimmen konnten.

Am späten Nachmittag gab es noch ein ausgiebiges Essen unter Bäumen.

Am Abend, auf der Rückfahrt, blickte er in erschöpfte, jedoch glückliche Gesichter.

Samstag, 8. März 2008

Kalter Herbstwind



Gnadenlos pfeift ihm der kalte Herbstwind um die Ohren.

Gefühlskalte Menschen um ihn herum! In der Wüste aus Eis, in der Stille.

„Erdenbürger, wie echt ist Euer Ehrgeiz? Bastelt Ihr wie üblich an explosiven Intrigen herum?“

Sie haben die Pforte ihres selbst erbauten Paradieses von innen vernagelt! Sie haben sich verbarrikadiert und scheren sich einen Dreck um ihre Schwestern und Brüder, denen gnadenlos der kalte Herbstwind um die Ohren pfeift!

Seelenstriptease





Eine, wie keine Andere.

Meine kurzanhaltenden Reize, in Form einer nicht immer kritiklosen Geschichte, spiegeln sicherlich einen Teil von mir wieder! Mit bedacht sollte man jedoch die aneinander gereihten Wörter genießen. An dieser Stelle schreibt das Ich, wie schon an manch einer anderen Stelle. An dieser ganz besonderen Stelle spielen keine fiktionalen Instrumente mit. Die Musik ist rein, ungefiltert und soll der Leserschar nun näher bringen wie der Schreiber, das Ich ins Du verwandelt!
All die Lieben, die mich persönlich kennen, brauchen keine kostbare Energie auf der Suche nach unwichtigen Zusammenhängen zu verschwenden. Das ungefilterte Ich würzt die Geschichten mit Zimt und Kardamon. Doch um Ihn zu verstehen, musst Du Mich vergessen!

"Weiterhin viel Spaß beim lesen wünscht Euch, Ihsan alias “K´nack die Krähe“.


Freitag, 7. März 2008

Feierabend!







Ein Mann, wie ein Panther, flüsterte ihm ins Ohr:

„Ob mit oder ohne uns, so oder so, es wird immer weiter gehen!"

"And there`s nothing we can do!“


Heimfahrt, im Morgengrauen. Aus den schräbbelnden Frontlautsprechern ertönte ein Song von David Bowie:

[...]

Ground Control to Major Tom
Your circuit's dead, there's something wrong
Can you hear me, Major Tom?
Can you hear me, Major Tom?

Can you hear me, Major Tom?

Can you....


Here am I floating round my tin can

Far above the Moon

Planet Earth is blue

And there's nothing I can do.


David Bowie - Space Oddity



Songtext Quelle: www.magistrix.de


Donnerstag, 6. März 2008

Germanys Next Top Moppel


WAS, WIRKLICH?!

Ja! Aber wenn ich es Dir doch sage:
„Liebe macht schön!“
Ab heute brauchst du dir kein Botox mehr in die Fresse spritzen, künstliche Brauen tätowieren,
unnatürliche Fettreserven absaugen und deinen unprofessionellen Hintern professionell
bleachen. Vergiss es, probier es mal mit der Liebe!

Liebe deine Mutter, deinen Vater, wenn es dir möglich ist!
Liebe deinen Hund, oder Hansi deinen Wellensittig!
Sag ja, wenn dein Freund mit dir joggen möchte!
Sag ja, ich habe Schwächen.
Verabschiede dich von der litschiesüßen Illusion:
„Ich bin schön!“
Denn du bist verdammt hässlich! Du denkst niemand weiß es!
Vergiss es! Jeder weiß es, nur du checkst es nicht!

Ja, du bist!
Du bist ganz schön naiv! Du denkst, mit deiner angetackerten Schönheit kommst du weiter?!
Schön und erfolgreich musst du sein!
Mit Antidepressiva nach dem Erwachen, Ritalin zum Frühstück, Nikotin zum Brunch, Koffein zu
Mittag, Kokain nach dem Abendessen! Dann wieder zurück zu den Antidepressiva auf deiner
Kommode!
Schlaf gut und vergiss nicht:

„WIR LIEBEN DICH!“

Die Narzissen sind erwacht!


Er träumt einem naturbehafteten, nach Blumen duftenden, sanft wehenden, durch ein grünes Blätterdach scheinenden, wohlig wärmenden,
„Frühlingstraum!“
Er träumt vom unendlichen „Raum für die Poesie im Herzen“. Ein Traum, der wie ein lustig plätschernder Fluss durch seine Adern fließt.
Sein Traum, könnte auch ihr Traum sein!

Sie, die Traumdeuter, versprühen Pestizide über seine Felder!
Schleichend rennt ihm sein Glück davon. Es folgen Tage der Unruhe. Stetig wachsendes Leid, lässt sein wuscheliges Seychellengras verdörren. Er würde gerne wachsen, doch er entscheidet sich für einen radikalen Rückschnitt!
Man führt ihn auf eine turbulente Reise über I(H)rr(E)w(E)ge.
Fremde Alpdrücke trüben seinen Fluss. Wellen, Stromschnellen, fließen in gefühlter „Slowmotion“ an ihm vorbei!
Am Ufer tanzen sie und feiern seine Feuertaufe!
Erschöpft, angespült, auf der Sandbank liegend träumt er vom unendlichen „Raum für die Poesie im Herzen“ und erblickt in weiter Ferne blühende Narzissen,
ihre Lieblingsblumen!

Dienstag, 4. März 2008

Neuanfang



Ich saß am Frühstückstisch. Sie stand am Fenster.
Ihren Blick hatte sie auf den Kirschbaumstumpf im Garten gerichtet. Ich war ganz angetan von ihrer Schönheit. Ihr langes Haar, ihre Silhouette im Sonnenschein, ihre langen, hellhäutigen, fast durchsichtigen Beine.
Nach einem kurzen Schluck aus meiner Tasse sagte ich:

„Warte nicht auf mich! Ich weiß noch nicht wann ich wiederkommen werde."

Mit einem Donnerwetter hatte ich gerechnet. Hatte gehofft sie würde mich anschreien, doch sie stand einfach nur da. Regungslos, wie eine Statue aus der Antike. Eine künstlerisch, wunderschön gearbeitete Statue, jedoch leblos und kalt!
Sie starte weiterhin auf den Kirschbaumstumf im Garten. Ich nahm noch einen Schluck aus der Tasse, stand auf und verließ schweigend den sonnendurchfluteten Raum.

Glückliche Kindheit



Er saß auf den staubigen Dielen des Dachbodens und hielt eine beschriftete Kiste in den Händen:

„Hoseas altes Spielzeug“

Ernahm den Deckel ab und ein Blick fiel auf...

...die Gewinner-Murmel, das JoJo mit Leerlauf, den bunten Flummi, die Kasperle Handpuppen und seine Lieblingslangspielplatte von der

"Kleinen Hexe KLAVI-KLAX", mit dem Titel: "Die Sensation vom Rummelplatz" .
 
Er nahm die wiederentdeckten, alten Spielsachen mit nach unten, stellte die Kiste zu den bereits gepackten Umzugskartons und blickte im vorbeigehen durch die offene Zimmertür seines jüngeren Bruders, der zusammen mit seinen Freunden ein Ballerspiel auf der PS II zockte:


„Knall ihn ab den Wixxxer! Worauf wartest du noch, knall ihn endlich ab! Alda, ist ja voll porno!!“

Sonntag, 2. März 2008

Kein schöner Anblick



Einer läuft die Luxusmeile entlang und denkt sich:

"Die Managergesellschaft stopft sich mal wieder die Taschen voll. Kokettierende Bitchez, gaffende, lechzende Nadelstreifenträger, ausgeburten der Hölle, Bosse mit ihren nach Chanel duftenden Sekretärinnen im Handgepäck. Das LapTop wird aufgeklappt, die Statistiken werden auf den Tisch gelegt und am Ende des Tages knallen die Korken. Die Vorhänge werden zugezogen, die Hosen werden herunter gelassen und Röcke hoch gerissen. Der wahre Abschaum, die echten Penner der Nationen lassen ihre Hüllen aus Samt und Seide fallen.

Am nächsten Tag, verstecken sie dann wieder, wie gewohnt, ihre gepuderten Gesichter, gekonnt hinter getönten Augengläsern. Perfekt vorbereitet sitzen sie in luxuriösen Wagen mit getönten Scheiben und werden pünktlich zum nächsten Meeting kutschiert!"

Samstag, 1. März 2008

Zu Spät


 

Es war kurz nach zwölf. Schweißgebadet stand ich an der einzigen Bushaltestelle im Dorf. Eigentlich wollte ich pünktlich sein!

Ich hatte meinen Bus verpasst, und stand an einem grauen, regnerischen Sonntagmittag in der menschenleeren Oberstadt. Ich blickte nach links und dann nach recht. Es war weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Ich blickte in das Wartehäuschen und sah vier aneinander gereihte, orangefarbene Sitzschalen aus Kunststoff. Sitzschalen die scheinbar mit Mayonnaise und undefinierbaren Essensresten beschmiert waren. Auf dem Boden, vor der Sitzreihe, lagen neben einer Mäces Tüte, zwei zertretene Bierdosen. Ich drehte mich um und stemmte meinen Oberkörper gegen den Wind.
Entschlossen, die Haltestelle so schnell wie nur möglich zu verlassen, setzte ich den ersten Schritt nach vorn. Ich beschleunigte meine immer größer werdenden Schritte, winkelte meine Arme an und lief.
Ich lief den Weg zurück den ich gekommen war. Ich lief vorbei an der grauen Fassade, vorbei an den alten Bauten, denen man die Schäden des Krieges ansah. Große Häuserreihen zu beiden Seiten ragten in den grauen Himmel und zogen an meinem Blickfeld vorbei wie reißende Flüsse.
Eigentlich wollte ich pünktlich sein und wollte ihr beweisen, dass ich auch anders kann. Doch ich hatte es mal wieder gründlich vergeigt!

Er suchte was Neues und fand das Alte



Das scheinbar große Glück und das schnelle Geld, ist das Unglück der armen Seelen!

Seelen, die einen heißen Kaffee kostenlos bekommen, wenn sie sich vor einen Spielautomaten setzen.Die bunt blinkenden, aus kleinem Geld große Scheine produzierenden, ihre Besitzer bereichernden Erfindungen, wurden gebaut um die verloren geglaubten Mensche zu malträtieren.

Er betrat den frisch verputzten Vorraum der Hölle und zahlte seinen Kaffee prompt! Er suchte etwas Neues und fand einen ihm altbekannten Schandfleck!
Er, ein moderner Freigeist, blickte und staunte nicht schlecht über die auf dem Chefparkplatz geparkte Luxuskarosse. Sein kleiner roter Polo sah neben dem Gefährt noch kleiner aus als er eh schon war.
Er schlürfte seinen Kaffee und sah sich ein wenig um. Wohin er auch blickte, sah er blinkende Spielautomaten in einer scheinbar klinisch reinen Umgebung! Ihn überkam ein unwohles Gefühl. In immer größer werdenden Schlucken spülte er seinen Kaffee runter, stellte die Tasse ab, verabschiedete sich von der Thekendame und war froh wieder an der Luft zu sein.
In seinem kleinen, verdreckten Polo mit schräbbelnden Frontlautsprechern fühlte er sich wieder wohl.
Er setzte seine Sonnenbrille auf und fuhr von dannen.

Geraldo


Bssssssst, Geraldo, die kleine, fleißige Biene landete auf einer Wildblüte. Er kostete ein wenig vom süßen Pollen, reckte und streckte sich, schmiss seinen Kopf in den Nacken und ließ sich von der Sonne auf die Wange küssen.

Geraldo gehörte zu den Arbeiterbienen im Staat und genoss wann immer er konnte seine eingeschränkt Freizeit.
Tag ein, Tag aus hatte er viel, sehr viel Arbeit zu verrichten. Er hatte nur wenig Zeit für die Muße, für die schönen Dinge des Lebens!

Er wollte nicht immer nur arbeiten, er wollte leben! Er hatte seine kleine Stupsnase gestrichen voll! Die Arbeit im Bienenstaat war Kräfte zehrend. Der kleine Geraldo sehnte sich nach etwas mehr Freizeit. Doch seine Königin duldete keine Ausfälle! Ein Jeder musste funktionieren und zum Wohle des Staates sein Bestes und noch mehr geben! Dieser Umstand brachte einige abtrünnig Bienen hervor, die, die Zerstreuung im Vergnügungsviertel der Grillen suchten.
So auch der kleine, vom Leben malträtierte Geraldo.
Er atmete tief ein, hielt einen Moment inne und atmete wieder aus. Er wand bewusst diese entspannende Atemtechnik an. Dabei wurde ihm bewusst wie schön der Tag unter der im Zenit stehenden Sonne war.
Es war so, als hätte er die Reißleine seines Fallschirms gezogen und nun glitt er über saftig, grüne Wiesen hinweg.

Geraldo lag so eine ganze Weile da und nahm ein Bad in der Sonne. Bis er allmählich durst bekam. Kurzerhand bestellte er sich ein Erfrischungsgetränk.

Ein Erfrischungsgetränk wurde wie folgt serviert:

Es bestand aus einem ganz besonderen Wildblütennektar auf Eis, in einem Wabenbecher mit einem Kleeblattschirm und Strohhalm.

Geraldo, die kleine, fleißige Biene empfand ein Gefühl der völligen Zufriedenheit!

Das Remake






 Kurz vor dem Einschlafen sagte sie zu ihm:

„So wie das ungeborene Baby im Mutterleib sich das Leben außerhalb nicht vorstellen kann, können wir uns ein Leben nach dem Tod nicht vorstellen!“

Er antwortete nicht, dachte sich aber:

„Man, muss das ein weit entwickeltes Baby sein, wenn es sich bereits im Bauch der Mutter Gedanken über die Aussenwelt machen kann!“

Er dachte an den Film mit Kirsty Alley und John Travolta. Wirklich schlimm an dem Streifen fand er, dass die Synchronstimme des sprechenden Spermium vom mittlerweile in die Jahre gekommenen Wetten-Aas aus dem Öffentlich-rechtlichen kam.

Er dachte sich: 

 „Ich könnte ja ein Remake drehen, indem das ungeborene Genie folgende Sätze sagt:
Mmmh, lecker! Heute schmeckt es mal wieder besonders gut!
Und diese konstant bleibende kuschelige Wärme hier. Ich brauche mich nicht über die unverschämt hohen Energiepreise zu ärgern. Ich beziehe meine Nahwärme direkt von meiner Mutti.
Allerdings könnte es hier manchmal ein wenig leiser zugehen. Denn immer dann, wenn ich schlafen möchte, dröhnt man mich mit Kinderliedern von Konstantin Kräcker voll. Da frage ich mich, wie man sich unter dieser extrem Beschallung „normal“ entwickeln soll?!
Aber schlau soll ich mal sein, sportlich und überdurchschnittlich schön! Ich soll also das sein, was sie nicht sind und niemals sein werden. Wartet nur ab, wenn ich hier erst mal raus komme!
Ich werde die Frisbeescheibe neu erfinden! Ich schätze die Scheibe von Konstantin Kräcker wird am weitesten fliegen und auf dem größten Müllberg landen!“

Er kuschelte sich an sein Frau, umarmte sie und schlief ein.

Litschis vom Markt



Es tobte ein Herbststurm in seiner Brust. Er lag mit offenen Augen neben ihr. Sie schlief. Er stand auf. Auf dem Markt hatte sie Bio-Litschis gekauft. Er schälte eine Litschi, aß sie und steckte die Kerne in den Untertopf ihrer Dattelpalme. Er zog sich an, küsste sie ein letztes Mal und ging.

Die Sonne ging auf in ihrer Brust. Sie öffnete das Fenster und ließ den Frühling hinein. Im Radio lief ein Lied von Jimmy Cliff, sie sang mit:

“ I can see clearly now the rain is gone
I can see all obstacles in my way
gone are the dark clouds that had me blind
it's gonna be a bright bright sunshining day
it's gonna be a bright bright sunshining day”

Sie lief singend durch das Zimmer und goss ihre Blumen. Verwundert blieb sie vor dem Keramik-Übertopf ihrer großen Dattelpalme stehen und blickte auf eine kleine, grüne Pflanze mit nur einem Blattpaar!