Freitag, 23. November 2007

Der Zitronenfalter


Ein gelb leuchtender Zitronenfalter flatterte um ihn herum. Der Falter setzte sich auf eine Distel rechts neben ihn und sprach:
"Hey, Du! Weißt du noch was ich dir vor langer Zeit versprochen hatte?

Er „Ja ich entsinne mich! Das ist nun aber schon so lange her! Ich hätte nicht gedacht dir irgendwann mal wieder zu begegnen.“
DerZitronenfalter: „Ich versprach dir seiner Zeit, dass du eines schönen Sommertages dein ganz persönliches Glück umarmen wirst. Dein Herz wird auflachen und Freudensprünge machen.
Heute ist der Tag gekommen, dort drüben sitzt sie. Du musst sie nur charmant ansprechen. Und erzähl mir jetzt nicht du wärst zu schüchtern, dass würde ich dir nicht abkaufen!
Er: „Aber welche von den vielen Frauen ist es denn?“ fragte er.
Der Zitronenfalter: „Es ist die bezaubernde Frau gleich da drüben. Die mit dem Buch von Andreas Steinhöfel in der Hand. Ich wünsche dir viel Glück und alles Gute! Ach ja, noch ein Tipp von mir. Sie mag keine Raucher, Also lass das Rauchen sein! Lass Deine Gedanken in die Höhe steigen, nutze den Auftrieb der Liebe die in dir steckt. Segle mit ihr zusammen über das Land. Entdeckt dabei, wie wunderschöne die Landschaften der Liebe aussehen. Und nun lass lauter schöner Worte sprudeln und sprich zu ihr, sprich, bevor sie beim letzten Kapitel angekommen ist. So, ich muss jetzt aber schleunigst weiter flattern. Sonst verliere ich meinen Schwarm. Ciao!“
Schon im Flug, aber noch in Hörweite zurufend:
„Gib Deinem Drachen mehr Schnur! Lass ihn hoch in die Lüfte steigen. Lass ihn steigen solange der Wind günstig steht! Gib dir einen Ruck, steh jetzt auf und geh zu ihr hin!“

Vatertag



Fatihs, ihr könnt mich mal!
Haltet eure Fressen ihr WiXXer! Und hört mir mal zu! Zieht euch zuerst mal vernünftige Klamotten an! Kein Wunder, dass eure treuen Ehefrauen ständig aufs Klo rennen müssen und unter chronischer Migräne leiden! Wenn ich euch den ganzen Tag lang ertragen müsste, scheiße, mir würde es nicht anders ergehen!
Schmeißt eure Jogginganzüge endlich in die Altkleidersammlung! Und die Flasche aus dem Maul, wenn man mit euch redet!

Macht euren Frauen das Leben nicht zur Hölle!
Kommt haltet doch endlich eure Fressen, und heult nicht ständig einer längst verlorenen Jugend hinterher! Tut was, ändert euch! Ich will eure Frauen wieder glücklich sehen!
Seit da wenn man euch braucht! Gute Vorbilder brauchen Unsere Kinder!



Sonntag, 18. November 2007

Der Seefahrer der Lüfte



Es war an einem kalten Morgen. Dunkle Wolken verdeckten die aufgehende Sonne.
Das erste Licht, welches ich an diesem Tag erblickte, war das Licht, der Schein von flackernden Leuchtstoffröhren an der Decke. Ein Schluck Kaffee, eine Zigarette und Schutzhandschuhe. Mein Tag begann. Konzentriert, den Blick gerichtet auf Skalen und Zahlen, das Werkstück stets im Griff. Angekommen im Bereich des Zehntels eines Millimeters schritt der Tag voran.
Die Monotonie des stetig schlagenden Beats der Industriemaschine, gab den Takt der Arbeit an.

Bis zu jenem Augenblick als ich aus der Ferne seinen Ruf vernahm. Es war ein Klagelaut, hoch über mir. So deutlich, so eindringlich. Mein Herz schlug schneller, im Offbeat zum Takt der Industrie. Ich war mir sich, es war der Seefahrer der Lüfte, der Herr der Winde - der Mauersegler!
Unverwechselbar seine Rufe, mir bekannt wie die liebevolle Stimme meiner Mutter. Die Laute drangen zu mir! Er kam zum Nisten. Er wollte sein Glück hier finden, wollte seine Familie gründen. Doch was er vorfand war erschreckend. Groß der Schornstein, wider der Natur war der Gestank, und ein Höllenlärm, nicht auszuhalten! Kein Nistplatz weit und breit, so zog er ab.
Traurig, mein Haupt gesenkt, erhob ich mich und blickte meinem Kollegen ins Gesicht. Er erwiderte meinen Blick und sagte: „Alda, das beschissene Geheule der luftbetriebenen Schrauber geht mir voll auf die Eier, dir nicht auch?!“

Eine Frohnatur



Eine Frohnatur, reinen Herzens, sprang und tollte auf Blumenwiesen. Nichts Böses lag in seinem Handeln, nur Freud und Glück floss durch seine Äderchen.
Doch eines Tages kam plötzlich aus dem Busch gehuscht etwas dunkles, nach kaltem Stahl stinkendes, undurchdringliches, wahrlich böses. Die Frohnatur erstarrte und erschrak.
“Vom Bösen kann nichts Gutes kommen, schnell weg von hier!“, schrie er auf und ergriff die Flucht. Flink und schnellen Schrittes hüpfte und sprang er über Stock und Stein. Im Lauf wagte er einen flüchtigen Blick nach hinten. Er sah das Böse: „Mann, das Ding ist gewaltig groß!“, doch war es in Wirklichkeit noch viel, viel größer. Es folgte ihm auf Schritt und Tritt. Bedrohlich nah im Nu gerückt, bereit zum Sprung- eins, zwei, drei...
Die arme Frohnatur, strampelte und hampelte hin und her. Doch leider völlig zwecklos. Das Böse Ding steckte ihn erbarmungslos in einen großen Sack. Es schwang ihn auf den Rücken. Das Ding, es lief zielstrebig aus dem Tag in die Nacht hinein. Die arme Frohnatur wurde durchgerüttelt und geschüttelt, fühlte sich elend, fing an zu schluchzen, fing an zu weinen. Doch dann, urplötzlich stoppte das Ding. Es blickte auf eine riesige, schwere, eisenbeschlagene Flügeltüre. Die Pforte zur Fabrik. Die schweren Türen öffneten sich knarrend, ein Pförtner, sitzend hinter flackernden Monitoren nickte kurz. Knarrend, mit einem anschließenden, lauten Knall fielen die Türen wieder ins Schloss. Das Ding stieg mit der armen kleinen Frohnatur hinab in den dampfenden, rot leuchtenden Schlund.
In den Schlund der Stahlindustrie.


Baba- Der Auswanderer




Ich bin 28 Jahre alt und wohne schon seit meiner Geburt in einem kleinen, überschaubaren Vorort.
Die Mieten hier am Stadtrand, in unserem Viertel sind sehr niedrig und bieten auch Familien mit einem geringen Einkommen einen wirklich akzeptablen Wohnraum.
 
Meine Nachbarn und ich wohnen in sogenannten Sozialwohnungen auf etwa 50 Quadratmetern mit je fünf Parteien in einem Haus. Die Häuser wurden in den Fünfziger Jahren errichtet und erst vor einigen Jahren von Grund auf saniert. Man kann sich nun vorstellen wie klein die Kinderzimmer ausfallen, doch nichts desto trotz haben wir in unserer Nachbarschaft lauter fidele Kinder aus den verschiedensten Nationen.

Meine kleine Geschichte handelt von einem mir sehr sympathischem Menschen namens Ibrahim. Doch alle die ihn etwas besser kennen, nennen ihn einfach nur Ibo. Seine ersten Schritte in Deutschland machte Ibo im Alter von 17 Jahren. Damals reiste er aus Istanbul am Bosporus aus, und kam nach einer dreitägigen Reise am Hauptbahnhof an. Die Zugfahrt war nicht sehr komfortabel. Da Ibo der jüngste- unter all den türkischen Gastarbeitern war, wurde er von den Älteren kurzerhand auf die Gepäckablage verfrachtet. Er wurde am Bahnhof von seinem siebzehn Jahre älteren Bruder in Empfangen genommen. Sein Bruder, der schon immer eine autoritäre Person in Ibos Leben war, vertrat in Deutschland die Stelle des Vaters. Denn sein Vater blieb zurück in der Ferne und sorgte sich um das Wohl der restlichen fünf Familienmitglieder. Die Berufung seines Vaters war das Fischen (Allein von der Fischerei konnte man zu der Zeit noch sehr gut leben, was heutzutage fast gar nicht mehr möglich ist. Doch dies nur am Rande).
In den ersten sechs Monaten seines Aufenthalts kümmerte man sich um einen Arbeitsplatz. Dies war nicht sonderlich schwer, denn in der Stahlindustrie suchte man händeringend nach Fabrikarbeitern, die schwere körperliche Aufgaben nicht scheuten. Die Fabrik, in der bereits Ibos Bruder arbeitete kümmerte sich somit gern um die nötigen Formalitäten, dies war auch nötig. Denn ohne eine Einladung mit Aussicht auf einen festen Arbeitsplatz war eine längerfristiger Aufenthalt nicht möglich (damals hätte selbst er sich nicht vorstellen können, wie lange dieser andauern würde. Denn Rückblickend sind heute nun fast vierzig Jahre vergangen).
Die ersten sechs Monate in Deutschland waren vergangen, die Zeit war gekommen um die Ausreise endgültig zum Abschluss zu bringen. Dieser Abschluss war mit einer Rückreise in die damalige Heimat verbunden. Doch anstelle des Zuges, fuhr Ibo zusammen mit seinem Bruder am Steuer eines grünen Opel Rekords aus dem Jahre 1958. Die Heimfahrt war natürlich viel bequemer als die Anreise im überfüllten Zugabteil auf der Gepäckablage. Doch in diesem Zugabteil hatte er Bekanntschaft mit Menschen gemacht, die später zu seinen besten Freunden wurden. Und in jenem Zugabteil lernte er wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben ein ganz neues, aufregendes Gefühl kennen. Es war das Gefühl der Freiheit!

BAK BIR VAR MIS, BIR YOKMUS



















…da lebte ein keiner Junge namens “Abdurahim Deliyürek“ auf einem Hügel über der Stadt „Besiktas“. Wenn Abdul morgens Wasser ließ, so blickte er auf das Meer. Sein Blick segelte über das Ufer, über den Kanal hinweg bis an die wunderschönen Ufer Üsküdars.
Abdul war ein einsames Kind, er lebte ganz allein. Seine Mutter starb bei seiner Geburt durch einen unglücklichen Fehler der Hebamme, die gleichzeitig die Geliebte seines Vaters war. Abdul heulte wie ein liebeskranker Wellensittig, als auch sein Vater ihn auf tragische Weise verlassen musste. Der nämlich wurde eines Nachts, wie es sich Jahre später herausstellte von einer deutschen Touristin Namens „Carla Liebesgrotte“ in einem pinkfarbendem „Strich Achter“ entführt und nie wieder gesehen.
Abdu war noch sehr jung als dies geschah. Anfangs viel es ihm sehr schwer, er fühlte sich allein gelassen. Doch die Tage vergingen und er fing an sich seinem Schicksal zu stellen. Abdus Geschichte verbreitete sich rasch unter den vielen Bürgern der Stadt. Es gab kein Schicksal, das dem des kleinen Abdus gleich war. Die ganze Stadt sprach von dem kleinen einsamen Jungen..
Einige barmherzige Damen aus der Oberschicht erbarmten sich seiner und boten ihm Arbeit als Laufbursche an. Fast alle Frauen, die ihn beschäftigten waren dick, schrumpelig und faul. Sie waren gar zu faul, um ihre sabbernden, knochigen und seltsamerweise besonders hübschen Liebhaber von sich zu werfen, wenn Abdu die Bestellungen annahm. So ließen sie einen an einer Schnur hängenden Korb aus dem Fenster herab, der gefüllt mit einer Bestellungsliste und dem dafür nötigem Geld war. Abdu trug die Dinge aus den verschiedensten Ecken der Stadt zusammen. Manchmal waren da auch einige sehr eigenartige Dinge dabei, wie z.B. (…).
Am Ende eines jeden Auftrags ließen die Frauen Abdus Lohn herab. Er nahm sein Geld heraus, zog zweimal an der Schnur und lief danach zu dem nächsten Korb, um die nächste Ecke, in die nächste Straße. Rasend schnell erweiterte sich Abdus Kundenkreis. Der kleine Abdu arbeitete schnell und gewissenhaft. Diese Eigenschaften schätzten die Damen sehr.
Nach einem anstrengenden und erfolgreichen Geschäftsjahr expandierte seine zuvor kleine Laufburschenfirma. Er konnte sich nun Angestellte leisten, er vertiefte die Geschäftsbeziehungen zu seinen Lieferanten, er ließ seine alte Lehmhütte zu einer Arbeitsstätte mit einem Büro und anliegenden Lagerhallen ausbauen. Er konnte immer mehr Kunden von seinem Konzept überzeugen, machte effektiv Werbung in der ganzen Stadt und wuchs von Tag zu Tag zu einem immer reicher werdendem jungen und tüchtigen Geschäftsmann heran.
Jahre vergingen, Abdu wurde älter und weiser. Sein Kundenservice trug einen Namen der Global an Ansehen gewonnen hatte. Er spannte sein Netz über den ganzen Globus und bot seinen Kunden einen reibungslosen Transfer der bestellten Waren. Der einst mal so kleine Abdu hatte es geschafft.


to be continue…

Meine erste Veröffentlichung















In the Hood, in the Ghetto oder in the Bronx, sind Wörter die mir einfallen wenn ich in Gedanken„MEIN BLOG“ ausspreche. Doch keine allzu schnelle Vorfreude, der nun folgende Text wird keine Abhandlung über die Studien eines in Deutschland geborenen Türken, der bereits in jungen Jahren das nicht anerkannte Studienfach, Ghettologie mit einem hervorstechenden Eifer studiert hat. Mein Cousin aus D`town würde sagen: “Komm endlich runter von deiner Ghettowelle, du wohnst in einem kleinem, verkorkstem Vorort einer mittelgroßen Stadt, irgendwo in Deutschland. Das hier ist nicht Compton!“
Wo er Recht hat, hat er Recht!
Ganz Deutschland ist “voll Ghetto“, aber nicht meine Heimatstadt! Ja, ganz genau Heimat! Denn hier, unter all meinen türkischen, italienischen, albanischen, kroatischen, serbischen, russischen, afrikanischen und deutschen Nachbarn fühle ich mich heimisch. Viele Türken werden jetzt an dieser Stelle lauthals fluchen, mich verspotten und als einen dieser „Deutschtürken“ bezeichnen. Und wenn schon: „Moruk, Du, ein in Deutschland lebender, doch in Deutschland nie angekommener Bürger Namens Ahmet, Mehmet, Hasan oder meinetwegen Murat, solltest endlich einsehen,

ES IST ZU SPÄT!

Dostum, Du sitzt immer noch auf Deinem gepackten Koffer, rauchend die Kippe in der einen, den Cay in der anderen Hand am Bahnsteig Deiner alten, doch für Dich immer noch neuen Wunschheimat. Jetzt fang bitte nicht an zu weinen, ich muss Dir leider mitteilen, dass Dein Zug schon vor Jahren abgefahren ist“
Mit Stolz und Respekt trete ich denen gegenüber, die vor nunmehr vier Jahrzehnten eine lange Reise in die Ferne auf sich genommen haben um neu anzufangen, um Träume zu verwirklichen. Manche von ihnen haben, ähnlich wie Robinson Crusoe, nicht auf den gut gemeinten väterlichen Rat gehört. Sie wurden zu Schiffbrüchigen und strandeten. Doch sie haben es trotzdem geschafft.
Ob im Akkord, im Takt, in Fabriken, unter Tage, wechselnd im Schichtbetrieb, hinter heißen Pizzaöfen, am Steuer eines Gino Gelato Eiswagens, in Werkstätten- an der Ölablassschraube drehend. Vor all diesen Menschen mit Migrationshintergrund im Deutschen Vordergrund ziehe ich meinen ausgefransten Hut! Diese auf dem fruchtbaren Boden der Realität gebliebenen Menschen haben deutsche Geschichte geschrieben. Sie (auch ich) sind ein ca. Sechsmilliardenstel von dem einzigen, riesigen, hoch intelligentem Organismus: Die Menschheit! „ Eure Kinder, Kindes Kinder sind gewiss stolz auf Euch. Also ich bin sehr stark stolz, mein Herz ist des Glückes erfüllt! Danke, dass ihr Euch für Deutschland entschieden habt!“
Dieses von mir kurz angeschnittene Thema, wird immer brandaktuell sein. Ich möchte nicht
politisch werden, würde mich jedoch freuen wenn ich zum Denken anrege. Denkt nach, Lan!!! Schaut ganz genau hin, hört ganz genau zu, hört zu und argumentiert wenn es erforderlich ist!!
weg sehen, weg hören, herunterschlucken bringt absolut gar nichts!! Braun ist nicht die Farbe unserer Zukunft! Dieses farbenfrohe Land, unsere Heimat, ist ein frischer Quell! Die braune, stinkende Brühe würde unsere Bäche und Flüsse vergiften! Diese zähflüssige Masse würde alles zerstören, was unsere Mütter und Väter mühevoll geschaffen haben!