Donnerstag, 21. Februar 2008

Ein Mann wie ein bunter Blumenstrauß sagt, DANKE!



Meine Capos sind ehrenvolle Männer. Meine Capos gaben mir vom ersten Tag an ein sehr gutes Gefühl. Meine Capos gehören wahrlich zu den besten Capos ever! Ich danke Euch!

Daraus resultiert meine Liebe zu meiner Arbeit und die sehr starke Zuneigung zu meinen Arbeitskollegen. Niemals (eher würde ich mir meine Hände abhacken lassen), mit Betonung, wirklich niemals, würde ich allein nur auf die Idee kommen über meine Capos oder den Ragazza und Ragazzi, meine Kollegen zu schreiben!!! Ich danke Euch Dürüm-Kennern und
Jean -Lülük-Verstehern!

Meine liebe Mutti sagt immer: „Junge, die Arbeit ist Dein zweites zuhause! Du verbringst da soviel Zeit, wahrscheinlich mehr als mit mir, Deiner eigenen Mutter! Und dass ist auch gut so! Mutti ist stolz auf Dich!" ( Than-xxx -Ma! )

In meinem zarten Alter, in den Jahren nach meiner Ausbildung, habe ich mehr schlechte Capos erlebt, als mir recht ist! Ich bin jedoch kein nachtragender Mensch, nein im Gegenteil: „Ich richte an dieser Stelle einen morgenländischen Dank an alle Beton-Kopf-Capos, die mir das bitter/süße Leben aus nächster Nähe gezeigt haben. Ich danke Euch und blicke in Richtung der aufgehenden Sonne, wo ich am Horizont ganz klar und deutlich ein grünes Firmenlogo erkenne!

Endlich! Ich bin froh diese Worte veröffentlichen zu dürfen, denn nun kann ich meine lieben Kollegen und liebgewonnenen Freunde auf „mein Blog, mein Blog“ einladen!
Seit willkommen Ihr Lieben!!!

An dieser Stelle danke ich herzlichst und ganz besonders meinen “Good Fellas“, die, wie ich vernommen habe, Spaß an meinen, etwas anderen, kurzen Geschichten haben.

Danke und weiterhin viel Spaß!

„Ihsan, alias K’nack die Krähe“

P.S: Seni seviyorum, S.R. Büyük Meryem & The Gypsies ;) TESEKKÜR EDERIM '08

Mittwoch, 20. Februar 2008

Auf Karpfenliegen



Timbuktu und er lagen auf Karpfenliegen mit Getränkehaltern. Sie stießen mit ihrem San Miguel an, und hatten somit stets einen Heiligen an ihrer Seite. Die Menschen um ihnen herum tobten nicht wie headbangende Halbrocker. Es war das Genießerpublikum. Sie genossen gemeinsam den
„Sound of Music and Art“.

Er hatte Timbuktu in der Paketannahme des größten Express- und Paketzustelldienstes der Welt kennengelernt. Des größten Express- und Paketzustelldienstes der Welt, ein Unternehmen welches sich auch darauf spezialisiert hatte, die Knochen ihrer Hilfsarbeiter zu verbiegen. Ihre Wirbelsäulen irreparabel zu schädigen und dabei ihnen das Gefühl zu geben gut bezahlt zu werden! Wie gut, dass er
lediglich nur die Expresspakete zügig und sicher zu den Kunden brachte, ohne, dass es an der Ampel krachte!
Er war bekannt für seine lockeren Sprüche und hatte einen besonders guten Draht zu seinem Boss.
Timbuktu, wurde er nur von ihm genannt! Timbuktu hieß im wirklichen Leben Tim. Tim war ein äußerst sympatischer, weißer Südafrikaner. Sein südafrikanischer Freund und er waren auch angagierte Schüler des Abendgymnasiums. Abends konzentrierten sich auf die Algebra, und nach Adam Ries hatten sie sich gute Chancen errechnet ihre schulische Ausbildung erfolgreich zu beenden. An manchen Tagen nervten die Hausfrauen in ihrer Klasse, doch es gab immer leckeres Gebäck und reichlich mütterliche Fürsorge in den Pausen.

Neben dem BAföG und des Gehalts von den Paketköpfen im Anzug, verdienten sie sich ein akzeptables Taschengeld durch den Verkauf von Secondhand Klamotten hinzu. Dazu muss man wissen, dass Tim zusammen mit Isabella und Juan, ihrem Freund, in einem mit Secondhand Klamotten vollgepacktem Haus lebte. Isabella war Modedesignerin und Juan ein Grafiker. Das Geschäft lief gut. Neben dem Secondhand Laden in der Innenstadt, kreierten, produzierten und trugen sie Kleidung der ganz besonderen Art. Ihre letzte Kollektion wurde aus altem Parashut gefertigt. Es war der Renner der Saison!

Timbuktu und er lagen nicht nur auf Karpfenliegen mit Getränkehaltern, gehüllt in den Parashutlook der Saison. Nachdem sie lauter nette Festivalbesucher mit Isabellas Klamotten ausgestattet hatten
(Isabellas Verkaufsstand war unter den Besuchern ein bekannter Treffpunkt für jung und alt),
zogen sie über die Wiesen der S.O.M.A. und vertrieben sich die Zeit mit vielen, vielen anregenden Konzerten. Oder, sie lagen unter dem Dach des Orients, einem riesigen Beduinenzelt, und tranken ihren wohlschmeckenden Cay. Dabei diskutierten sie nicht nur über das Freud und das Leid der „globalisierten Gesellschaft“.

Dechiffrierter Brief


Lieber Salvatore
„Du hast der Familie Deine Loyalität unter Beweis gestellt. Du hast mich noch nie enttäuscht! Du nicht! Ich vertraue Dir und schätze Deine Hingabe zur Akribie.
Salva, wie Du sicherlich den jüngsten Meldungen entnommen hast, wütet ein heftiges Unwetter über unseren Häuptern hinweg! Doch sorge Dich nicht um unsere Zukunft, denke stets an die großen Erfolge der Vergangenheit!
Wichtige Konten haben wir verloren, in unseren fruchtbaren Gärten hat man ein Feuer gelegt. Es wurden weitere Aktionen angekündigt und teilweise auch schon durchgeführt. Doch wir haben reagiert!
Wir haben unser heiligstes Gut in Sicherheit gebracht. Das ertragreichste Geschäft floriert nach wie vor. Unsere besten, angesehensten Männer leisten hervorragende Öffentlichkeitsarbeit. Unsere massiven Säulen stehen auf einem unerschütterlichen Fundament. Wir haben sehr hart für den Erfolg arbeiten müssen! Heute gehören wir zu den Mächtigsten der Mächtigen. Wir, nur wir haben das Anrecht auf alles was man sich mit Geld erkaufen kann!
Unsere Wurzeln stecken tief im Boden. Rein oberflächlich betrachtet, haben wir eine Niederlage zu vermerken. Razzien, Hausdurchsungen noch und nöcher können uns nichts anhaben!
Salvatore, ich muss Dich warnen! Soviel ist klar! Eine dicke, fette Ratte hat sich in unser Nest geschlichen! Diese Ratte hat auf unsere Kosten einige Millionen zu unrecht verdient! Halte Deine Ohren und Augen offen! Wir müssen diesen Mistkerl schnappen! Die Familie duldet keine Ratte in ihren eigenen Reihen!
Das Dir vertraute rote Taschentelefon wurde konfisziert und in der Asservatenkammer eingelagert. Die alte Nummer ist somit im Hauptspeicher der Ermittler gelandet und auf dem unfruchtbaren Boden der Steuerfahnder beigesetzt worden.
Weitere Details, neue Instruktionen und ein neues Postfach wirst Du in kürze erhalten.“
PS. : In Vaduz werden wir uns bestimmt nicht mehr über den Weg laufen
Er fuhr den Rechner herunter, knipste die schwarze Kaiser Idell Lampe aus, deaktivierte die Tastensperre und warf einen kurzen Blick auf das leuchtnde Display des "roten Taschentelefons".


Montag, 18. Februar 2008

Crash


Schnelle Fahrten durch die Stadt. Bei Nacht über die Bahn. Kurze, aber dafür intensive Begegnungen mit den Beautys der Clubs, die er zielstrebig, scharmant umgarnte.
Er tankte sein kleines schwarzes Auto, trank Espresso vor dem Spiegel im Badezimmer. Seine Haare trug er lässig nach hinten gestylt. Schwarz war nicht nur die Farbe seiner Hosen, schwarz war sein Zustand!
Sein Vater sprach am Telefon: „Junge lass es sein! Du machst deine Mutter krank! Ich halte es nicht länger aus! Ich appelliere an deine Liebe zu ihr! Komm Heim und lass es gut sein!“
Ein kurzer heftiger Stich in sein Herz. Sein Körper zuckte zusammen. Er verlor die Bodenhaftung, schleuderte gegen die Leitplanke, der Wagen überschlug sich, durchbrach die Barriere und prallte gegen einen hoch gewachsenen Feigenbaum!
Seine feine, maßgeschneiderte, schwarze Hose war völlig durchnässt. Seine Rippen wie Streichhölzer gebrochen. Seine Augen hatte er geschlossen. Er hörte Schritte die Näher kamen, er hörte die Stimme des Schaffners zu ihm sprechen: "Endstation, bitte aussteigen!"


Sonntag, 3. Februar 2008

Wege der Forstwirtschaft



In seiner Wahlheimat wurde er Rudi getauft, obwohl er eigentlich Ruhi hieß! Seine Wahlheimat, das war Deutschland! Hierher kam er als junger Mann, hier wurde er ein alter Mann. Rudi verbrachte mehrere Jahrzehnte hinter dem Schweißvorhang. Bei schweißtreibender Hitze kamen Rudi die wildesten Ideen. 

Eine von seinen wildesten Ideen setzte er mit der Hilfe seiner Tochter in die Tat um. Ihm war vor einigen Tagen ein wahrlich verrückter Einfall gekommen. Er und seine jüngste Tochter fuhren in dem Strich-Achter (Mecedes) auf die Jagd. 

In einer feuchten, kalten Herbstnacht machten sie sich auf den Weg.

Sie fuhren auf einem schlammigen, durchgeweichten Untergrund mitten durch den Nadelwald auf abgesperrten Wegen der Forstwirtschaft. Seine bezaubernde Tochter Fatma, steuerte den Strich-Achters souverän und manövrierte die Karosse mit eingeschaltetem Fernlicht über den holprigen Waldweg. Er, mit dem Oberkörper aus dem Sonnenfenster gelehnt, die Flinte an die rechte Schulter gestemmt, freute sich auf fette Beute! 
Er rief ihr zu: „Rechts, rechts, sieh doch da! Dort ist etwas! Nein. Nein, nicht doch! Gib acht! Links, links, Stopp!!“ Seine Vorfreude war leider größer als sein Glück gewesen. Der Wagen kam ins Schleudern, brach aus und streifte etwas großes, grünes mit der rechten Seite des Hecks. Sekundenbruchteile zuvor, hatte Fatma in den Augen dieses großen, grünen Geschöpf die panische Angst erblickt. Sie hatte in ein attraktives, markantes Gesicht mit Wiedererkennungswert geschaut, als ihr Herz einen heftigen Ruck machte!
Alles ging sehr schnell. Rudi sah und handelte. Sie hatten einen jungen Förster angefahren, der bewusstlos auf die Rücksitzbank verfrachtet wurde.

Willhelm Will, ein junger ambitionierter Förster, anfang Zwanzig, öffnete seine Augen und spürte einen brennenden Schmerz an seinem Kopf: „Wo bin ich?“ Er blickte einem Mann mit buschigen Augenbrauen und markanten Oberlippenbart in die oliveschwarzen Augen.
„Du, hier zu Gast bei mir! Ich, Vater von Fatma! Dir schielecht geworden, wie Baum gefallen und Kopf jetzt aua!“ Fatma kam in sein Blickfeld, sie blickte sorgevoll auf seine Beule. Zorn entbrannt blickte sie hoch zu ihrem Vater! Kurz bevor der junge Förster seine Augenlieder geöffnet hatte, hatten die Beiden sich  heftig gestritten. Ihr Vater hatte sich ein Szenario zurecht gelegt, welches gar unglaublich klang. Fatme musste handeln, denn der gut aussehende Förster musste unverzüglich ärztlich behandelt werden.

Willhelm Will blickte in Fatmas überdurchschnittlich hübsches Gesicht und sprach leise, fast geflüster: „Sie kommen mir so bekannt vor!“ Rudi antwortete sogleich: „Mein Sohn, du Freund von Fatma, kannst du auch duzen! Natürlich sie dir bekannt! Hast du schön vergessen, du in unseren Familien, Ehren-Sohn!"
Fatma zornig, fast brüllend zu ihrem Baba: Ama baba, lütven!” Sie blickte Willhelm in seine glasigen, himmelblauen Augen und fragte: Kannst du dich aufrichten? Hast du Schmerzen?“ Willi befühlte seinen Schädel, stieß sich langsam von der Couchlehne ab, richtete sich auf und antwortete: „Aber ja, aber nein! Ich weiß nicht. Es ist so ein brennende Schmerz an meinem Kopf.“ 
Fatma drehte sich zu ihrem Vater, schuppste ihn in die gegenüberliegende Ecke des Wohnzimmers und sagte: „Mir langt es jetzt! Ich habe genug von deinem albernen Theaterspiel! Gib mir die Wagenschlüssel, ich bringe ihn ins Hospital!“


Auf dem Weg in die Notfallaufnahme des städtischen Hospitals


Fatma- seitdem wir im Wagen sitzen, schwirren mir lauter Bilder durch den Kopf, die ich einfach nicht einordnen kann. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit Anton, meinem Chef. Ich sollte die Augen und Ohren offen halten, da seit einigen Tagen ein verrückter durch den Wald fährt und die Tiere aufschreckt! Dann ist da noch die Sache mit dir. Ich erinnere mich an dich, an dein..." Willhelm kam ins stocken:   „...wunderschönes Gesicht. Aber dass was dein Vater vorhin zu mir sagte, hat mich sehr stark verwirrt! Was genau meinte er mit Freund, Familie und Ehren-Sohn?“
Fatma nahm Willhelms kalte, verschwitzte Hand, sah ihn tief in seine blauen Augen und sagte: „Sei jetzt bitte nicht verärgert. Mein Vater ist kein böser Mensch! Doch manchmal verhält er sich wie ein anatolischer Bergesel! Mein Vater ist der Verrückte und ich bin seine Komplizin!“
Willi richtete sich plötzlich auf und schrie: „Halt an, fahr rechts rann! Schnell, ich muss kotzen!“ Sie fuhr rechts ran, er riss die Tür auf und entleerte seinen Mageninhalt über einem Gullydeckel.

Im Wartezimmer der Notfallambulanz


„Es tut mir wirklich sehr leid!“ Fatma blickte erst ihn an, dann fiel ihr Blick beschämt zu Boden. Eine untersetzte Schwester betrat das Zimmer: „Herr Wilhelm Will“.

Nach gründlicher Unersuchung, wurde ein mittelschweres Schleudertrauma mit dicker Beule diagnostiziert. Bettruhe bei guter Pflege war die dringende Empfehlung des Arztes. Fatma fuhr Willi nach Hause. In seinem Zweizimmerapartment angekommen, half sie ihm aus den Schuhen in sein Bett hinein. Willi blickte in ihre oliveschwarzen Augen und sagte: „Das Schicksal hat uns zusammengeführt!“ Sie lächelte und küsste ihn sanft auf seine trockenen Lippen.